http://www.faz.net/-gqe-6xogl

Minus 6,8 Prozent : Griechische Wirtschaft stürzt in den Abgrund

  • Aktualisiert am

Kräne im Hafen von Piräus Bild: Röth, Frank

Mit einem solchen Einbruch hatte niemand gerechnet: Die Wirtschaftsleistung des hochverschuldeten Landes ist im vergangenen Jahr um 6,8 Prozent gesunken. Die Sparpolitik sei Schuld, wettern viele Griechen. Doch die internationalen Geldgeber fordern weitere Einschnitte.

          Die Wirtschaftsleistung Griechenlands ist im vergangenen Jahr abermals erheblich eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 6,8 Prozent zurück, teilte die griechische Statistikbehörde (Elstat) am Dienstag in Athen mit. Die griechische Zentralbank war bis vor kurzem noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaft des Landes „nur“ um knapp vier Prozent geschrumpft sei, die Regierung ging von 5,5 Prozent aus. Bereits 2010 war die Wirtschaft um 4,5 Prozent geschrumpft.

          Als eine wesentliche Ursache der rasanten Talfahrt gilt die von den internationalen Geldgebern des Landes vereinbarte Sparpolitik, die die griechische Wirtschaft mittelfristig wettbewerbsfähig machen soll, zunächst aber die Wirtschaftsleistung bremst.

          Gewaltsame Proteste in Athen

          Griechenland steht kurz vor der Zahlungsunfähigkeit und braucht ein neues Hilfspaket von der EU und dem Internationalen Währungsfonds (IWF), das mindestens 130 Milliarden Euro umfassen soll. Im Gegenzug üben die beiden Geldgeber erheblichen Druck auf Athen aus, sich auf konkrete Einschnitte und Reformen zu verpflichten - ansonsten werde kein frisches Geld fließen.

          Die griechische Regierung beschloss daher nach zähen Verhandlungen und begleitet von gewaltsamen Protesten ein Sparpaket über 3,3 Milliarden Euro. Noch aber monieren die Geldgeber, dass 325 Millionen Euro davon bislang nicht durch konkrete Haushaltschritte untermauert seien.

          Griechenlands geplante Einsparungen
          Griechenlands geplante Einsparungen : Bild: dpa

          Um dies nachzuholen, will die Regierung von Ministerpräsident Lukas Papademos am Dienstagnachmittag zusammenkommen. Ein entsprechender Vorschlag liege auf dem Tisch, sagte ein Regierungsvertreter, ohne Details zu nennen. Das Ergebnis werde den Finanzministern des Euroraums wie verlangt am Mittwoch präsentiert.

          Vor wenigen Tagen war bereits bekannt geworden war, dass die Arbeitslosigkeit in Griechenland weiter gestiegen ist. Die Quote beträgt mittlerweile 20,9 Prozent, das sind 7 Prozentpunkte mehr als vor zwei Jahren. In der Gruppe der bis zu 24 Jahre alten erwerbsfähigen Griechen liegt sie sogar bei fast 50 Prozent.
           

          Quelle: FAZ.NET

          Weitere Themen

          Österreichs Wirtschaft frohlockt

          Neue Regierung : Österreichs Wirtschaft frohlockt

          Die neue Regierung aus ÖVP und FPÖ könnte den Standort Österreich in die Top-Liga zurückführen, glauben österreichische Geschäftsleute. Die Volkswirte sehen das allerdings deutlich skeptischer.

          Ab ins All Video-Seite öffnen

          Neue ISS-Mitglieder : Ab ins All

          Die Internationale Raumstation bekommt Verstärkung. Die neuen Crew-Mitglieder starteten am Sonntag vom Weltraumbahnhof Baikonur. Für die ISS steht derweil ein wichtiger Jahrestag bevor.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Nach dem Brexit : Stopft Deutschland das Loch im EU-Haushalt?

          Mit dem Brexit wird sich der EU-Haushalt stärker verändern als je zuvor: Ohne die Zahlungen des Vereinigten Königreichs werden der Europäischen Union viele Milliarden fehlen. An Reformen führt kein Weg vorbei.

          Aufregung um Schriftzug : „Es wurde so bestellt und auch so geliefert“

          Der neue Panzerwagen der Polizei Sachsen ist im Innern mit altdeutsch anmutender Schrift und Logo geschmückt. Ein Indiz für rechtskonservative Attitüde? Die Aufregung ist groß und Verantwortung will zunächst niemand dafür übernehmen. Dann äußert sich das LKA.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.