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Merkel im Reich der Mitte Klartext gegenüber China

 ·  Angela Merkel reist mit einem Teil ihres Kabinetts nach China. Regierungschef Wen Jiabao lädt die Kanzlerin sogar in seine Geburtsstadt Tianjin ein. Das ist höflich, aber sie sollte sich von der Charmeoffensive nicht einwickeln lassen. Eine Analyse.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (20)

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Gerhard Rohlfs

Tsientsin, nicht Tsingtau

Ich musste auch erst mal auf die Karte gucken, aber es handelt sich um Tianjin (Tsientsin) in der Nähe von Peking, nicht um das ehemalige deutsche Pachtgebiet Tsingtau (Qingdao), wo noch heute deutsches Bier gebraut wird (Tsingtau Breweries).
.
Sicher war es ein Fehler, dass Deutschland während des chinesischen Boxer-Aufstands 1900 für England, welches zur gleichen Zeit vollauf mit einem Eroberungskrieg gegen zwei Republiken in Südafrika beschäftigt war (es ging damals um das südafrikanische Gold), die Kastanien aus dem Feuer holte. England hat es dann ja entsprechend gedankt ein paar Jahre später, wie wir wissen.
.
Aber das war eine kurze Episode, auf der anderen Seite hat Deutschland zu anderen Zeiten China Aufbauhilfe geleistet, z.B. in den 1920er und 1930er Jahren.

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peter josef maria pan

Don't

trust the Chinese and don't take chinese money!

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Simon Eichendorff

Warum so spöttisch?

Ein "fabelhftes" Verhältnis gibt es mit China schon deshalb nicht, weil Merkel in allzu engem Schulterschluss mit USA den Dalai Lama hofiert hat, unter eklatanter Mißachtung deutscher Interessen. Aber natürlich, jemand wacht mit Argusaugen darüber, dass das deutsche Verhältnis mit China nicht zu gut wird, guess who!

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Konstantin Schneider

China soll doch Europa retten oder?

Wenn China nicht einkauft in Europa, dann verlieren wir Deutschen die Billion, die wir angesichts unseres Wettbewerbvorsprungs ziemlich fahrlässig verliehen haben. Aber so ist das eben, wenn die Regierungen nicht aufpassen und den Inlandskonsum vernachlässigen. Deutschand steckt in der EURO-Falle und Wen Jiabao weiss dies.

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Günter Jäger

36 Strategeme

China und andere asiatische Staaten handeln nach den seit Hunderten festgelegten Strategemen (siehe Harro von Senger). Da gilt nicht die westliche Ethik, sondern die List. Der listigste siegt und wer darauf hereinfällt, hat Pch gehabt und wird ausgelacht. Beispiel: die in Deutschland entwickelte Bahn. Jetzt hat China die besten Fahrwege. Wenn ein Partner auch so listig ist, erhöht sich sein Ansehen. Das müssen wir studieren und anwenden; Politik und Wirtschaft. Schulungen lohnen sich.

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Klaus Letis

Die Nichteinmischungspolitik und die Verfolgung eigener Interessen..

.. ist kein so schlechtes Prinzip.

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Danke für den informativen Artikel!

Jetzt kenne ich die himmelhohe Überlegenheit unseres Landes gegenüber dem bemitleidenswerten China:

Deutschland: Demokratie – China: Diktatur
Deutschland: Regierung wird von einer Opposition kontrolliert – China: Einparteiensystem
Deutschland: freie Presse – China: Zensur
Deutschland: unabhängige Rechtsprechung – China: abhängige Rechtsprechung.

Doch weil der deutsche Riese vor Kraft kaum noch stehen kann, kommt er in China aus dem Dauer-Kotau erst gar nicht mehr in den aufrechten Stand: wie kann so etwas passieren?
Warum hat man den Dalai Lama, Papst Benedikt und Martin Walser nicht in die deutsche Delegation aufgenommen?

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Stefan Zhentan
Stefan Zhentan (comsen) - 30.08.2012 07:20 Uhr

ist das peinlich

erst jahrelang den Oberlehrer spielen und jetzt angekrochen kommen und um Geld betteln. Die Chinesen werden ganz sicher nicht ohne Gegenleistung irgendetwas in Europa unterstützen. Hier zeigen sich zwei verschiedene Welten. Während die Politik in Europa ständig versucht, etwas am Leben zu halten, was nicht lebensfähig ist, investieren in Chinesen zukunftsorientiert mit Weitsicht. Ich schäme mich für Europa und seine verlogene, korrupte und unfähige Politikerkaste.

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Gerhard Rohlfs

Das beste was Deutschland machen kann

Berlin sollte am Plan unbedingt festhalten, in Anlehnung an das britisch-amerikanische Verhältnis eine „special relationship“ zu Peking aufzubauen.
Ebenso wie zu Russland.
Das beste was Deutschland machen kann.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.08.2012 13:30 Uhr
Sabine Mersmann

Das meine ich auch ...

Wichtig ist es ebenso den Ballast (EUR und EU) abzustreifen. Denn viele Schwache ergeben noch keinen Starken, im Gegenteil: Sie schwächen ihn. Entscheidend ist die Schnittmenge der verschiedenen nationalen Interessen, und diese ist innerhalb der EURO-Gruppe nicht allzu hoch. Wir können politisch nicht mehr im Windschatten der USA reisen - und das ist auch gut so.

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Karl Hammer

guter Witz, mehr davon

"die der Freiheit verpflichteten FDP-Minister..."
"anders als in einer Demokratie wird der Staat in einer Diktatur nicht kontrolliert: weder von einer Opposition noch von einer unabhängigen Rechtsprechung oder der freien Presse."

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.08.2012 13:34 Uhr
Sabine Mersmann

Es hätte besser gepasst, wenn ...

die FAZ von einer sehr relativen Freiheit gesprochen hätte, denen sich die FDP-Minister doch zumindest nominell verpflichtet fühlen. Doch bitte erst einmal zuhause und nicht in China. Zum zweiten, liebe FAZ, ist auch die Rechtsprechung in unserem Lande lediglich relativ unabhängig und unsere ach so freie Presse eilt politisch sehr oft im Gehorsam voraus.

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Ulrich Mayer
Ulrich Mayer (Bayer01) - 29.08.2012 23:51 Uhr

Stereotype Heuchelei nervt

Was genau soll Merkel denn der chinesischen Regierung vorwerfen, bitte sehr?
Dass dort Grundentscheidungen der Politik ohne oder gegen die Bevölkerung getroffen werden?
Dass Menschen wegen falscher Meinungsäußerungen im Gefängnis sitzen?
Dass 85 % der Medien das propagieren, was von Mächtigen im Hintergrund gewünscht wird?
Na dann, wird der chinesische Regierungschef sicher nur höflich lächeln. Denn beide wissen, was Sache ist. In beiden Ländern.

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Peter Ambros
Peter Ambros (Lilo11) - 29.08.2012 23:30 Uhr

Eigene Interessen

Der Artikel ist sicher nicht in allen Teilen falsch, aber er erscheint im Tenor doch extrem interessengeleitet zugunsten des Großen Bruders über dem Teich.

Auch Deutschland hat Interessen und muß sie vertreten, ohne Rücksicht auf Freundschaftsgeschwurbel, das sich über Jahrzehnte erstreckte. Wenn der Große Bruder auf deutschem (bayrischem) Boden Spionage gegen die deutsche Wirtschaft betrieb, blieb das unter Verschluß. Vermutlich galt das als Freundschaftsbeweis, weil die Amis damit dem Weltfrieden dienten. Oder irgendwie so....
Ebenso heute, wo man die USA weder als voll demokratisch, noch friedensstiftend bezeichnen kann. Ständig neue Kriege im Namen der "Terrorbekämpfung" und der "Demokratisierung," bei gleichzeitiger Unterstützung von Diktatoren, solange sie amerikahörig bleiben, sind keine Empfehlung.
Vielleicht emanzipieren sich die Europäer endlich, wenn auch langsam.

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Horst Ziegler

Ethisch normative Außenpolitik

Ich halte nichts von einer Außenpolitik, die sich ausschließlich an ethisch-normativen Werten orientiert. Wir haben wirtschaftliche Interessen in Fernost umzusetzen und dabei ist eben China ein bedeutsamer Handelspartner. Für uns sollten deshalb unsere nationalen Wirtschaftsinteressen im Vordergrund der Visite von Frau Merkel stehen.

Ich halte es für falsch, die innenpolitischen Schwäche Chinas auszunutzen. Das gelingt eh nicht. Bei über 70 Ethnien in China ist das eh ein unmögliches Unterfangen. Deshalb sollte es bei den üblichen Ermahnungen bleiben. Mehr nicht.

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Bernd Cluever

Meinungsfreiheit

Zur angeblich mangelnden Meinungsfreiheit und Verfolgung politischer Gegner:

Mir ist nicht bekannt, dass China jemals einen Olympioniken nach Hause geschickt hat, weil seine Partnerin nicht der Staatsraison entsprach.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.08.2012 08:43 Uhr
Harald Muller
Harald Muller (FAZguy) - 30.08.2012 08:43 Uhr

Sehr gut!

Sehr gut!

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Thomas Kühne

Ach Gott, Herr Geinitz....

....meinen Sie nicht, daß es für unsere Politiker und natürlich auch für Geschäftsleute durchaus angenehm ist, mit Partnern zu verhandeln, die energisch und konsequent ihre Interessenten verfolgen...und uns außerdem auch noch respektieren.

Im Vergleich zu diversen Chefs europäischer Bananenrepubliken oder zu hyperpotenten Bajuwarenhäuptlingen ist Wen Jia Bao sicherlich ein sehr angenehmer und höflicher Gesprächspartner.

Schon Gerhardt Schröder ist deswegen oft und gerne nach China gefahren ;-).

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hans HUEBER
hans HUEBER (HUEBER1) - 29.08.2012 22:07 Uhr

Klartext gegenüber CHina

alles in allem eine löbliche darstellung, ohne sonst übliche verdächtigungen und unterstellungen (Ko), die der FAZ einfach unwürdig sind.
ich halte auch das gelaber von völkerfreundschaft für leeres getue. herr Gleinitz weiss doch
auch. wie Chinesen ticken, sachlich, erfolgsorientiert: gibst Du mir, geb ich Dir. what else!
mir scheint, dass auch unsere politrecken zulernen, kein dalai-lama ballyhoo. kein menschenrechtsgefasel ,vielleicht die einsicht: andere länder / andere sitten und denkweisen. bei uns steht DEMOKRATIE auch nur noch auf dem papier. vertragsbrüche und ausverkauf des volksvermögens ohne ende.

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Gerhard Dünnhaupt

Wen Jiabao spricht hier Klartext

Von wegen "besondere Höflichkeit" der Einladung nach Tianjin. Letzteres ist nämlich die alte deutsche Kolonialhauptstadt Tientsin, wo einst auf der "Wilhelmstraße" ein Kriegerdenkmal für die im Kampf gegen China gefallenen deutschen Soldaten stand -- eine deutliche Erinnerung an die koloniale Unterdrückung Chinas.

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Jahrgang 1968, Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Peking.

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