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Mercedes-Rückrufaktion Mercedes-Benz ruft 1,3 Millionen Autos zurück

31.03.2005 ·  Zunehmend hat Mercedes-Benz mit Qualitätsproblemen zu kämpfen. Nach Schätzungen in Branchenkreisen wird die neuerliche Rückrufaktion einen dreistelligen Millionenschaden verursachen. Vom Schaden für die Marke ganz zu schweigen.

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Der Autokonzern Daimler-Chrysler ist mit neuen Qualitätsmängeln konfrontiert. Jetzt werden auf der ganzen Welt 1,3 Millionen Autos von Mercedes-Benz in die Werkstätten gerufen. Grund sind mögliche Elektronikfehler. Der großangelegte Rückruf sei Bestandteil der Qualitätsoffensive von Mercedes-Chef Eckhard Cordes, gab der Konzern am Donnerstag bekannt. In die Angelegenheit ist abermals der Zulieferer Robert Bosch verwickelt, der schon im Februar mit fehlerhaften Dieselpumpen die Produktion von Daimler-Chrysler und des Konkurrenten BMW an mehreren Tagen stillgelegt hatte.

Diesmal geht es um Spannungsregler der Lichtmaschinen und Batteriesteuergeräte. Bei den zwischen Juni 2001 und November 2004 gebauten Sechs- und Achtzylinder-Benzinern müssen nach Angaben von Daimler-Chrysler Spannungsregler der Lichtmaschine geprüft und eventuell ausgetauscht werden. Bei der von Januar 2002 bis Januar 2005 gefertigten E- und CLS-Klasse werde eine verbesserte Software zur Stromversorgung eingespielt. Bei den E-, SL- und CLS-Klasse-Wagen aus der Produktionszeit Juni 2001 bis März 2005 würden zudem die Bremsanlagen ebenfalls überprüft.

Kein Wort über die Kosten

Sowohl der Spannungsregler und das Batteriesteuergerät als auch Teile der Bremsanlagen stammen von Bosch. „Wir haben in Abstimmung mit unserem Kunden Vorsorge für die Ersatzteile getroffen“, sagte ein Sprecher des Automobilzulieferers. Da es sich um kundenspezifische Systeme handle, seien andere Automobilhersteller nicht betroffen. Es sei aber noch zu früh, über die finanziellen Belastungen zu spekulieren.

In der Branche wird die internationale Rückrufaktion für die 1,3 Millionen Fahrzeuge mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag veranschlagt. Auch dürften die Materialkosten nicht zu vernachlässigen sein. Daimler-Chrysler schweigt zu den Kosten. Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, es handele sich um die bisher größte Qualitätsoffensive des Hauses.

Glaubt man dem Ergebnis einer Umfrage der Forschungsstelle Automobilwirtschaft in Bamberg (FAW), hat Daimler-Chrysler diese Offensive dringend nötig. 1300 von FAW befragte Autohändler bescheinigten Fahrzeugen der Marke Mercedes Qualitätsschwierigkeiten. Von 26 bewerteten Automarken schnitten Mercedes und Renault am schlechtesten ab.

Quelle: hpe. / F.A.Z., 01.04.2005, Nr. 75 / Seite 13
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