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Mobilfunk France Télécom beendet die Partnerschaft

 ·  Großaktionär France Télécom kündigt die Zusammenarbeit. Mobilcom droht damit die Insolvenz. Die Aktie schlingert, Insiderhandel ist denkbar.

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Im Streit mit dem Mobilfunkunternehmen Mobilcom und dessen Chef Gerhard Schmid zieht Großaktionär France Télécom die Notbremse. France Télécom kündigte die mit Mobilcom für den Aufbau des UMTS-Mobilfunks in Deutschland geschlossene Kooperation. Damit hat der Konflikt zwischen den beiden Unternehmen seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht.

Als Grund für diesen Schritt nannte der französische Telekommunikationskonzern „mehrmalige Verletzung des Rahmenabkommens durch Mobilcom und Schmid“, was das Vertrauensverhältnis zwischen den Parteien geschädigt habe. Daher habe France Télécom nun das Recht, das Abkommen zu beenden.

France Télécom will Insolvenz von Mobilcom vermeiden - vorerst

France Télécom, die über ihre Mobilfunktochter Orange mit 28,5 Prozent an Mobilcom beteiligt ist, bekräftige zugleich, dass die Liquiditätsversorgung für Mobilcom vorerst aufrecht erhalten werden solle, um die Gesellschaft vor der sonst drohenden Insolvenz zu bewahren.

Das Unternehmen kündigte am Dienstagabend in Paris an, weiter mit den Banken verhandeln zu wollen und Mobilcom eine „begrenzte finanzielle Unterstützung“ zukommen zu lassen. Dies dürfe aber nicht dazu führen, dass France Télécom Schulden entstünden, betonte Finanzchef Jean-Louis Vinciguerra. „Sollte jedoch nicht schnell eine Lösung gefunden werden, so ist klar, dass Mobilcom insolvent wird“, schränkte der Finanzchef ein. Eine Insolvenz der deutschen Firma würde auch dem Großaktionär schaden. Zum 31. Dezember lag die Nettoverschuldung der Franzosen bei 60 Milliarden Euro.

Mobilcom kündigt juristische Schritte an

Mobilcom wies den Vorwurf der Vertragsverletzung zurück. Es lägen keine Vertragsverstöße vor, die eine Beendigung des Kooperationsvertrages rechtfertigen würden, hieß es in einer Mitteilung des Büdelsdorfer Unternehmens. Mobilcom kündigte zudem an, die Kündigung des Vertrags seitens France Télécom juristisch prüfen zu lassen. Begrüßt wurde jedoch, dass der französische Konzern die Gespräche mit den Banken fortsetzen wolle.

Aktie im Sinkflug - Insiderverdacht

Der Kurs der Mobilcom-Aktie brach am Dienstag Abend um knapp 50 Prozent auf 7,29 Euro ein, bevor sie aus dem Handel genommen wurde. Am Mittwoch wurde der Titel wieder gehandelt und startete mit erheblichen Kursschwankungen. Der Handel mit der Aktie gleiche einem Roulettespiel, sagten Börsenhändler.

Unterdessen hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen wegen des Kursverlaufs der Aktie Voruntersuchungen eingeleitet. Der Kursverlauf gebe Anlass, sich den Fall anzusehen, sagte ein Sprecher der Wertpapieraufsicht des BAFin. Dabei handele es sich noch nicht um eine formelle Untersuchung. Diese würde erst dann eingeleitet, wenn konkrete Anhaltspunkte für Insiderhandel vorlägen. Die Wertpapieraufsicht überprüfe, wann France Télécom die Nachricht über das Ende der Zusammenarbeit mit Mobilcom veröffentlicht habe und es ob im Vorfeld zu auffälligen Transaktionen an der Börse gekommen sei.

Der lange Streit über die UMTS-Finanzierung

Mobilcom hatte im August 2000 mit Hilfe von France Télécom für 8,4 Milliarden Euro eine der deutschen UMTS-Lizenzen erworben. Über die darüber hinaus gehenden Investitionen waren beide Unternehmen schließlich in Streit geraten. Während Schmid bis Ende 2003 bis zu 1,6 Milliarden Euro in den Netzaufbau investieren wollte, wollte die hoch verschuldete France Télécom die Ausgaben möglichst strecken.

Seitdem hatte France Télécom nach Möglichkeiten gesucht, um Mobilcom-Chef Gerhard Schmid aus dem von ihm gegründeten Unternehmen auszukaufen, ohne dass dadurch der eigene Schuldenstand steigt. Bei Mobilcom stehen Ende Juli Darlehen über 4,7 Milliarden Euro zur Umschuldung an.

France Télécoms gescheiterter Ablöseversuch

Am vergangenen Freitag war France Télécom bei einer Sitzung des Aufsichtsrats mit dem Versuch gescheitert, Schmid an der Mobilcom-Spitze abzulösen. Sprecher von France Télécom hatten das als „sehr enttäuschend“ und „schwerwiegenden Vorgang“ bezeichnet. Zuvor hatte die Mobilcom-Hauptversammlung Schmid die Entlastung verweigert. Der Mobilcom-Gründer und seine Ehefrau halten knapp 50 Prozent der Aktien und wollen sie zu einem Kurs von 22 Euro abgeben. Diesen Preis wollten die Franzosen offenbar nicht zahlen und die Mobilcom-Schulden nicht in ihre Bilanz aufnehmen.

Über eine bevorstehende Kündigung des Kooperationsabkommens war spekuliert worden, nachdem Mobilcom-Chef Schmid auf angebliche Zusagen von France Télécom über Milliardeninvestitionen in den UMTS-Aufbau beharrte.

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