http://www.faz.net/-gqe-8gq36

Einwendungen abgelehnt : Middelhoff muss bald Haft antreten

  • Aktualisiert am

Thomas Middelhoff hatte am Montag seinem ersten Arbeitstag als Hilfskraft in einer Sozialeinrichtung in Bielefeld. Dort arbeitet er vor seinem Haftantritt noch kurzzeitig als Hilfskraft, möglicherweise auch noch länger. Bild: dpa

Die Anwälte von Thomas Middelhoff zweifeln an der Haftfähigkeit des Managers. Die Einwände hat der Staatsanwalt nun zurückgewiesen. Damit rückt der Haftbeginn näher.

          Der Haftantritt des wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis verurteilten früheren Top-Managers Thomas Middelhoff rückt näher. Die Einwendungen des 62-jährigen gegen die Ladung seien von der Staatsanwaltschaft Bochum zurückgewiesen worden, sagte eine Sprecherin der Justizbehörde am Mittwoch. Hintergrund ist eine Autoimmunerkrankung des ehemaligen Chefs des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor und von Bertelsmann. Die Verteidiger zweifelten deshalb an der Haftfähigkeit Middelhoffs. Nach ihren Angaben hat sich der ehemalige Manager die Erkrankung während seiner fünfmonatigen Untersuchungshaft zugezogen; auch führten sie diese auf die Haftbedingungen zurück.

          Das Landgericht Essen hatte ihn im November 2014 schuldig gesprochen und noch im Gerichtssaal verhaften lassen. Der Bundesgerichtshof bestätigte das Urteil gegen Middelhoff im Februar. Mittlerweile hat er Privatinsolvenz angemeldet, weil Gläubiger vielfache Millionenforderungen gegen ihn erheben.

          Nach den Leitlinien für den Strafvollzug in Nordrhein-Westfalen kann er damit rechnen, die Strafe von vornherein nicht im geschlossenen Vollzug verbüßen zu müssen. Denn nach dem Vollstreckungsplan „treten auf freiem Fuß befindliche Verurteilte grundsätzlich ihre Haft im offenen Vollzug an“. Dieser sieht in den Anstalten keine oder nur verminderte Vorkehrungen gegen eine Flucht vor.

          Das erlaubt tagsüber als „Freigänger“ eine bezahlte Tätigkeit außerhalb des Gefängnisses. Anders ist dies beispielsweise in Bayern, wo der wegen Steuerhinterziehung verurteilte Fußballfunktionär Ulrich Hoeneß erst nach Monaten beim FC Bayern arbeiten gehen durfte.

          Am vergangenen Montag hatte Middelhoff eine Stelle als Hilfskraft in einer Behindertenwerkstatt in Bielefeld angetreten. „Tisch decken, abdecken, aufräumen, Dinge von A nach B tragen“, beschrieb Martin Henke, Geschäftsführer der Bethelschen Rehabilitations-Werkstätten „Pro Werk“, den Aufgabenbereich des früheren Top-Managers. Die Anstellung in Bethel könne ihm „unter Umständen den Haftvollzug als Freigänger ermöglichen“, erklärte die Stiftung.

          Quelle: jja./dpa

          Weitere Themen

          Telekom rät zu Softwareupdates Video-Seite öffnen

          W-Lan-Sicherheit : Telekom rät zu Softwareupdates

          Sicheres Surfen im Internet per W-Lan – nach Einschätzung von Telekommunikationanbietern ist das trotz Meldungen über Sicherheitslücken beim Verschlüsselungsstandard WPA2 möglich. Die Telekom gab am Dienstag vorsichtig Entwarnung. Schwachstellen kämen nur bei ganz bestimmten Konstellationen zum Tragen.

          Topmeldungen

          Chinas mächtigster Mann Xi : In Maos Fußstapfen

          Der Parteikongress der chinesischen Kommunisten könnte die Macht von Xi Jinping weiter festigen. Den Grundstein dafür hat der Präsident schon vorher gelegt.

          Schleyer-Mord 1977 : Terror lässt sich besiegen

          Vor vierzig Jahren ermordete die RAF den damaligen Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer. Den Kampf gegen den Terror konnte die Bundesrepublik letztlich für sich entscheiden. Welche Lehren kann man heute daraus ziehen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.