12.06.2008 · Nichts hilft so sehr wie Bildung, um im Wettbewerb zu bestehen. Es gehört zu den großen Vorzügen einer freien Marktwirtschaft, dass sie vielen und sehr unterschiedlichen Talenten eine Chance bietet. Sie bedarf aber nicht des Ziels „Abi für alle“, um zu funktionieren.
Von Heike GöbelDie Bundeskanzlerin hat in ihrer Grundsatzrede vor der Büste Ludwig Erhards um mehr Akzeptanz für die Soziale Marktwirtschaft geworben, die kommende Woche ihren 60. Geburtstag feiert. Nicht ungeschickt übersetzt Angela Merkel Erhards altes Motto „Wohlstand für alle“ nun in den Schlachtruf „Bildung für alle“.
Tatsächlich hilft nichts so sehr wie Bildung, um im Wettbewerb zu bestehen. Es gehört allerdings gerade zu den großen Vorzügen einer freien Marktwirtschaft, dass sie vielen und sehr unterschiedlichen Talenten eine Chance bietet. Sie bedarf nicht eines festen staatlich organisierten Bildungskanons oder gar des Ziels „Abi für alle“, um zu funktionieren.
Je größer auch der Bildungsmarkt, je vielfältiger das Spektrum der Anbieter, je offener die (Arbeits)märkte, desto eher wird aus Bildung Wohlstand. Erst wenn die Marktwirtschaft das Wohlstandsversprechen wieder auf breiter Front einlöst, wird sie wieder mehr Zuspruch finden. Dazu müssten den hehren Reden auch Taten folgen. Der Bundeskanzlerin ist der Vorwurf zu machen, dass sie die Sache des Marktes in ihrer großen Koalition vernachlässigt hat. Von ihrer Ankündigung „mehr Freiheit zu wagen“, ist wenig geblieben.
Heike Göbel Jahrgang 1959, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.
Jüngste Beiträge
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.381,78 | −0,89% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2460 | −0,23% |
| Rohöl Brent Crude | 105,89 $ | −0,90% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
Anonym bewerben? Ist das gut?