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Merkel erwägt Kapitalhilfe für Banken Bankenrettung II

06.10.2011 ·  Jetzt geht wieder die Angst vor einem Sturm auf die Banken um. Der Brennpunkt der Krise liegt diesmal in Europa. Die Amerikaner haben die richtigen Lehren aus dem Zusammenbruch von Lehman gezogen.

Von Holger Steltzner
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Drei Jahre nach dem Höhepunkt der Finanzkrise geht in Europa wieder die Angst vor einem Sturm auf Banken um. Ist dem Steuerzahler nicht versprochen worden, dass er nie wieder für die Rettung von Banken bluten müsse? Haben Bankaufseher nicht mit Verweis auf gleich zwei Stresstests gelobt, das europäische Bankensystem sei stabil? Haben die Euro-Finanzminister nicht vor ein paar Tagen die Forderung ihrer Ex-Kollegin, der IWF-Chefin Christine Lagarde, nach einer sofortigen und umfassenden Rekapitalisierung der europäischen Banken empört zurückgewiesen?

Der Stresstest der europäischen Schönwetter-Bankenaufsicht ist das Papier nicht wert, auf dem noch im Juli notiert wurde, die französisch-belgische Großbank Dexia benötige kein zusätzliches Kapital. Jetzt müssen Belgien und Frankreich ein zweites Mal diesen Finanzkonzern retten.

Wieder trauen am Geldmarkt europäische Banken einander nicht über den Weg, muss die Zentralbank mit Nothilfen einspringen, machen Industrieunternehmen einen Bogen um Banken, brechen an der Börse die Kurse von Banken und Versicherungen ein.

Wie 2008 droht ein Teufelskreis aus Notverkäufen, Kapitalabzug, Bankpleiten und dem Zusammenbruch des Finanzsystems. Diesmal liegt der Brennpunkt der Krise in Europa. Die Vereinigten Staaten haben die richtigen Lehren aus dem Zusammenbruch von Lehman gezogen: Jedes Institut wurde zur Aufnahme von mehr Kapital gezwungen, viele Banken wurden abgewickelt, ein echter Stresstest durchgeführt - so wuchs wieder Vertrauen.

In Europa haben Finanzpolitiker in den beiden vergangenen Jahren so getan, als sei in den Banken alles in bester Ordnung. Denn sie (miss)brauchten die Banken als Finanziers für die Euro-Staatsschuldenkrise. Anstatt dafür zu sorgen, dass die Institute über genug Kapital verfügen, um die Verluste aus den Staatsanleihen der Krisenländer tragen zu können, haben die Politiker Banken genötigt, Staatsanleihen zu kaufen oder wenigstens zu halten. Sie gaukelten sich etwas vor und geraten nun in Panik.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble will jetzt die Gesetze zur Krisenabwehr von 2008 wieder in Kraft setzen. Obendrein sucht Europa sein Heil im Hebeln des Euro-Krisenfonds, obwohl Banken die Welt mit Hebeln in die Finanzkrise jongliert haben. Damals waren Staaten der letzte Rettungsanker für die Banken. Heute taumeln die Staaten selbst unter der Last ihrer Schulden - und greifen in ihrer Not nach der Notenpresse der Zentralbank.

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