07.06.2008 · Auf dem deutschen Milchmarkt geht es zu wie an der Tankstelle. Lidl kündigt höhere Preise an, prompt folgt die Konkurrenz. Nach dem Streik will es sich niemand mit den Bauern verderben. Doch wird die neue Einigkeit Bestand haben?
Von Helmut BünderAuf dem deutschen Milchmarkt geht es zu wie an der Tankstelle. Lidl kündigt höhere Preise an, prompt folgt die Konkurrenz. Nach dem Streik will es sich niemand mit den Bauern verderben. Schlepper und landwirtschaftliches Gerät auf dem Kundenparkplatz wären schlecht fürs Geschäft.
Und da auch die Verbraucher angeblich bereit sind, für das Wohl der Milchviehbetriebe tiefer in die Tasche zu greifen, wird nicht lange gefackelt. Solange keine der großen Ketten ausschert, rechnet sich die Sache für den Handel und die Milchindustrie hervorragend.
Wird die neue Einigkeit Bestand haben?
Hoffentlich auch für die Bauern, die auf höhere Auszahlungspreise ihrer Molkereien hoffen. Ob die Preiserhöhung so schnell an sie weitergereicht wird wie die Preissenkung im Frühjahr? Solidaritätsadressen kosten nichts; auf einem anderen Blatt steht, ob sie sich in zusätzlicher Zahlungsbereitschaft niederschlagen.
Es wird sich noch zeigen müssen, ob die neue Einigkeit zwischen Verbrauchern und Landwirtschaft Bestand hat. Garantiert wird es nicht allzu lange dauern, bis die erste Handelskette die Probe aufs Exempel macht und wieder mit niedrigeren Preisen lockt. Dann könnte es abermals zugehen wie an der Tankstelle - allerdings in die andere Richtung.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.383,02 | −0,80% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2455 | −0,27% |
| Rohöl Brent Crude | 106,06 $ | −0,74% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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