Home
http://www.faz.net/-gqe-15kzo
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Militärtransporter Spanien spricht von „Einigung“ im A400M-Streit

24.02.2010 ·  Seit Monaten streiten die Käuferstaaten um die Finanzierung der Mehrkosten des Militärtransporters. Nun haben sich die EU-Verteidigungsminister auf Mallorca getroffen. Während die spanische Verteidigungsministerin von einer Grundsatzeinigung spricht, bleibt die Bundesregierung noch skeptisch.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (0)

Die sieben Bestellernationen des Airbus-Militärtransporters A400M haben sich angeblich auf die Rettung des Projektes geeinigt. Das erklärte zumindest die spanische Verteidigungsministerin Carme Chacon am Mittwoch zu Beginn eines zweitägigen EU-Verteidigungsministertreffens in Palma de Mallorca. Einzelheiten zu der Einigung würden am Donnerstag bekanntgegeben, erklärte sie. Die Bundesregierung blieb indes noch skeptisch: „Wir kommentieren diese Äußerungen nicht“, sagte ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums. Nach seinen Angaben fehlt weiterhin ein Antwortschreiben des A400M-Herstellers. „Erst diese Antwort bildet die Basis für das weitere Vorgehen“, betonte er.

Der Airbus-Mutterkonzern EADS und die Regierungen von Deutschland, Belgien, Großbritannien, Frankreich, Luxemburg, Spanien und der Türkei ringen seit mehr als einem halben Jahr über die Aufteilung der Sonderkosten.

Verzögerungen um mehrere Jahre, Sonderwünsche der Kunden und Managementfehler haben das einstige Prestigeprojekt an den Rand des Scheiterns gebracht.

EADS wollte, dass die beteiligten Staaten einen Großteil der Zusatzkosten von rund 5,2 Milliarden Euro übernehmen. Unter anderem der Bundesregierung war dies zu viel. In der vergangenen Woche hatten die Käuferstaaten ein neues Angebot vorgelegt. Sie sind bereit, zusammen 2 der 5,2 Milliarden Euro Mehrkosten für das Militärprogramm und weitere 1,5 Milliarden Euro in Form von Kreditbürgschaften zu übernehmen. Die EADS hat die Übernahme weiterer 800 Millionen Euro angeboten. Doch auch damit klaffte zuletzt immer noch eine Finanzierungslücke.

Die Käuferstaaten haben insgesamt 180 der Propellermaschinen zum Gesamtwert von ursprünglich 20 Milliarden Euro bestellt. Deutschland und Frankreich sind mit 60 beziehungsweise 50 Maschinen die größten Abnehmer des Militärtransporters. Daneben haben auch Belgien, Großbritannien, Luxemburg, Spanien und die Türkei das Flugzeug bestellt.

Airbus-Chef Thomas Enders hatte mehrfach mit dem Scheitern gedroht. EADS drängte die Regierungen zu einer baldigen Entscheidung. Falls nicht, werde der Konzern Geld, Personal und Ausrüstung von dem Projekt abziehen und anderen Aufgaben zukommen lassen, hieß es. Dies wäre ein herber Rückschlag für die europäische Rüstungsindustrie gewesen.

Der von den Luftwaffen dringend benötigte Transporter ist im Dezember mit rund dreijähriger Verspätung zu seinem Jungfernflug gestartet, bei dem es aber auch zu technischen Pannen gekommen war (siehe auch Der A400M hebt erstmals ab und landet sicher).

Der Transporter ist mit den bislang leistungsstärksten Turboprop-Triebwerken ausgerüstet und soll doppelt so viel Ladung schneller und flexibeler transportieren können als der Konkurrent Hercules des amerikanischen Konzerns Lockheed.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 10 9

30.05.2012 09:24 Uhr
  Vortag
Dax 6.338,46 −0,91%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.383,02 −0,80%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2455 −0,27%
Rohöl Brent Crude 106,06 $ −0,74%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.