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Messen Die Buchmesse wächst

05.10.2004 ·  Mit einem leichten Plus bei den Ausstellern startet die 56. Frankfurter Buchmesse. Großbritannien und die Vereinigten Staaten verstärken ihre Präsenz. Einen Rückgang verzeichnet die Messe bei den naturwissenschaftlichen Verlagen.

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Mit einem leichten Plus bei den Ausstellern startet die 56. Frankfurter Buchmesse: 6691 Anbieter aus 111 Ländern sind auf der bis zum Sonntag dauernden weltgrößten Bücherschau vertreten - knapp ein Prozent mehr als im Vorjahr. Damit habe die Messe ihre Position als „weltweite Leitveranstaltung“ der Buchbranche ausgebaut, sagte Messe-Direktor Volker Neumann am Dienstag.

Die derzeitige Flaute im Buchgeschäft wertete der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Dieter Schormann, nicht als Ausdruck einer „Lese-Krise“. Ursache sei vielmehr die allgemeine Konsumzurückhaltung.

Rückgang bei den naturwissenschaftlichen Verlagen

Ehrengast ist dieses Jahr die Arabische Welt. Insgesamt werden in Frankfurt rund 350.000 Titel ausgestellt. Zu etwa 3.000 Veranstaltungen haben sich rund 1.000 Schriftsteller angesagt. Nach den Fachbesuchern ist die Messe am Wochenende für das allgemeine Publikum geöffnet. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit knapp 300.000 Besuchern.

Mit 2.809 Anbietern liegen die Verlage aus Deutschland an der Spitze der Aussteller. Dahinter folgen Großbritannien (868) und die Vereinigten Staaten (717), die beide ihre Präsenz in Frankfurt verstärkt haben. Zum ersten Mal habe es für englischsprachige Aussteller eine Warteliste gegeben, betonte Neumann. Erneut rückläufig ist dagegen die Ausstellerzahl aus China. Als unbefriedigend nannte der Messe-Chef auch den anhaltenden Rückgang bei den naturwissenschaftlichen Verlagen. In diesem Bereich habe das Internet der Zeitschrift starke Konkurrenz gemacht.

Es darf „geklatscht“ werden

Für Börsenverein-Chef Schormann ist das Buch weiterhin das „Leitmedium unserer Gesellschaft“. Kritisch bewertete er allerdings den von großen Zeitungsverlagen initiierten Verkauf von Büchern zu Niedrigpreisen. Kurzfristig bringe dies zwar neue Kunden. Preise für gebundene Bücher unter fünf Euro deckten jedoch nicht die Herstellungskosten, sondern seien eine reine „Marketing-Aktion“.

Als positiv bewertete Schormann, dass die Verlage wieder auf große literarische Neuerscheinungen von Umberto Eco bis Martin Walser setzten oder auf Biographien von Bill Clinton und Reinhold Messner. Unter Anspielung auf den TV-Entertainer Dieter Bohlen, der mit seinen Büchern die Buchmesse in den beiden vergangenen Jahren dominiert hatte, sagte Schormann: „Der Markt besinnt sich auf seine Wurzeln, natürlich darf auch ein wenig geklatscht werden.“

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