Die Eingliederung des bisher in Lizenz vergebenen Geschäfts mit Accessoires hat dem Modekonzern Hugo Boss im ersten Halbjahr ein unerwartet deutliches Umsatzwachstum gebracht. Für das Gesamtjahr bleibt das schwäbische Unternehmen aber vorsichtig.
Der Konzernumsatz sei um neun Prozent auf 554 Millionen Euro gewachsen, teilte Boss am Donnerstag in Metzingen mit. Rund ein Drittel des Umsatzzuwachses stammen aus dem zusätzlichen Geschäft mit Socken, Wäsche, Schuhen, Strick- und Lederwaren. Analysten hatten im Durchschnitt nur mit 533 Millionen Euro Umsatz gerechnet. „Damit hat das Unternehmen in wichtigen Märkten weiter Marktanteile gewonnen", teilte Boss mit.
Hugo Boss wächst in Deutschland gegen den Trend
Mit 39,3 Millionen Euro lag auch der Halbjahresgewinn nach Steuern leicht über den Prognosen. Im Vergleich zum Vorjahr fiel er fünf Prozent größer aus. Für das zweite Quartal, in dem Boss auf Grund der Bestellzyklen des Handels regelmäßig rote Zahlen zeigt, errechnet sich ein Verlust von 5,0 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis legte im ersten Halbjahr 2004 von 49,3 auf 61,5 Millionen Euro zu.
In Deutschland steigerte Hugo Boss den Umsatz trotz rückläufiger Marktentwicklung um 8 Prozent auf 129 Millionen Euro. Im Ausland legten die Erlöse um 12 Prozent auf 252 Millionen Euro zu.
Umsatzsprung bei der Damenmode
Die lange verlustträchtige Damenmodesparte „Boss Woman“ schloß bei einem Umsatzplus von 47 Prozent auf 32 Millionen Euro mit einem operativen Ergebnis von 0,7 (Vorjahr: minus 3,2 Millionen) Euro ab. „Die erfreulichen Entwicklungen zeigen die Lust unserer Kunden auf Hugo-Boss-Produkte und besonders auf unsere Damenmode", erklärte Vorstandschef Bruno Sälzer.
Der Umsatzzuwachs im ersten Halbjahr hat Hugo Boss für 2004 etwas mutiger gemacht. Von Währungseffekten abgesehen werde der Umsatz in diesem Jahr zulegen, hieß es im Zwischenbericht. Bis zuletzt hatte Boss nur von einem leichten Umsatzzuwachs gesprochen. Das Ergebnis werde ebenfalls zulegen.