27.11.2007 · Als liberaler Mahner wurde er den Grünen schnell unbequem: Der sparsame Wirtschafter Oswald Metzger. Mit seinem Austritt werden die Grünen in Haushaltsfragen an Glaubwürdigkeit verlieren.
Von Heike GöbelOswald Metzger und die Grünen - harmoniert hat diese Verbindung nie. Einige Zeit ertrug man einander allerdings ganz gerne. Metzger half den Grünen, in der Finanzpolitik Fuß zu fassen und damit das enge ökologische Themenspektrum zu erweitern.
Das war Voraussetzung für die Koalitionsfähigkeit. In keiner anderen Partei wiederum hätte Metzger mit seinen Forderungen nach sparsamer Haushaltsführung ein solches Alleinstellungsmerkmal gehabt, auch vom Habitus her hätte er sich in Union und FDP mit dem politischen Aufstieg schwergetan.
Mit Mahner Metzger schmilzt die grüne Glaubwürdigkeit
In der Koalition mit der SPD wurde Metzger den Grünen als liberaler Mahner schnell unbequem. Vor fünf Jahren schoben sie ihn ab, die Hand hielt er ausgestreckt. Einschlagen wollte die Partei nicht mehr - ein Vorbote des Linksrutsches, der gerade besiegelt wurde.
Das grüne Kapital an Glaubwürdigkeit in der Finanzpolitik schmilzt nun schneller, als man gucken kann. Wer soll grüne Haushälter in der Etatberatung im Bundestag noch ernst nehmen, wenn sie den 60 Milliarden Euro teuren Marsch ins soziale Schlaraffenland verteidigen, den die Partei beschlossen hat. Metzgers Austritt kommt spät, aber folgerichtig. Diesen Grünen kann er nicht mehr helfen.
Schlaraffenlandpolitik
Klaus Nickel (Nickelklaus)
- 27.11.2007, 19:46 Uhr
Heike Göbel Jahrgang 1959, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.
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