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Südkorea : Mers-Virus setzt Fluggesellschaften zu

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Ein Paar versucht sich vor Mers zu schützen. Bild: AP

Aus Angst vor einer Ansteckung mit der Atemwegserkrankung bleiben Südkoreaner zu Hause und Touristen meiden das Land. Offizielle betonen, man habe die Krankheit unter Kontrolle.

          Die Ausbreitung der lebensgefährlichen Atemwegserkrankung Mers drückt die Stimmung in der Wirtschaft. Aktien von Lufthansa, der British Airways-Mutter IAG und von Air France verloren zwischen zwei und drei Prozent. Die Billig-Flieger Ryanair und EasyJet büßten 1,3 beziehungsweise 2,5 Prozent ein. Anleger befürchteten rückläufige Buchungen, sagten Börsianer.

          Das Virus gefährdet auch die Wirtschaft in Südkorea: Besonders die Tourismusbranche leidet momentan. Mehr als 100.000 Menschen hätten schon ihre Reise in das Land abgesagt, heißt es in einer Mitteilung des Präsidenten. Viele Einheimische vermeiden mittlerweile Einkaufscenter und Restaurants, was den schwächt. Der italienische Modekonzern Armani bietet den Koreaner in seinem Onlineshop 80 Prozent Preisnachlass an, um so für das Unternehmen zumindest einen Teil des Umsatzes zu retten.

          Die Zinsen dreijähriger Staatsanleihen des Landes stiegen den zweiten Tag in Folge, weil Investoren befürchten, das Virus gefährdet Südkoreas Wirtschaftswachstum. Bislang hat das Virus 16 Menschen getötet und Tausende in Quarantäne gebracht. Der südkoreanische Finanzminister Choi Kyung Hwan sagte, das Land sehe sich steigender Unsicherheit ausgesetzt, der Einfluss auf die Wirtschaft sei aber noch gering. Offizielle versuchen derweil zu versichern, dass der Ausbruch unter Kontrolle sei.

          In Südkorea war der erste Mers-Fall am 20. Mai bekannt  geworden. Es handelte sich um einen 68 Jahre alten Mann, der von einem Aufenthalt in Saudi-Arabien zurückkehrte. Seitdem breitete sich das Virus ungewöhnlich schnell aus. Fast alle neuen Patienten infizierten sich in Krankenhäusern. Bei dem Virus handelt es sich um einen seit dem Jahr 2012 bekannten neuen Stamm aus der Gruppe der Coronaviren. Die Erkrankung geht häufig mit grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit einher. Bei schweren  Verläufen kann sich eine Lungenentzündung entwickeln, auch  kann es zu Nierenversagen kommen.

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