http://www.faz.net/-gqe-6z8a2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 17.04.2012, 18:20 Uhr

Milliardenrisiken Bundesbank wegen „Target“ angezeigt

Seit Wochen warnen einige Ökonomen vor Milliarden-Risiken in der Bilanz der Deutschen Bundesbank im Rahmen des Zahlungsverkehrssystems Target. Jetzt hat ein Jurist den Vorstand der Bundesbank wegen Untreue angezeigt.

© F.A.Z./Helmut Fricke Die Bundesbank in Frankfurt

Der Münchner Wirtschaftsstrafrechtler Bernd Schünemann hat den Vorstand der Bundesbank wegen Untreue angezeigt. Der Universitätsprofessor stützt sich dabei auf die Kritik von Wirtschaftswissenschaftlern wie Hans-Werner Sinn und des früheren Bundesbank-Präsidenten Helmut Schlesinger an der internen Verrechnung von Krediten zwischen den Notenbanken („Target-Salden“).

Schünemann wird unterstützt von der Stiftung Familienunternehmen. „Die Verantwortlichen dürfen angesichts der Dimension der Risiken nicht mehr wegschauen“, sagte deren Vorstand Brun-Hagen Hennerkes der F.A.Z: „Bundesbank-Vorstand und Bundesregierung hätten die Europäische Zentralbank nicht gewähren lassen dürfen. Sie sollten möglichen Schaden von der Bundesrepublik und ihren Steuerzahlern abhalten.“

„Target 2“ ist der Name eines Verrechnungssystems für grenzüberschreitende Zahlungen in Europa, das bis vor kurzem selbst im engeren Zirkel der Notenbankexperten allenfalls in Grundzügen bekannt war. Die Deutsche Bundesbank hat im Rahmen des Zahlungsverkehrssystems mittlerweile Forderungen gegenüber der EZB über mehr als 600 Milliarden Euro.

Seit Wochen warnt der Ökonom Hans-Werner Sinn vor diesen Milliarden-Risiken in der Bilanz der Bundesbank. Wenn in absehbarer Zeit ein Land aus dem Euro austreten sollte oder der Euro zerbreche, werde Deutschland Unsummen verlieren. Auch in der Bundesbank rumort es deswegen schon länger: In einem Brief hatte sich Bundesbankpräsident Weidmann gegenüber EZB-Präsident Draghi sehr besorgt gezeigt.

Mehr zum Thema

Quelle: jja./FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Samsung Note 7 im Test Notieren Sie sich dieses Smartphone

Das Besondere an Samsungs Note 7 ist zweifelsohne der Stift. Braucht ein modernes Smartphone so eine Eingabehilfe? Wir haben ihn beim Test eine Woche lang möglichst oft eingesetzt. Mehr Von Marco Dettweiler

29.08.2016, 10:30 Uhr | Technik-Motor
Wirtschaftsminister Gabriel TTIP ist de facto gescheitert

Am Tag der offenen Tür der Bundesregierung hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel Fragen zum transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) beantwortet. Nach meiner Einschätzung sind die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten de facto gescheitert, auch wenn das keiner so richtig zugibt, sagte Gabriel in Berlin. Mehr

29.08.2016, 16:24 Uhr | Wirtschaft
Veränderte Geldanlagen Ein Leben ohne Zins

Sinkende Preise und schrumpfende Wirtschaft. Die Europäische Zentralbank fürchtet eine Deflation. Daher soll der Niedrigzins zum Normalzustand werden. Gerade das verändert unser Geldanlegen dramatisch. Mehr Von Thomas Klemm

28.08.2016, 11:13 Uhr | Finanzen
Kampf gegen Krebs Ein maßgeschneidertes Medikament

Das Mediziner-Ehepaar Özlem Türeci und Ugur Sahin aus Mainz forscht an der Behandlung von Krebs. Mit ihrer Firma Biontech entwickeln sie ein auf jeden Patienten individuell zugeschnittenes Medikament. Mehr

29.08.2016, 15:24 Uhr | Wirtschaft
Volkswagen Wir haben die ganze Welt am Hals

In einem Gespräch äußert sich VW-Chef Matthias Müller über den Abgasskandal, den Zuliefererstreit und seinen Ärger über die Deutsche Post. Mehr

30.08.2016, 10:59 Uhr | Wirtschaft

Illoyaler Gabriel

Von Henrike Roßbach

Ein Wirtschaftsminister müsste eigentlich den Freihandel seines Landes fördern wollen. Stattdessen betreibt der SPD-Chef Parteipolitik. Mehr 46 71

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Deutschland bezieht Möbel vor allem aus ...

Die Möbelbranche ist hoch internationalisiert. Vor allem aus zwei Ländern führt die Bundesrepublik Möbel ein. Eines ist sehr nah, das andere sehr fern. Mehr 1