Home
http://www.faz.net/-gqe-x46h
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Merkels „Bildung für alle“ Bildung und Markt

12.06.2008 ·  Nichts hilft so sehr wie Bildung, um im Wettbewerb zu bestehen. Es gehört zu den großen Vorzügen einer freien Marktwirtschaft, dass sie vielen und sehr unterschiedlichen Talenten eine Chance bietet. Sie bedarf aber nicht des Ziels „Abi für alle“, um zu funktionieren.

Von Heike Göbel
Artikel Lesermeinungen (0)

Die Bundeskanzlerin hat in ihrer Grundsatzrede vor der Büste Ludwig Erhards um mehr Akzeptanz für die Soziale Marktwirtschaft geworben, die kommende Woche ihren 60. Geburtstag feiert. Nicht ungeschickt übersetzt Angela Merkel Erhards altes Motto „Wohlstand für alle“ nun in den Schlachtruf „Bildung für alle“.

Tatsächlich hilft nichts so sehr wie Bildung, um im Wettbewerb zu bestehen. Es gehört allerdings gerade zu den großen Vorzügen einer freien Marktwirtschaft, dass sie vielen und sehr unterschiedlichen Talenten eine Chance bietet. Sie bedarf nicht eines festen staatlich organisierten Bildungskanons oder gar des Ziels „Abi für alle“, um zu funktionieren.

Je größer auch der Bildungsmarkt, je vielfältiger das Spektrum der Anbieter, je offener die (Arbeits)märkte, desto eher wird aus Bildung Wohlstand. Erst wenn die Marktwirtschaft das Wohlstandsversprechen wieder auf breiter Front einlöst, wird sie wieder mehr Zuspruch finden. Dazu müssten den hehren Reden auch Taten folgen. Der Bundeskanzlerin ist der Vorwurf zu machen, dass sie die Sache des Marktes in ihrer großen Koalition vernachlässigt hat. Von ihrer Ankündigung „mehr Freiheit zu wagen“, ist wenig geblieben.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Jahrgang 1959, verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

Jüngste Beiträge

Die Förderlücke

Von Heike Göbel

Der Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld ist ein Ausweis unbelehrbaren Glaubens an die unbegrenzte Leistungsfähigkeit des Sozialstaates. Dass Eltern ihre Kinder, wie seit Menschengedenken, unbezahlt hüten, ist in Deutschland offenbar nicht mehr denkbar. Mehr 10 9

30.05.2012 09:21 Uhr
  Vortag
Dax 6.342,48 −0,85%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.381,78 −0,89%
Dow Jones 12.580,70 +1,01%
EUR/USD 1,2460 −0,23%
Rohöl Brent Crude 105,89 $ −0,90%
Gold 1.579,50 $ +0,31%
Umfrage

Anonym bewerben? Ist das gut?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.