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Möbelkonzern : Ikea zieht eigene Hotelkette hoch

Bild: AP

Der Möbeldiscounter Ikea will in Kürze eine eigene Hotelkette hochziehen, die künftig mit etablierten Anbietern wie Motel One oder Ibis Hotels konkurrieren soll. Bereits 2013 soll das erste Budget-Design-Hotel in Deutschland eröffnen.

          Der Möbeldiscounter Ikea will in Kürze eine eigene Hotelkette hochziehen, die künftig mit etablierten Anbietern wie Motel One oder Ibis Hotels konkurrieren soll. Bereits 2013 soll das erste Budget-Design-Hotel in Deutschland eröffnen. In den kommenden Jahren werde dann der Aufbau eines eigenständigen Betreibers für den europäischen Markt folgen, der nach Angaben von Inter Ikea mindestens 100 Häuser umfassen soll. In dieser Gesellschaft, einem Schwesterunternehmen des gleichnamigen Möbelkonzerns, ist neben der Verwaltung der Markenrechte auch das Immobiliengeschäft gebündelt.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Wir werden in wenigen Wochen den ersten Standort für unser Budget-Hotel in Deutschland verkünden und stehen mit Hotelbetreibern in Verhandlungen, um unser Konzept zügig umzusetzen“, bestätigt Harald Müller, der für dieses Projekt zuständige Manager von Inter Ikea, der F.A.Z. Die in Brüssel residierende Immobiliengesellschaft will die geplante Hotelkette, die laut Müller „mit einem neuen Namen ohne Bezug zu Ikea“ starten wird, als alleiniger Investor in Eigenregie hochziehen. Die gewünschten Partner aus der Hotellerie sollen dagegen ihre Expertise im Tagesgeschäft einbringen und möglichst am wirtschaftlichen Erfolg des neuen Ikea-Projekts beteiligt werden. Die damit verbundenen Investitionen bezifferte Müller nicht. Kenner des Projekts veranschlagen diesen Betrag jedoch mit mindestens 1 Milliarde Euro.

          Die Budget-Design-Häuser sind in Europa das mit Abstand wachstumsträchtigste Segment im Hotelsektor, das seit Jahren durchweg zweistellige Zuwachsraten bei Buchungen und Umsatz vorweist. Im Vergleich zu Großbritannien oder Frankreich weist vor allem der deutsche Hotelmarkt das größte Wachstumspotential in Westeuropa auf. Vorreiter hierzulande ist Motel One. 1998 eröffnete der ehemalige Accor-Hotelmanager Dieter Müller das erste Budget-Design-Hotel. Sein Angebot aus preiswerten, aber in striktem Einheitsstil gestalteten Unterkünften in attraktiven Innenstadtlagen kommt vor allem bei kostenbewussten Managern und Städtetouristen zunehmend gut an.

          Inzwischen verfügt die Motel One-Gruppe über 38 Häuser mit insgesamt 8100 Zimmern und will vor allem in europäischen Großstädten wie London oder Paris expandieren. Dabei erreicht die durchschnittliche Auslastung der Zimmer mit bis zu 80 Prozent Spitzenwerte in der deutschen Hotellerie. Nach einer gängigen Faustregel in der Branche erwirtschaften Betreiber ab einer Auslastung von mehr als 60 Prozent auskömmliche Margen. Gegenwärtig erreichen die Budget-Design-Hotels in Deutschland einen Marktanteil von nur zehn Prozent. Angesichts der Spardisziplin von Unternehmen werden die Wachstumschancen als entsprechend günstig beurteilt.

          Inspiriert vom Erfolg von Motel One und der in Europa ebenfalls erfolgreichen Wettbewerber wie B&B Hotels aus Frankreich oder der zum Accor-Konzern gehörenden Hotelkette Ibis schweben auch Inter Ikea-Manager Müller ähnlich hohe Gewinnspannen vor.

          Flankierend zum Hotelprojekt will die Ikea-Gesellschaft zudem auch Studentenapartments in diversen Universitätsstädten zu bauen. Diese Objekte sollen möglichst auf den von der jeweiligen Universität gepachteten Grundstücken errichtet werden. „Wir bewirtschaften die von uns gestalteten Gebäude nur für einen befristeten Zeitraum und übergeben dann die Objekte zum symbolischen Wert von einem Euro an die Universität, die sie weiter betreiben kann“, erläutert Müller das Konzept.

          Der Möbeldiscounter Ikea und die Schwestergesellschaft Inter Ikea wurden vom schwedischen Geschäftsmann Ingvar Kamprad gegründet. Sie firmieren als rechtlich selbständige Stiftungen und betreiben ihr operatives Geschäft unabhängig voneinander. Für die Rechte am Markennamen des Möbelhauses hat Inter Ikea kürzlich einen Betrag von 9 Milliarden Euro aufgewendet (F.A.Z. vom 11. August). Dieser Betrag ist sozusagen der Wert der Marke Ikea.

          Quelle: F.A.Z.

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