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Messeneuheiten Das multimediale Spektakel für jedermann

21.03.2004 ·  Drahtlos ins Internet mit W-Lan, Fernsehen mit dem PC, digitale Fotoapparate - das sind die Computerthemen der Cebit. Ein Überblick über die interessantesten Neuheiten der Messe.

Von Raymond Wiseman
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Die Cebit 2004 präsentiert sich als Messe des Machbaren. Waren es einst die Visionen, die der Messebesucher schätzte, steht inzwischen wieder die Technik im Vordergrund. Wichtiges Kriterium ist die Marktverfügbarkeit, denn was zu sehen ist, soll auch bald zu kaufen sein. Das gilt für den heftig umworbenen Mittelstand wie für den Verbraucher, dem die Cebit eine digitale Medienwelt präsentiert.

Ein Thema, das quer durch alle Sparten und Kundengruppen im Brennpunkt des Interesses steht, sind drahtlose Netzwerke. Die Wireless-Lan-Technik erspart daheim das Verlegen von Kabeln und schafft in der Fremde mit "Hotspots"" einen Online-Zugang. Mehr als 200 solcher W-Lan-Zugriffspunkte machen die Hallen der Cebit für Besucher internettauglich, so wie es Reisende von Hotels, Lounges und Cafes gewohnt sind. Fast wie im richtigen Leben ist auf der Messe leider auch der Preis des W-Lan-Service: 10 Euro für 60 Minuten, die kleinste Zeitstaffel.

Preisgünstige Ferngespräche übers Internet

An den Ständen werden durchweg Geräte des aktuellen W-Lan-Standards 802.11g vorgestellt, der mit 54 Megabit arbeitet und teilweise über proprietäre Protokolle sogar auf mehr als das Doppelte hochgeschraubt wird. Allerdings darf der Kunde nie die genannten Übertragungsraten erwarten. Wände lassen den Transfer ebenso erlahmen wie große Distanzen, und wer die Hälfte des Standards effektiv erreicht, hat schon gute Werte.

Die Verfügbarkeit drahtloser Datennetze nutzt Zyxel für ein W-Lan-Telefon, dessen Besitzer preisgünstige oder gar kostenlose Ferngespräche übers Internet führen kann. Das Prestige 2000W wendet sich im Moment noch an Unternehmen, zeichnet aber einen Trend vor, der in Zukunft sicher auch den Endkunden findet.

Bluetooth löst Kabel ab

Auch Bluetooth funkt im drahtlosen Markt weiterhin kräftig mit. Mit der Fritz-Box präsentiert AVM eine neue DSL-Produktlinie, die neben USB und Ethernet-Schnittstelle ab Jahresmitte auch als Bluetooth-Variante für hohe Bandbreite sorgen soll. Logitech präsentiert mit dem di Novo Media Desktop eine elegante Bluetooth-Tastatur mit passender Funkmaus und einem Nummernblock, der als separate Fernbedienung dient.

So scheint Bluetooth als universelle Schnittstelle die Kabel zwischen den Geräten abzulösen, beispielsweise als Verbindung zwischen PC und Drucker.
Doch auch ein vorhandenes W-Lan-Netz eignet sich dafür, Drucker unabhängig vom Rechner zu plazieren und von den Netzteilnehmern gemeinsam zu nutzen. So stellt SEH die Funkverbindung zum Drucker über einen drahtlosen Printserver her.

An die W-Lan-Box PS54-G lassen sich Drucker mit USB- oder Parallelport anschließen. Einen Funkrouter mit integriertem USB-Port stellt Draytek mit dem Vigor 2900G vor. Er beherrscht über die gewohnten Routerfunktionen hinaus die Aufteilung des Netzes in separat zu verwaltende Segmente. Eine integrierte VPN-Server/Client-Funktion dient der einfachen Einrichtung eines virtuellen privaten Netzwerks über das Internet.

Microsofts "Hüpfburg"

Daß sich mit W-Lan mehr als nur Computer und PC-Peripherie verbinden lassen, zeigt beispielsweise Netgear mit dem Music Player MP101, eine Möglichkeit, über W-Lan das Heim musikalisch drahtlos mit MP3-Musik zu versorgen. Mobile Menschen finden Festplattenrecorder en minature, die mit integriertem Bildschirm Musik, Fotos und Videos auch unterwegs genießen lassen, beispielsweise bei Iriver. Und Microsoft stellt mit seinem Portable Media Center die Software für eine Gerätegeneration vor, die als Satellit zum Windows-Rechner medialen Inhalt transportiert und abspielt.

Ausgerechnet in Halle 1, einst Hort ernsthafter Bürogeräte, wird auf Microsofts "Hüpfburg" das normale Rechnersegment zum multimedialen Spektakel. Die Xbox bringt den ehemaligen HP-Stand in Schwung. Fernsehen und PC verbindet die Betriebssystem-Edition Windows Media Center, und der Media Center Extender soll kommendes Jahr das TV-Gerät per Netzwerkkabel oder W-Lan zum Trabanten von Microsofts Entertainment-Programm machen.

Die Ära der analogen Aufnahme ist vorbei

Doch Microsoft ist kein Alleinunterhalter: So kommt im Scaleo C von Fujitsu Siemens Computers (FSC) das Intervideo Home Theater zum Einsatz. Der kompakte Cube-PC verbindet Fernsehen, Video, Radio und DVD/CD mit einem ganz "normalen" Windows-PC. Wer auf letzteres verzichten kann, dem präsentiert FSC Activy einen Festplattenrekorder für Kabel oder Satellit, vor allem aber mit einem Online-Anschluß, über den T-Online Vision gegen Gebühr digitale Wunschvideos ins Haus liefert.

Die Ära der analogen Aufnahme ist vorbei: Videokameras, Fotoapparate, Diktiergeräte und MP3-Musikspieler, sie arbeiten heute großteils mit Wechselspeicher und wachsenden Datenvolumen. Daß die Speichermedien Schritt halten, wird von den Besuchern der Cebit beinahe als selbstverständlich hingenommen. Tatsächlich beweisen Hersteller von Speicherkarten, Festplatten und Brennern, daß die Kapazitäten ununterbrochen wachsen. So lassen sich ganze Spielfilme in den Taschencomputer stecken und als Zeitvertreib genießen. Zeit dafür gibt's nach der Cebit am Taxistand.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 21.03.2004, Nr. 12 / Seite 58
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