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Multiplikator-Debatte Dissens über die Sparpolitik

 ·  Macht die Sparpolitik in den Euro-Krisenländer alles noch schlimmer? Der IWF schätzt die Effekte der Sparpolitik in einer Studie deutlich negativer ein als bisher. Das Bundesfinanzministerium hält dagegen: Die Studie sei wenig belastbar.

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Erik Jochem
Erik Jochem (E.Seidel) - 21.02.2013 21:31 Uhr

Schäubles Leute verweisen ...

...auf Untersuchungen der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank. Nach beiden sind langfristig sogar positive Effekte von Sparmaßnahmen möglich. „In der längeren Frist können Konsolidierungen nach der EZB-Studie nicht nur die Tragfähigkeit der Staatsfinanzen, sondern sogar auch das Bruttoinlandsprodukt erhöhen“, heißt es.
Selbstverständlich ist im Leben vieles möglich und auf Regen folgt der Sonnenschein. Diese Binsenweisheiten aber als wirtschaftspolitische Erkenntnis zu verkaufen, ist schon wirklich ein starkes Stück. Im übrigen fragt man sich, was die unkritische Verlautbarung derartiger Äußerungen in der FAZ zu suchen hat. Andererseits ist es vielleicht folgerichtig, dass dieses Blatt, das sich gerne auf seine Wirtschaftskompetenz beruft, das Thema IWF und fiscal multiplier erst aufgreift, wenn darüber zu berichten ist, dass das Bundesfinanzministeriuim die Expertise des IWF "zerlegt" (wie eine Weihnachtsganz ?) hat. Ach liebe FAZ, ist das dein Qualitätsjournalismus ?

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Günter K. Hesse
Günter K. Hesse (v6yz) - 21.02.2013 21:18 Uhr

Multiplikatorpolitik

Hätte der IWF vor dem Start der Retterei einen Multiplikator von deutlich groesser als 1 genannt, wäre das Fass ohne Boden unübersehbar gewesen und diese Art der Rettung wäre unterblieben. Aber mit dem Multiplikator von 0,5 wurde die Rettung als nicht unmöglich dargestellt. Nun sind die privaten Gläubiger mit einem blauen Auge davon gekommen, die Steuerzahler und der IWF haben alle Risiken übernommen. Der IWF will bekanntlich aussteigen und auch irgendwann sein Geld zurückhaben. Dazu muss GR nun von den Steuerzahlern wieder kräftiger subventioniert werden. Der Multiplikator ist halt groesser als zunächst gedacht. Die Griechen stellen neue, wissenschaftlich begründete Forderungen. Das Finanizministerium bleibt bei dem alten Multiplikator, die Ökonomik verliert weiter an Glaubwürdigkeit. Zynischer Umgang mit der Wahrheit ist typisch für totalitäre Systeme.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 18:45 Uhr
Wilhelm Surmann

Weitgehend einverstanden

Den letzten Satz hätten Sie weglassen sollen (es ist ja nicht so, dass es Bürgerproteste hageln würde, die die Regierung überginge), aber ansonsten sehe ich das genauso.

Der Multiplikator ist in der Volkswirtschaft eine absolut unbestrittene Erkenntnis, tendenziell auch in seiner Höhe. Ich möchte einen Ökonomen sehen, der hier öffentlich und ohne Eigeninteresse verkündet, der Multiplikator läge bei 0,5 oder vergleichbar tief.

Weiterhin gilt in der VWL die Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre als Negativbeispiel einer prozyklischen, rezessionsverstärkenden Sparpolitik. Es ist erstaunlich, wie es so einfach gelang, dieses traurige Fallbeispiel und seine Erkenntnisse so einfach wegzuwischen.

Immerhin glaube ich an die Dummheit der Regierung, nicht an die Bosheit: Man sieht es an der Schuldenbremse: Ein absolut prozyklisches Dogma - und das haben wir uns immerhin auch selbst auferlegt. Auch wir werden eines Tages Abwärtsspiralen erleben.

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Wilhelm Surmann

1,2

Herr Schäuble sagt im wesentlichen Punkt nicht die relevante Wahrheit.

Das BIP sinkt. Dass ein weniger verschuldeter Staat – auf sehr lange Sicht – aus mehreren Gründen eine bessere Grundlage für Wirtschaftswachstum bietet, ist eine Binsenweisheit und hat mit den derzeit in Rede stehenden Auswirkungen nichts, aber auch gar nichts zu tun.

Der Multiplikator entspricht modelltheoretisch dem Kehrwert der Sparquote, wird aber durch andere Effekte (z.B progressive ESt & zinsabhängige Inv.) vermindert. Die Auswertung der 12 wichtigsten Modelle unter Abgleich mit realen Entwicklungen ergibt einen Wert von

1,2

(vgl. z.B. Lutz Arnold: Makroökonomik)

Eine gesparte Mrd. lässt eine Schrumpfung des BIP von 1,2 Mrd. erwarten. Das wäre auf etwa zwei Jahre zu verteilen, allerdings bleibt es dabei, wenn man zwei Jahre hintereinander entsprechend spart.

Klar gilt das c.p. und kann anders kommen. Aber dafür würde ich gerne eine schlüssige Begründung hören. Die aktuellen Zahlen sind keine.

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Ulrich Dissars
Ulrich Dissars (Dissars) - 21.02.2013 20:25 Uhr

Finanzministerium = Menschenverachtend

"....Der IWF habe nur kurzfristige statische Auswirkungen auf die wirtschaftliche Aktivität abgebildet, urteilen die Volkswirte aus dem Finanzministerium..."

Sicher, ist es "nur" eine kurzfristige statische Auswirkung.......
- 20 Mill. Arbeitslose im Euroraum
- minus 0,6% BIP in Q4/2012
- minus 2% Einzelhandelsumsatz
- völliges soziales Ungleichgewicht mit steigender Tendenz.
- und es lassen sich noch viele Argument finden

Es liegen in dieser Regierung eindeutig neoliberale Vorstellungen des letzten Jahrhunderts vor.
Ein Krise hat es nie gegeben - oder doch?
Mir fehlen die Worte in meiner unendlichen Wut auf die dümmliche Ignoranz dieser Regierung.
Goldman Sachs + Co lassen grüßen.

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Rolf Huchthausen

Wer solche Debatten vom Zaun bricht, muß Alternativen zeichnen können?

Der Kapitalbedarf in den €URO-Staaten übersteigt bei realistischer Betrachtung jedwede Tragfähigkeit, für einzelne Staaten selbst und auch in der Vergemeinschaftung. Der eingeschlagene Weg, über skurrile Mehrheitsverhältnisse in ESM, EZB, etc.pp., führt alle in die Pleite. Das ist gesicherte Erkenntnis, denn es befördert das Betrugs- und Korruptionsprinzip, welches die EU und den €URO-Raum in seinem Geber-/Nehmerverhältnis auszeichnet.

Wenn DE heute von u.a. GS, IWF mit €URO-Ausstiegskosten bedroht wird, werden doch die Langfristkosten in "neu eingeregelten Bahnen" (ESM) das mehrfache dessen ausmachen. Unstreitig ist, daß dies auf der Zeitachse etwas entspannter sein wird als aktuell von ca. 1 Billion €URO Schuldenübernahme Dritter per sofort bedroht zu sein.

Wie die Debatte zeigt, wird nun ein Schuldiger gesucht für zukünftige Reparationskosten! Die laufende Debatte zeigt nicht, wie man zu vertraglichen Bedingungen zurückkehren will/kann. Bis auf FIN steigen überall die Schulden!

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Erwin Stahlberg

Die EU ist nur noch ein trostloses Zwischenspiel

Ich denke,
daß Menschen, die in der EU-Hauptstadt BRÜSSEL
nicht n u r dem eigenen Wohl dienen wollen
--- in höchst ungesunder und giftiger Luft leben.

Hier wurde kaum eine Sekunde lang dem Wohl der
EUROPÄISCHEN GEMEINSCHAFT
gedient, sondern --- bei üppigster Bezahlung ---
n u r dem eigenen Wohlbefinden.

Eine „UNION“ ohne Zukunft!!!

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Jürgen Wenz
Jürgen Wenz (satyrffm) - 21.02.2013 19:39 Uhr

Ganz oben muss zuerst gespart werden.

Gehälter und Ausgaben für EU-Politiker, EU-Beamte, Politiker die sich der EU so toll verschrieben haben, Ausgaben für alles radikal kürzen. Dann klapts auch mit der Sparsamkeit bei den anderen. Wenn das üppige Gehalt für eingedampft wird auf 2000 €. Mehr gibts eben nicht für die Verursacher von Millardenschäden. Wenn die Heizung gestrichen wird, das WC-Papier billigst, das Büromaterial selber mitgebracht werden muss. Dann kapieren diese Verschwender, wofür sie nicht da sind.

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Max Schmid
Max Schmid (CH-Gast) - 21.02.2013 19:28 Uhr

Anpassungsprogramme in den Euro-Krisen-Ländern ???????????? steht im Beitrag

Welche Anpassungsprogramme? Bisher hat kein Land (inkl. D) strukturelle Reformen umgesetzt. Alle grossen Länder produzieren munter neue Schulden. Ausser Absichtserklärungen und einigen z.T. populistischen Steuererhöhungen ist nichts passiert.
Alle haben einzig von der EZB-Notenpresse/ESM-Rettungsschirmen profitiert, die die Zinslasten künstlich reduziert haben.
Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen ist ein langer Prozess, der Generationen dauern kann, weil mühsam Mentalitäten geändert werden müssen.
Beispiele für problematische Mentalitaten in den EU-Ländern: Korruption, Mafia-Organisationen, Arbeitsethos (35 Std./Wo in F), Bildungsethos (warum haben junge Spanier/Griechen/Italiener keine Berufsbildung? = bis 60% arbeitslos), Staatsgläubigkeit ( z.B. in D) etc.
Der Versuch, in Europa Mentalitäten in einigen Ländern zu ändern läuft praktisch seit dem 19 Jhdt., bisher ohne Erfolg - mit oder ohne EU, teilw. sogar mit Diktaturen (NS, Kommunismus...).
Schlechte Aussichten!

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wolf haupricht

@David Miller > Wie in den 30iger Jahren...?

Ich meine, dass die heutige Situation in bestimmten Ländern ursächlich nicht mit damals verglichen werden kann. Heute haben die Staaten längere Zeit wesentlich über ihre Verhältnisse gelebt und einen Schuldenberg aufgetürmt, bis die Blasen platzten und neues Geld nicht mehr bezahlbar wurde. Übrigens: Sparen kann man nur, wenn vom Vorhandenen etwas zurückgelegt werden kann. Hier greifen Kürzungsmaßnahmen, die natürlich weh tun, um das Schuldenniveau einzufrieren oder sogar peu a peu abzubauen. Manche Staaten haben gar nicht mehr produziert, sondern vom Export gelebt, den die EU subventionierte. Wenn man Maß hält und Schwerpunkte setzt, kann man sein Ziel erreichen. Problematisch wird es auch deswegen, weil man nicht bereit ist, Abstriche hinzunehmen und die Lage richtig einzuschätzen. Früher gingen die Staaten einfach bankrott, überwanden eine Durststrecke über viele Jahre und kamen wieder auf die Füße. Heute unterstützt die Gemeinschaft, was es in den 30iger Jahren eben nicht gab.

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Torsten Krause
Torsten Krause (tkrause) - 21.02.2013 19:14 Uhr

Nein, Herr Noll, auch Sie sitzen der Politpropaganda auf; die Wettbewerbsfaehigkeit ist nicht

wiederherstellbar; wenn wir im Euro alleine waeren, stellte ich ich mich gegen Wettbewerb aus D auf, indem ich z.B. Ueberstunden schwarz bezahlte etc. In der EU sind wir nicht alle im Euro und haben zudem Staaten mit Monats-Eckloehnen von 300 Euro brutto; der Audi Q 7 aus Bratislava bleibt immer ein Audi "made in Germany" und wird irgendwie ergebniswirksam in D ... aber der kleine Zulieferer aus Italien, Spanien, Portugal, der durch einen noch billligeren Tschechen oder Litauer ersetzt wird ... der fehlt in der italienischen etc. Leistungsrechnung fuer immer. Wir werden deindustrialisiert und Ihr werdet Importland fuer die Sozialhilfeempfaenger aus Rest-Europa, mit dem Euro oder ohne ... und einige Schwachkoepfe reden weiterhin vom EU-Beitritt der Tuerkei; das Grundproblem ist nicht wirtschaftlich, das ist ausschliesslich politisch, die vereinigten Gutmenschen im gesamteuropaeischen Staatsdienst und die Geo-Strategen in der NATO, die bringen West-Europa gegen die Wand, alternativlos.

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Frank Besslin
Frank Besslin (kaixos) - 21.02.2013 18:57 Uhr

Der Staatsausgaben Multiplikator war schon immer politisch verseucht.

Und der IWF wird stark von Kräften (USA) beeinflußt die ein Interesse an einem schnellen Aufschwung haben, egal wie dieser zustande kommt. Klar wurde dies spätestens mit den Foderung nach Eurobonds.

Aber hier mal ein Beispiel wie man einen hohen Mulitpikator erhält:
Wenn der Staat jedem Bauherrn 20% der Baukosten schenkt, dann würde ein Euro vier Euro Investitionen nach sich ziehen.
Wenn ich richtig informiert bin, war es in Spanien so, dass die Bauherren die Hypotheken-Zinsen von der Steuer absetzen konnten. Da es jetzt Bauruinen gibt und Wohnraum leersteht, zeigt gut wie wenig nachhaltig solche Konjunktur-Programme sein können.

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Martin Hofmann-Apitius

Die Mär ist alt ....

... nach einer durchzechten Nacht und dem "Schädel" als unmittelbarer Folge - so wurde schon früher erzählt - helfe es am besten, wenn man noch mehr Alkohol hinterher trinkt. Also: nach der Party ist vor der Party. Politiker können nunmal eines besonders gut: Probleme in Geld ertränken.

Sparen ist weder sexy, noch "bewegt man damit etwas", noch liefert es "Gestaltungsspielraum". Kein Wunder, dass Politiker einfach nicht sparen können. Hinzu kommt noch, dass ihr Werdegang sie zumeist nie im persönlichen Umfeld zum Haushalten erzogen hat: die meisten der uns momentan so furchtbar effizient "führenden" Politiker haben immer schon nur das Geld anderer Leute ausgegeben.

Das allerdings sehr "nachhaltig", sehr "innovativ", sehr "ökologisch" .... oder wie der Politik-Neusprech das noch so nennen mag.

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Torsten Krause
Torsten Krause (tkrause) - 21.02.2013 18:41 Uhr

ueber 90 % der Italiener werden in 3 Tage Parteien waehlen, die das gleiche denken ... und die so

handeln werden; der deutsche Euro ist tot, weil er in den 16 anderen Laendern nicht mehr vermittelbar ist; einige kleiner Laender, wie Finnland, definieren ihre eigenen Schutzmechanismen ... und die suedliche Front ist ab naechster Woche, mit Italien, kompakt, wir muessen soziale unruhen bei uns verhindern, bei euch gibt es ja keine, nur ein unwilliges Murren. Es wird wohl Zeit, das Thema den Deutschen nahezubringen ... aus der Euro-Falle kommt Ihr nicht mehr raus, also werdet Ihr bei Euren Oeko-Sozial-Spinnereien im Inland sparen muessen, beginnend mit der Energiewende und irgendwann beim Sozialstaat selbst ... eh' Euch Erdogan 10 Millionen tuerkischer Rentner schickt.

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Elisabeth Dreier

Man muss in der EU endlich die Wahrheit sagen, sonst zerbricht das künstliche Gebilde.

Aha, Super-Peer, wenn „aus Sparen ein Kaputtsparen“ lohnt es sich nicht. Warum sagt man in der EU nicht die Wahrheit? Nämlich das Südeuropa weit über seinen Verhältnissen gelebt hat und nun auch nicht darauf verzichten will. Das heißt, sämtliche Unterstützung wird nur für soziale Ausgaben verwandt werden. Und selbst dies wird nicht reichen, diese Länder werden weiter Neuschulden aufnehmen. Damit werden also max. kurzfristig Mehrbeschäftigung geschaffen und Zeit vertan. Diese Länder müssen schrumpfen, das ist die einfache Wahrheit. Schrumpfen auf das selbst aufrecht zu erhaltende Lebensniveau und damit auf die entsprechenden Ansprüche bei Lohn und Sozialleistungen um eine Basis für Wirtschaftswachstum zu schaffen. Und was das Wirtschaftsministerium sagt ist egal, wenn der Minister fast nur lügt kann man kaum mehr als Lügen erwarten.

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 21.02.2013 18:33 Uhr

Es geht hier nicht um das Einsparen von ein paar Prozent der Haushaltsausgaben der Staaten ...

Sparen, das hieße 3, 4 vielleicht 5 % weniger auszugeben. Nein, es geht hier um den Ausgleich der in der Zeit des EURO massiv verloren gegangenen Wettbewerbsfähigkeit der PIIGS+F. Diese Anpassungen wären unter normalen Umständen (d.h. dem Vorhandensein der nationalen Währungen) durch die Änderung der Währungsparitäten (Abwertungen) quasi automatisch und ohne größere Friktionsverluste erfolgt - unter dem EURO geht dies nicht. Im Bereich der Gemeinschaftswährung versucht man nun die Wettbewerbsfähigkeit dadurch wieder zu erlangen, dass man die Einkommen mit der großen Keule, genannt "Innere Abwertung", um (je nach Land) bis zu 50 % niederzuknüppeln versucht. Sparen jedenfalls ist das nicht zu nennen, sondern dies ist ein brutaler Amoklauf um "Unmögliches" zu beweisen - nämlich dass disparate Volkswirtschaften und Mentalitäten doch in eine Einheitswährung gepresst werden können. Gewissenlos wird, nur um den EURO zu retten, die wirtschaftliche Existenz vieler Millionen Menschen vernichtet.

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Stefan Scholz
Stefan Scholz (krips) - 21.02.2013 18:29 Uhr

Weniger Schulden =/ Sparen

Vor einigen Jahren schossen südeuropäische Staatsanleihen durch die Decke. Wollen wir dahin zurück? Es steht den südeuropäischen Staaten völlig frei so viele Staatsanleihen aufzulegen wie sie möchten. Offensichtlich will sie nur keiner.

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Alina Duesselman

Keynesianischer Multiplikator ist Milchmädchenrechnung

Sparpolitik heißt nicht, dass Regierung im Strumpf Geld hortet, und dadurch man mit dem Multiplikator rechnen kann. Selbst bei der Geldhortung führt der Multiplikator in die Irre, denn man hortet nicht für immer, sondern gibt später das Geld bei einem größeren Kauf aus.
Sparen in der "modernen" Interpretation heißt einfach weniger Schulden aufnehmen und im besten Fall mit dem Geld auskommen, was man einsammelt.
Die Regierung kann nun mehr ausgeben, indem sie entweder mehr Steuern eintreibt - was die Regierung hier jedoch ausgibt, fehlt dem Steuerzahler in der Tasche - der Multiplikator greift nicht.
Oder die Regierung kann mehr ausgeben, in dem sie mehr Schulden aufnimmt - dadurch nimmt sie dem Gläubiger das Geld, das er selbst ausgeben könnte, oder sie vergrößert die Geldmenge - dadurch verlieren effektiv die Sparer ihr Geld, und können selbst weniger ausgeben - wieder kann man von keinem Multiplikator sprechen.

An sich alles triviale Sachverhalte, braucht man dafür Studien?

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wolf haupricht

Der IWF, vertreten durch Mme Lagarde.....

argumentiert im Vergleich zur EZB und der Bundesbank heute eher politisch, indem Ziele gesetzt werden, wie Krisen bewältigt werden können und gleichzeitig soziale Eckpunkte erfüllt werden, die Anstrengungen zum Schuldenabbau mildern. Früher war der IWF dagegen knallhart, wenn er Geld zur radikalen Gesundung bereitstellte und dies zur Bedingung machte. Siehe Argentinien, Schweden u.a. Seit Lagarde und ihrem Vorgänger Strauss-Kahn hat sich das aber geändert, auch weil europäische Staaten betroffen sind, denen eine Radikaltour erspart werden soll. So ändern sich die Zeiten. Deswegen ist es richtig, wenn D am derzeitigen Kurs, der auch Wachstum fördert festhält. Wer gesündigt hat, muss notfalls abspecken und den Gürtel vorübergehend enger schnallen. Das würde auch der EU guttun, wenn die Subventionen abgebaut und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt wird.

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Florian Lang
Florian Lang (Denkomat) - 21.02.2013 18:14 Uhr

Unsinn mit Unsinn bekämpfen

Niemand zweifelt daran, dass Griechenland durch massiv überhöhte Staatsausgaben seine Finanzen und mit dazu auch gleich seine ganze Wirtschaft ruiniert hat. Aber der einzige Weg, die Staatsausgaben zu senken, ist nun einmal das Sparen. Oder gibt es etwa noch einen anderen?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2013 11:16 Uhr
Florian Lang
Florian Lang (Denkomat) - 22.02.2013 11:16 Uhr

Ja, aber

Das "aber" würde mich interessieren. Was ist damit gemeint?

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harald schneider

Niemand?

dann machen Sie sich doch die Mühe einen Griechen zu fragen ob GR durch "massiv überhöhte Staatsausgaben seine Finanzen" ruiniert hat?
Sie werden bestenfalls ein "ja, aber" hören.

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21.02.2013, 16:52 Uhr

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