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Veröffentlicht: 14.02.2012, 12:28 Uhr

Minus 6,8 Prozent Griechische Wirtschaft stürzt in den Abgrund

Mit einem solchen Einbruch hatte niemand gerechnet: Die Wirtschaftsleistung des hochverschuldeten Landes ist im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent gesunken. Die Sparpolitik sei Schuld, wettern viele Griechen. Doch die internationalen Geldgeber fordern weitere Einschnitte.

© Röth, Frank Kräne im Hafen von Piräus

Die Wirtschaftsleistung Griechenlands ist im vergangenen Jahr abermals erheblich eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 6,8 Prozent zurück, teilte die griechische Statistikbehörde (Elstat) am Dienstag in Athen mit. Die griechische Zentralbank war bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaft des Landes „nur“ um knapp vier Prozent geschrumpft sei, die Regierung ging von 5,5 Prozent aus. Bereits 2010 war die Wirtschaft um 4,5 Prozent geschrumpft.

Als eine wesentliche Ursache der rasanten Talfahrt gilt die von den internationalen Geldgebern des Landes vereinbarte Sparpolitik, die die griechische Wirtschaft mittelfristig wettbewerbsfähig machen soll, zunächst aber die Wirtschaftsleistung bremst.

Gewaltsame Proteste in Athen

Griechenland steht kurz vor der Zahlungsunfähigkeit und braucht ein neues Hilfspaket von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF), das mindestens 130 Milliarden Euro umfassen soll. Im Gegenzug üben die beiden Geldgeber erheblichen Druck auf Athen aus, sich auf konkrete Einschnitte und Reformen zu verpflichten - ansonsten werde kein frisches Geld fließen.

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Die griechische Regierung beschloss daher nach zähen Verhandlungen und begleitet von gewaltsamen Protesten ein Sparpaket über 3,3 Milliarden Euro. Noch aber monieren die Geldgeber, dass 325 Millionen Euro davon bislang nicht durch konkrete Haushaltschritte untermauert seien.

Infografik / Griechenlands Sparprogramm © dpa Vergrößern Griechenlands geplante Einsparungen

Um dies nachzuholen, will die Regierung von Ministerpräsident Lukas Papademos am Dienstagnachmittag zusammenkommen. Ein entsprechender Vorschlag liege auf dem Tisch, sagte ein Regierungsvertreter, ohne Details zu nennen. Das Ergebnis werde den Finanzministern des Euroraums wie verlangt am Mittwoch präsentiert.

Vor wenigen Tagen war bereits bekannt geworden war, dass die Arbeitslosigkeit in Griechenland weiter gestiegen ist. Die Quote beträgt mittlerweile 20,9 Prozent, das sind 7 Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren. In der Gruppe der bis zu 24 Jahre alten erwerbsfähigen Griechen liegt sie sogar bei fast 50 Prozent.
 

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Von Sebastian Balzter

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