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Mobillfunkmarkt Was die Fusion von E-Plus und O2 den Kunden bringen könnte

O2, E-Plus, Base: Alle gehören künftig zu einem Unternehmen. Bringt das den Kunden günstigere Preise? Oder ein besseres Netz? Was sich jetzt schon abschätzen lässt.

© AFP Vergrößern Machen die Spanier von Telefónica das Telefonieren billiger? Ein Mann telefoniert auf der Handy-Messe in Barcelona.

Der O2-Betreiber Telefónica kauft E-Plus. Das betrifft nicht nur Kunden, die ihren Vertrag mit E-Plus geschlossen haben. Zu dem Unternehmen gehören auch die Marken Base, Simyo, Ay Yildiz und Blau.de. Wenn die Kartellbehörden den Kauf erlauben, entsteht ein neuer Marktführer in Deutschland, denn das gemeinsame Unternehmen wird mehr Kunden haben als die Telekom und Vodafone. Steigen dann die Preise? Werden die Netze besser? Die Firmen selbst sagen noch nicht viel, aber manches lässt sich schon abschätzen.

Wird der Empfang besser?

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E-Plus ist für sein lückenhaftes Netz bekannt. Vor allem außerhalb der Städte kommen die Kunden oft nur langsam ins Internet, wie die Fachzeitschrift Connect in ihrem jüngsten „Netztest“ festgestellt hat. Nach der Fusion werden E-Plus und O2 ihre Netze wahrscheinlich kombinieren. Dann können die E-Plus-Kunden von dem besseren gemeinsamen Netz profitieren.

Für O2-Kunden sind die Auswirkungen nicht so klar. Zwar werden auch sie an einigen Stellen davon profitieren, dass sie das heutige E-Plus-Netz nutzen können. Aber für sie gibt es auch eine Gefahr. Jede Handy-Antenne schafft nur eine gewisse Datengeschwindigkeit für alle Kunden zusammen. Künftig werden sie diese Geschwindigkeit wahrscheinlich mit den E-Plus-Kunden teilen müssen. Darum könnte es für die O2-Kunden an einigen Stellen langsamer werden. Sie müssen hoffen, dass das neue Unternehmen das Netz schnell genug ausbaut.

Sinken die Preise?

Zwei Möglichkeiten sind denkbar. Das gemeinsame Unternehmen ist auf dem Markt stärker, könnte also einerseits seine Preise erhöhen. Andererseits könnte es seine Preise senken, weil es geringere Kosten hat: Ein Mobilfunknetz zu unterhalten ist billiger als zwei. Zudem fällt ein Teil der so genannten “Terminierungsentgelte“ weg, die anfallen, wenn Telefonverbindungen zwischen den Netzen aufgebaut werden (bisher auch zwischen E-Plus und O2).  Torsten Gerpott,  Professor für Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen glaubt, dass die Preise sinken müssen: „Eine Preiserhöhung lässt sich im Markt nicht durchsetzen.“

Und wie ist es im Ausland? Um die Preise fürs „Roaming“ herrscht gerade relativ starker Wettbewerb. Während die EU einige Preise fürs Telefonieren und Surfen vorschreibt, schnüren viele Netzbetreiber Pakete zum Daten-Roaming, die zwar noch relativ teuer sind, aber nach und nach günstiger werden. Das fällt Netzbetreibern leichter, wenn sie zu einem internationalen Konzern gehören, der in vielen Ländern präsent ist. Telefónica ist da viel internationaler als die derzeitige E-Plus-Muttergesellschaft KPN. Darum rechnet Telekommunikations-Professor Gerpott damit, dass E-Plus-Kunden auf Dauer profitieren werden.

Ändert sich meine Telefonnummer?

An den Telefonnummern wird sich aller Voraussicht nach nichts ändern. Schon seit einigen Jahren sind die Nummern unabhängig von den Firmen: Kunden können heute schon ihre Telefonnummer mitnehmen, wenn sie von einem Netzbetreiber zum anderen wechseln.

Kann ich auf besseren Kundenservice hoffen?

Der Kundenservice ist seit Jahren ein Problem mit allen Telekommunikationsfirmen. Dass sich das mit einer Fusion ändert, ist unwahrscheinlich.

Muss ich mich an eine neue Marke gewöhnen?

Zwar wird E-Plus übernommen, aber das heißt nicht unbedingt, dass die Marken verschwinden. O2-Betreiber Telefónica selbst kündigt ein „Mehr-Marken-Portfolio“ an. Darum ist denkbar, dass Kunden der Billigmarken Base und Simyo oder der türkisch orientierten Marke Ay Yildiz keine Umstellung bemerken. Schwierig wird es nach Einschätzung von Telekommunikations-Professor Gerpott allerdings, die beiden Kernmarken O2 und E-Plus gleichzeitig zu betreiben. E-Plus hat seine Kernmarke in den vergangenen Jahren sowieso schon so weit in den Hintergrund gerückt, dass diese Marke vollends wegfallen könnte.

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Quelle: FAZ.NET

 
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