Home
http://www.faz.net/-gqe-7233u
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Möbelkonzern Ikea zieht eigene Hotelkette hoch

Der Möbeldiscounter Ikea will in Kürze eine eigene Hotelkette hochziehen, die künftig mit etablierten Anbietern wie Motel One oder Ibis Hotels konkurrieren soll. Bereits 2013 soll das erste Budget-Design-Hotel in Deutschland eröffnen.

© AP Vergrößern

Der Möbeldiscounter Ikea will in Kürze eine eigene Hotelkette hochziehen, die künftig mit etablierten Anbietern wie Motel One oder Ibis Hotels konkurrieren soll. Bereits 2013 soll das erste Budget-Design-Hotel in Deutschland eröffnen. In den kommenden Jahren werde dann der Aufbau eines eigenständigen Betreibers für den europäischen Markt folgen, der nach Angaben von Inter Ikea mindestens 100 Häuser umfassen soll. In dieser Gesellschaft, einem Schwesterunternehmen des gleichnamigen Möbelkonzerns, ist neben der Verwaltung der Markenrechte auch das Immobiliengeschäft gebündelt.

Ulrich Friese Folgen:  

„Wir werden in wenigen Wochen den ersten Standort für unser Budget-Hotel in Deutschland verkünden und stehen mit Hotelbetreibern in Verhandlungen, um unser Konzept zügig umzusetzen“, bestätigt Harald Müller, der für dieses Projekt zuständige Manager von Inter Ikea, der F.A.Z. Die in Brüssel residierende Immobiliengesellschaft will die geplante Hotelkette, die laut Müller „mit einem neuen Namen ohne Bezug zu Ikea“ starten wird, als alleiniger Investor in Eigenregie hochziehen. Die gewünschten Partner aus der Hotellerie sollen dagegen ihre Expertise im Tagesgeschäft einbringen und möglichst am wirtschaftlichen Erfolg des neuen Ikea-Projekts beteiligt werden. Die damit verbundenen Investitionen bezifferte Müller nicht. Kenner des Projekts veranschlagen diesen Betrag jedoch mit mindestens 1 Milliarde Euro.

Mehr zum Thema

Die Budget-Design-Häuser sind in Europa das mit Abstand wachstumsträchtigste Segment im Hotelsektor, das seit Jahren durchweg zweistellige Zuwachsraten bei Buchungen und Umsatz vorweist. Im Vergleich zu Großbritannien oder Frankreich weist vor allem der deutsche Hotelmarkt das größte Wachstumspotential in Westeuropa auf. Vorreiter hierzulande ist Motel One. 1998 eröffnete der ehemalige Accor-Hotelmanager Dieter Müller das erste Budget-Design-Hotel. Sein Angebot aus preiswerten, aber in striktem Einheitsstil gestalteten Unterkünften in attraktiven Innenstadtlagen kommt vor allem bei kostenbewussten Managern und Städtetouristen zunehmend gut an.

Inzwischen verfügt die Motel One-Gruppe über 38 Häuser mit insgesamt 8100 Zimmern und will vor allem in europäischen Großstädten wie London oder Paris expandieren. Dabei erreicht die durchschnittliche Auslastung der Zimmer mit bis zu 80 Prozent Spitzenwerte in der deutschen Hotellerie. Nach einer gängigen Faustregel in der Branche erwirtschaften Betreiber ab einer Auslastung von mehr als 60 Prozent auskömmliche Margen. Gegenwärtig erreichen die Budget-Design-Hotels in Deutschland einen Marktanteil von nur zehn Prozent. Angesichts der Spardisziplin von Unternehmen werden die Wachstumschancen als entsprechend günstig beurteilt.

Inspiriert vom Erfolg von Motel One und der in Europa ebenfalls erfolgreichen Wettbewerber wie B&B Hotels aus Frankreich oder der zum Accor-Konzern gehörenden Hotelkette Ibis schweben auch Inter Ikea-Manager Müller ähnlich hohe Gewinnspannen vor.

Flankierend zum Hotelprojekt will die Ikea-Gesellschaft zudem auch Studentenapartments in diversen Universitätsstädten zu bauen. Diese Objekte sollen möglichst auf den von der jeweiligen Universität gepachteten Grundstücken errichtet werden. „Wir bewirtschaften die von uns gestalteten Gebäude nur für einen befristeten Zeitraum und übergeben dann die Objekte zum symbolischen Wert von einem Euro an die Universität, die sie weiter betreiben kann“, erläutert Müller das Konzept.

Der Möbeldiscounter Ikea und die Schwestergesellschaft Inter Ikea wurden vom schwedischen Geschäftsmann Ingvar Kamprad gegründet. Sie firmieren als rechtlich selbständige Stiftungen und betreiben ihr operatives Geschäft unabhängig voneinander. Für die Rechte am Markennamen des Möbelhauses hat Inter Ikea kürzlich einen Betrag von 9 Milliarden Euro aufgewendet (F.A.Z. vom 11. August). Dieser Betrag ist sozusagen der Wert der Marke Ikea.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hotel-Einrichterin Eine Bühne für die Gäste

Gäste sollen sich in Hotels wohlfühlen. Dazu muss die Einrichtung ihnen eine Story erzählen. Die Innenarchitektin Barbara Meyer-Kosfeld aus Königstein denkt sich diese Geschichten aus. Mehr

08.09.2014, 13:30 Uhr | Rhein-Main
Marihuana aus dem Automaten

Im amerikanischen Bundesstaat Colorado geht in Kürze der weltweit erste Marihuana-Automat in Betrieb. Bestückt mit Gras und allerlei THC-haltigen Produkten soll er in Kürze in Apotheken stehen. Mehr

15.04.2014, 13:25 Uhr | Aktuell
Mittelstandsanleihen-Ticker Scope stuft IPSAK herab - auch bei Hahn und Stern möglich

Feri stuft die Anleihe der MS Deutschland auf CC herab. Mifa steckt erwartungsgemäß in den roten Zahlen. Halhuber verbessert Ertrag und Umsatz. Mehr

18.09.2014, 17:50 Uhr | Finanzen
Palästinenser kehren in zerstörte Häuser zurück

Eine dreitägige Kampfpause soll Verhandlungen für einen dauerhaften Waffenstillstand ermöglichen. Die Bewohner in Gaza kehren in ihre Häuser zurück, sie erwartet ein Bild der Zerstörung. Mehr

05.08.2014, 18:16 Uhr | Politik
Hotel Zuhause bei RTL Bitte spontan spaßig sein

Warum sind Impro-Shows bloß so anstrengend? Die RTL-Comedyreihe Hotel Zuhause ist nichts anderes als eine lauwarme Neuauflage der Schillerstraße. Mehr

07.09.2014, 19:40 Uhr | Feuilleton
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 13.08.2012, 17:02 Uhr

Gabriels Kampf für den Freihandel

Von Ralph Bollmann

Das Freihandelsabkommen mit dem geheimnisvollen Namen TTIP wird zur größten Herausforderung für Sigmar Gabriel. Die Zukunft des SPD-Chefs Sigmar Gabriel hängt jetzt am Abkommen mit Amerika. Mehr 2 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Alibaba lässt Amazon und Ebay alt aussehen

Alibaba geht an die Börse. Die Erwartungen an den Internetriesen sind groß. Das ist nicht unberechtigt: Die Chinesen haben schon jetzt mehr aktive Nutzer und einen höheren Gewinn als Amazon und Ebay. Mehr Von Anne-Christin Sievers 1

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden