http://www.faz.net/-gqe-6z1iu

Milliardenübernahme : Facebook kauft Fotodienst Instagram

Foto-App Instagram: Die Anwendung erlaubt es Nutzern, ihre mit dem Smartphone aufgenommenen Fotos mit Filtern und Effekten zu bearbeiten und dann ins Internet zu stellen. Instagram hat inzwischen 30 Millionen Nutzer. Allerdings erwirtschaftet das Unternehmen mit etwa einem Dutzend Mitarbeitern kaum Umsatz. Bild: AFP

Kurz vor dem geplanten Börsengang wagt das soziale Netzwerk Facebook noch eine dicke Übernahme: Das Unternehmen schluckt für rund 1 Milliarde Dollar den Fotodienst Instagram. Allerdings solle kein Instagram-Nutzer gezwungen werden, Facebook zu nutzen.

          Das kurz vor dem Börsengang stehende amerikanische Internetunternehmen Facebook hat die bislang mit Abstand größte Akquisition seiner Geschichte angekündigt: Facebook teilte am Montag mit, den Fotodienst Instagram für eine Milliarde Dollar zu kaufen. Der Preis soll in bar und in eigenen Aktien bezahlt werden. Facebook zahlt damit eine stattliche Summe für ein Unternehmen, das nicht einmal zwei Jahre alt ist und bislang kaum Umsätze erzielt. Mit dem Instagram-Zukauf wird Facebook aber einen der populärsten Fotodienste für internetfähige Handys (Smartphones) erwerben. Instagram hatte zuletzt nach eigener Aussage mehr als 30 Millionen Nutzer.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Facebook-Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg nannte den Zukauf einen „wichtigen Meilenstein“. „Es ist das erste Mal, dass wir ein Produkt und ein Unternehmen mit so vielen Nutzern akquiriert haben“, schrieb er auf seinem eigenen Facebook-Profil. Zuckerberg dämpfte gleichzeitig Erwartungen, dass Instagram nun der Beginn einer Serie von Großzukäufen werden könnte: „Wir planen nicht, noch viele Zukäufe von dieser Sorte zu machen, wenn überhaupt welche.“

          Facebook hat zwar schon eine Reihe von Zukäufen unternommen, die aber deutlich weniger gekostet haben dürften als nun Instagram, die Preise wurden üblicherweise nicht genannt. Die Akquisitionsstrategie von Facebook bestand bislang auch eher darin, Unternehmen wegen deren Mitarbeitern in der Softwareentwicklung zuzukaufen und nicht wegen deren eigentlicher Produkte, die zumeist nach dem Zukauf eingestellt wurden. Ein prominentes Beispiel war das auf lokale Dienste spezialisierte soziale Netzwerk Gowalla. Facebook machte bei der Gowalla-Übernahme im Dezember klar, nicht am eigentlichen Produkt des Unternehmens interessiert gewesen zu sein, das dann tatsächlich einige Monate später aufgegeben wurde.

          Umso mehr gab sich Zuckerberg Mühe, darauf hinzuweisen, dass genau das bei Instagram nicht der Fall sein soll. Instagram solle als unabhängige Einheit weiterentwickelt werden, der Dienst solle fortbestehen und auch in Zukunft mit anderen sozialen Netzwerken jenseits von Facebook zusammenarbeiten können.

          Für die beiden Instagram-Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger bedeutet der Verkauf einen schnellen Zahltag. Sie haben den Instagram-Dienst erst im Oktober des Jahres 2010 gestartet und bislang wenig Wert darauf gelegt, damit Umsätze zu erzielen. Die Softwareapplikation, die für das iPhone von Apple sowie für Smartphones mit dem Betriebssystem Android von Google verfügbar ist, ist kostenlos.

          Weitere Themen

          BASF setzt Sparprogramm auf

          Aktie gibt nach : BASF setzt Sparprogramm auf

          Effizienter, transparenter, innovativer – gut ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt setzt der neue BASF-Chef hohe Ziele. Um die zu erreichen, seien auch Zu- und Verkäufe nicht ausgeschlossen. Analysten reagierten auf die Ziele aber skeptisch.

          Wird Guinness teurer? Video-Seite öffnen

          Irische Brauerei in Sorge : Wird Guinness teurer?

          Das Dunkelbier ist nicht nur in seiner Heimat Irland beliebt, sondern auch der Exportschlager der Insel. Abgefüllt wird das das Getränk allerdings in Nordirland, was zu Großbritannien gehört. Das könnte in Zukunft zum Problem werden.

          Topmeldungen

          Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn (v.l.n.r.), hier auf einer Veranstaltung in Idar-Oberstein, wollen Angela Merkel an der Parteispitze beerben.

          Zweite CDU-Regionalkonferenz : „Eine unbezahlbare Marketingshow“

          „Wir brauchen euch drei gemeinsam“, meint Julia Klöckner bei der zweiten Regionalkonferenz im Kampf um den CDU-Vorsitz. Doch die Kandidaten versuchen, sich von den Konkurrenten abzusetzen – zum Beispiel beim Migrationspakt. Mit Erfolg?

          Saudi-Arabien : Ein Kronprinz in der Defensive

          Meist geht die Welt nach der Tötung eines Regimekritikers schnell zur Tagesordnung über. Im Fall Khashoggi ist das anders – und das liegt vor allem an Muhammad Bin Salman. Ein Kommentar.
          Ein Mann wird gegen Grippe geimpft.

          Gesundheit : Deutschland geht Grippe-Impfstoff aus

          Wegen großer Nachfrage gibt es in vielen Regionen einen Mangel an Grippe-Impfstoffen. Möglicherweise wollen sich mehr Menschen wegen der Grippe-Welle im vergangenen Jahr schützen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.