Home
http://www.faz.net/-gqe-6z8a2
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Milliardenrisiken Bundesbank wegen „Target“ angezeigt

Seit Wochen warnen einige Ökonomen vor Milliarden-Risiken in der Bilanz der Deutschen Bundesbank im Rahmen des Zahlungsverkehrssystems Target. Jetzt hat ein Jurist den Vorstand der Bundesbank wegen Untreue angezeigt.

© F.A.Z./Helmut Fricke Vergrößern Die Bundesbank in Frankfurt

Der Münchner Wirtschaftsstrafrechtler Bernd Schünemann hat den Vorstand der Bundesbank wegen Untreue angezeigt. Der Universitätsprofessor stützt sich dabei auf die Kritik von Wirtschaftswissenschaftlern wie Hans-Werner Sinn und des früheren Bundesbank-Präsidenten Helmut Schlesinger an der internen Verrechnung von Krediten zwischen den Notenbanken („Target-Salden“).

Schünemann wird unterstützt von der Stiftung Familienunternehmen. „Die Verantwortlichen dürfen angesichts der Dimension der Risiken nicht mehr wegschauen“, sagte deren Vorstand Brun-Hagen Hennerkes der F.A.Z: „Bundesbank-Vorstand und Bundesregierung hätten die Europäische Zentralbank nicht gewähren lassen dürfen. Sie sollten möglichen Schaden von der Bundesrepublik und ihren Steuerzahlern abhalten.“

„Target 2“ ist der Name eines Verrechnungssystems für grenzüberschreitende Zahlungen in Europa, das bis vor kurzem selbst im engeren Zirkel der Notenbankexperten allenfalls in Grundzügen bekannt war. Die Deutsche Bundesbank hat im Rahmen des Zahlungsverkehrssystems mittlerweile Forderungen gegenüber der EZB über mehr als 600 Milliarden Euro.

Seit Wochen warnt der Ökonom Hans-Werner Sinn vor diesen Milliarden-Risiken in der Bilanz der Bundesbank. Wenn in absehbarer Zeit ein Land aus dem Euro austreten sollte oder der Euro zerbreche, werde Deutschland Unsummen verlieren. Auch in der Bundesbank rumort es deswegen schon länger: In einem Brief hatte sich Bundesbankpräsident Weidmann gegenüber EZB-Präsident Draghi sehr besorgt gezeigt.

Mehr zum Thema

Quelle: jja./FAZ.NET

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Tarifpolitik in Deutschland Löhne rauf, fordert auch die EZB

Gerade erst ermunterte die Bundesbank die Tarifparteien zu höheren Lohnabschlüssen, nun kommen aus der EZB ähnliche Signale. Ifo-Präsident Sinn vermutet eine taktische Volte. Mehr

27.07.2014, 12:54 Uhr | Wirtschaft
Angst vor Deflation Sogar die Bundesbank ist jetzt für höhere Löhne

Mehr Geld: Für diese Forderung haben Deutschlands Arbeitnehmer jetzt einen gewichtigen Verbündeten - die Deutsche Bundesbank. Die klang bisher anders. Mehr

20.07.2014, 15:34 Uhr | Wirtschaft
Bundesbank-Präsident Weidmann für Lohnanstieg um 3 Prozent

Erstmals hat sich der Präsident der Bundesbank zur Kontroverse über höhere Löhne in Deutschland geäußert. In der F.A.Z. nennt Jens Weidmann einen Anstieg um 3 Prozent als Richtwert. Die Arbeitgeber fürchten hingegen um die Spielräume für nötige Investitionen. Mehr

30.07.2014, 04:16 Uhr | Wirtschaft

Fluch der bösen Tat

Von Carl Moses

Wieder droht Argentinien eine Schuldenkrise. Das ist nicht zuletzt dem rabiaten Umgang mit den Gläubigern nach der letzten Krise zuzuschreiben. Mehr 7


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Der Taxi-Markt konzentriert sich

Uber schreckt die Taxis auf. Die etablierten Unternehmen verteidigen ihre Pfründe – in einem Markt, der sich immer weiter konzentriert. Mehr