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Mobilfunk Lizenzen unterm Hammer

09.08.2006 ·  Die Deutsche Telekom bereitet sich auf eine gewaltige Investition vor: Sie will die größte Auktion von amerikanischen Handy-Lizenzen aller Zeiten für sich entscheiden.

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Die Deutsche Telekom bereitet sich auf eine weitere gewaltige Investition auf dem amerikanischen Markt vor: An diesem Mittwoch beginnt die größte Versteigerung von Mobilfunklizenzen, die es in Amerika jemals gegeben hat, und die Telekom dürfte mit ihrer dortigen Tochtergesellschaft T-Mobile USA zu den aggressivsten Bietern gehören.

Allein dafür muß sie nach Schätzungen der Investmentbank Morgan Stanley bis zu 7 Milliarden Dollar ausgeben. Andere Analysten rechnen mit 3 bis 5 Milliarden Dollar. Ein hoher Beitrag kommt dann noch für den Netzaufbau in den neu erschlossenen Gebieten hinzu. Daher könnte sich das Gesamtvolumen der Investition in den kommenden Jahren auf rund 10 Milliarden Dollar steigern. Ein Betrag, der aber nach Ansicht der Ratingagentur Moody's von der Telekom durchaus zu bewältigen wäre, ohne daß sich das solide Rating des Unternehmens ändern würde.

Die für Telekommunikation zuständige amerikanische Regierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) gibt in der jetzt beginnenden Auktion neue Funkfrequenzen. Dieses kann dann unter anderem für Mobilfunkdienste der dritten Generation - in Deutschland besser bekannt als UMTS - genutzt werden. In der Branche wird erwartet, daß die Regierung damit gut 15 Milliarden Dollar einnimmt. Insgesamt 168 Bieter machen bei der Versteigerung mit, die sich länger als einen Monat hinziehen dürfte.

Höhere Anzahlung als alle Konkurrenten

Die Deutsche Telekom hat bereits mit einer hohen Anzahlung im Vorfeld der Auktion ihr großes Interesse an den zusätzlichen Frequenzen signalisiert: T-Mobile hat 583 Millionen Dollar hinterlegt und damit mehr als jeder andere Mobilfunkanbieter. Die Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom ist mit etwas mehr als elf Millionen Kunden der mit Abstand kleinste Anbieter auf dem amerikanischen Mobilfunkmarkt hinter Cingular (28 Millionen Kunden), Verizon (26 Millionen) und Sprint Nextel (knapp 25 Millionen).

Marktführer Cingular hat 500 Millionen Dollar angezahlt, bei Verizon waren es 383 Millionen Dollar. Die drei Wettbewerber verfügen bereits über erheblich mehr Funkfrequenzen als T-Mobile und stehen daher nicht so unter Druck. Sie könnten aber die Gebote in einigen Gegenden in die Höhe treiben, die für die Telekom sehr wichtig sind. Die Anzahlungen verpflichten nicht zu tatsächlichen Geboten in dieser Höhe. Die FCC hat insgesamt 4,3 Milliarden Dollar vorab bekommen.

Erfolg zwingend notwendig

Für die Deutsche Telekom ist ein Erfolg bei der Ausschreibung in den Vereinigten Staaten zwingend notwendig. Nur den hohen Zuwachsraten im amerikanischen Mobilfunkgeschäft hat es der Konzern zu verdanken, daß er trotz schwindender Erlöse aus dem Festnetz und deutlicher Einbußen in der Geschäftskundensparte T-Systems im ersten Quartal Umsatz und Gewinn weiter steigern konnte. Doch die Neukundenzahlen sind zuletzt auch in Amerika leicht zurückgegangen.

Die hohe Vorauszahlung berechtigt T-Mobile jetzt schon dazu, um mehr Frequenzen mitbieten zu können als die beiden großen Konkurrenten Cingular Wireless und Verizon. Nicht nur aus taktischen Gründen, auch wegen der strengen Auflagen der FCC, verweigert der Konzern jeden Kommentar zu den möglichen Gesamtkosten der Auktion.

Quelle: F.A.Z., 09.08.2006, Nr. 183 / Seite 9, jcw., bü., lid.
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