Home
http://www.faz.net/-gqe-11d6g
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Milliarden-Betrugsverdacht Ehemaliger Nasdaq-Chef festgenommen

12.12.2008 ·  In Amerika sind Fahnder einem gigantischen Betrugsfall in der Größenordnung des Enron-Skandals auf der Spur: Um mindestens 50 Milliarden Dollar soll der ehemalige Verwaltungsratschef der Technologiebörse Nasdaq, Bernard Madoff, Investoren betrogen haben - mit Hilfe eines Schneeballsystems.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (7)

Ein ehemaliger Chef der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq ist unter Betrugsverdacht festgenommen worden. Bernard Madoff wird verdächtigt, Investoren um mindestens 50 Milliarden Dollar betrogen zu haben, wie die Ermittler in New York mitteilten. Madoff wurde am Donnerstag festgenommen und später gegen eine Kaution in Höhe von zehn Millionen Dollar wieder freigelassen.

Ihm wird vorgeworfen mittels eines Hedge-Fonds ein Schneeball-System aufgebaut zu haben, bei dem Investoren hohe Gewinne versprochen werden, die zunächst mit dem Geld weiterer Anleger bezahlt werden. Madoff hat nach Angaben der Staatsanwaltschaft zugegeben, dass sein Geschäft seit Jahren zahlungsunfähig sei.

„Es ist alles eine große Lüge“

Leitenden Angestellten seiner Firma soll er laut Anklage eingestanden haben: „Es ist alles eine große Lüge“. „Im Grunde (war es) ein riesiges Schneeballsystem.“ Sollten sich die Vorwürfe gegen Madoff bestätigen, wäre es einer der größten Betrugsfälle in der amerikanischen Geschichte, vergleichbar dem Enron-Skandal von 2001. Im Falle einer Verurteilung drohen dem 70 Jahre alten Madoff bis zu 20 Jahre Haft und eine Geldstrafe bis zu fünf Millionen Dollar.

Den Vorwürfen zufolge gestand Madoff, dass er nur noch 200 bis 300 Millionen Dollar übrig habe und sein Unternehmen ansonsten pleite sei. Anfang des Monats habe ein Kunde die Rückzahlung seiner Einlage von sieben Milliarden Dollar gefordert. Das hat offenbar das Schneeball-System zum Einsturz gebracht.

Madoffs Firma Bernard L. Madoff Investment Securities agierte vor allem als Broker an der Börse. Allerdings unterhielt er auch einen Investment-Arm, über den der Betrug gelaufen sein soll. Die Bücher des Investment-Geschäfts, das Geld für reiche Kunden und Hedge-Fonds verwalten sollte, habe er stets unter Verschluss gehalten.

In der Selbstdarstellung auf der Internetseite des Unternehmens heißt es unter anderem, Madoff habe „ein persönliches Interesse, seinen untadeligen Ruf der Fairness und hoher moralischer Standards aufrechtzuerhalten, der immer das Markenzeichen seines Unternehmens war.“

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 10 9

30.05.2012 09:24 Uhr
  Vortag
Dax 6.338,46 −0,91%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.383,02 −0,80%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2455 −0,27%
Rohöl Brent Crude 106,06 $ −0,74%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.