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Veröffentlicht: 20.09.2001, 14:30 Uhr

MHP Sender einigen sich auf Standard für Digital-TV

Das digitale Fernsehen kann kommen. Der MHP-Standard ermöglicht Produktionssicherheit und bringt die E-Mail auf den TV-Bildschirm.

Die großen deutschen Fernsehsender haben sich auf einen einheitlichen technischen Standard für das digitale Fernsehen geeinigt und wollen damit interaktiven Diensten zum Durchbruch verhelfen.

ARD, ZDF, die Kirch-Gruppe, RTL und die Landesmedienanstalten hätten sich auf die Multimedia Home Plattform (MHP) festgelegt, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Kirch hofft dadurch für seinen Pay-TV-Sender Premiere World auf einen breiteren Markt und geht davon aus, dass die Premiere-Infrastrukturkosten um einen deutlich dreistelligem Millionen-Mark-Betrag pro Jahr sinken.

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Bislang gab es mehrere technische Systeme, was auf dem Markt ähnlich wie vor der Einführung des VHS-Standards bei Videorekordern für Verunsicherung sorgte. So konnte mit der d-box, dem Decoder von Kirch, bisher nur Premiere World empfangen werden, nicht aber die Digitalangebote anderer Sender. Das wird sich mit der Einigung auf MHP nun ändern, so dass die Digitalangebote aller Anbieter mit allen Decodern entschlüsselt werden können. Kirch zufolge bedeutet der neue Standard nicht das Aus für die auf dem Markt befindlichen d-box-Decoder. Die Geräte könnten automatisch auf MHP umgerüstet werden.

Interaktives Fernsehen auf dem Weg

Zusätzlich werden die Sender künftig auch alle interaktiven Funktionen wie etwa das Senden und Empfangen von E-Mails auf dem Fernseher oder das Erfragen von Hintergrundinformationen zu laufenden Sendungen auf dem MHP-Standard entwickeln und anbieten. Bestehende Dienste sollen in MHP überführt werden, die ersten neuen Angebote im Juli nächsten Jahres auf den Markt kommen.
Für die bevorstehende Reorganistation der Kabelnetze schaffe die Einigung auf einen einheitlichen Standard Klarheit, hieß in der gemeinsamen Erklärung weiter.

Die Unternehmen könnten sich auf eine einzige Technologie einstellen. Die Deutsche Telekom verkauft derzeit ihre regionalen Kabelnetze vor allem an ausländische Investoren, von denen die Fernsehbetreiber bereits wiederholt einen freien Zugang zu den Kabeln und einen einheitlichen Technikstandard gefordert haben.

Die deutschen Sender gehen davon aus, dass sich MHP als Standard auch europaweit durchsetzen wird.

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