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Montis Antrittsbesuch in Berlin Italien nicht mehr ansteckend für Eurozone

11.01.2012 ·  Der neue Ministerpräsident Monti hat Kanzlerin Merkel den „Seelenzustand der Italiener“ erläutert. Trotz der Haushaltsprobleme müsse sich niemand „vor Italien fürchten“. Das Land werde „seinen Beitrag zur Stabilität Europas“ leisten.

Von Manfred Schäfers, Berlin
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Italien rechnet nicht mit einer Belohnung seiner Reformbemühungen durch Deutschland und die übrigen Euro-Partner. Die Italiener hätten die Notwendigkeit von finanzieller Disziplin und marktwirtschaftlichen Reformen begriffen, sagte der Ministerpräsident des Landes, Mario Monti, nach seinem offiziellen Antrittsbesuch bei Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.

Die harten Maßnahmen werden nach seinen Worten Zeit benötigen, bis daraus Wachstum und Beschäftigung entstehen. Er hoffe, dass vorher die Zinsen für italienische Papiere sinken werden. Das dahinter stehende Misstrauen sei nicht mehr berechtigt. Deutschland könne damit rechnen, dass Italien genauso wie andere Länder „seinen Beitrag zur Stabilität und Entwicklung Europas“ leisten werde, versicherte Monti. Es sei wichtig, dass sich niemand trotz der Haushaltsprobleme „vor Italien fürchtet“. Italien sei dank der Reformbemühungen „nicht mehr ansteckend für die Eurozone.“ Er habe bei seinem Antrittsbesuch der Bundeskanzlerin den „Seelenzustand der Italiener“ erläutert, sagte Monti. Die zurückhaltenden Reaktionen der italienischen Öffentlichkeit auf die Sparmaßnahmen seien „ein Zeichen der Reife“.

Merkel lobt Italien

Die Bundeskanzlerin würdigte den Kurswechsel, den die italienische Politik unter Monti vorgenommen hat. Das Land habe „außerordentlich wichtige und bemerkenswerte Maßnahmen“ eingeleitet; sie verfolge die Geschwindigkeit und Substanz der Reformen „mit großen Respekt“, sagte Merkel. „Das ist etwas, was Italien stärken wird.“ Zudem äußerte sich Merkel zuversichtlich, dass die schnelle und solide Arbeit der Regierung in Rom von den Märkten honoriert werd. Deutschland ist nach ihren Worten bereit, zum vorgezogenen Start des dauerhaften Stabilitätsmechanismus ESM „etwas mehr Kapital einzuzahlen“, sollten auch andere Länder mitziehen. Zugleich verwies sie darauf, dass im bestehenden Hilfsfonds EFSF noch 250 Milliarden Euro bereitstünden. Sollte Solidarität erforderlich sein, könnten die Euro-Länder sofort handeln. Im Augenblick sei dies aber nicht der Fall.

Der ehemalige EU-Kommissar ist im November Ministerpräsident von Italien geworden, nachdem Zweifel an der Reformfähigkeit des Landes unter seinem Vorgänger Berlusconi zu stark steigenden Zinsen für italienische Schuldtitel geführt hatten. Das Land ist mit ungefähr 120 Prozent des Bruttoinlandsproduktes verschuldet. Die beiden Regierungschefs verabredeten, sich mit Frankreichs Präsident Sarkozy am 20. Januar in Rom zu treffen.

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Jahrgang 1961, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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