Die Finanzaufsicht nimmt den Kurssturz der MobilCom-Aktie vom Dienstag ins Visier. Es bestehe der Verdacht, dass es illegale Geschäfte (Insiderhandel) mit den Papieren gegeben habe, sagte Thomas Eufinger von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) am Mittwoch.
Daher prüfe die Behörde, ob es vor der Ankündigung von France Télécom, die Zusammenarbeit mit MobilCom beim Aufbau des UMTS-Netzes zu beenden, auffällige Kursbewegungen gegeben habe. Die Aktie war am Dienstag bei hohen Umsätzen um 46 Prozent eingebrochen. Die BAFin-Analysten prüfen jetzt, ob Insider vor Bekanntgabe der Nachricht möglicherweise ihr Wissen für Börsengeschäfte missbraucht haben. In der Regel dauert diese so genannte Voruntersuchung zwei Wochen.
Erhärtet sich der Verdacht, folgt eine formelle Untersuchung. Erst wenn diese zum Erfolg führt, übergibt die BAFin ihre Ergebnisse an die Staatsanwaltschaft. 2001 hatte die Behörde in über 1000 Fällen eine Voruntersuchung eingeleitet. Daraus ergaben sich 55 formelle Untersuchungen und schließlich 25 Fälle, die an die Staatsanwaltschaft weitergereicht wurden.