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Umzug nach Belgien Gérard Depardieu flieht vor Frankreichs Steuern

 ·  Der französische Schauspieler Gérard Depardieu zieht nach Belgien. Er verlängert die Liste der prominenten französischen Steuerflüchtlinge. Nun steht er in der Kritik.

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Gérard Depardieu, der wohl bekannteste französische Schauspieler, kehrt seiner Heimat den Rücken und zieht nach Belgien. Wie am Montag in Paris bekannt wurde, hat der 63 Jahre alte Schauspieler ein ehemaliges Zollgebäude im Örtchen Nechin erworben, 9 Kilometer von der nordfranzösischen Stadt Roubaix entfernt. Der Bürgermeister der Gemeinde berichtete im belgischen Rundfunk, dass Depardieu „die Landschaft, die Leute und die Ruhe des Dorfes“ schätze.

Dass dies nur die halbe Wahrheit ist, weiß freilich jeder südlich wie nördlich der französisch-belgischen Grenze. Seit Wochen kursieren Gerüchte, dass der Schauspieler aus Steuergründen Frankreich verlassen will, vor allem wegen des neuen Grenzsteuersatzes von 75 Prozent ab 1 Million Euro Einkommen sowie wegen der erhöhten Vermögensteuer.

Depardieu hatte zwar wenig Erfolg mit seinen jüngsten Filmen und ließ sich auf exotische Unternehmen ein wie eine Gesangsaufnahme mit der Tochter des usbekischen Diktators Islam Karimov. Doch seine Geschäftsinteressen weiß der gewichtige Franzose noch zu schützen. Er besitzt nicht nur eine Filmproduktionsfirma, sondern auch Weinberge in Frankreich und Algerien sowie mehrere Restaurants und Immobiliengesellschaften. Ein Weiterverkauf von Unternehmensanteilen dürfte ihn billiger kommen, wenn er beweisen kann, dass sein Lebensmittelpunkt in Belgien ist.

Depardieu verlängert nun die Liste der prominenten französischen Steuerflüchtlinge in Belgien. In seinem künftigen Wohnort Nechin residiert schon seit den neunziger Jahren ein großer Teil der Familie Mulliez, deren Vermögen aus dem Einzelhandelsgeschäft um den Auchan-Konzern auf rund zehn Milliarden Euro geschätzt wird. Der Großaktionär und Vorstandsvorsitzende des weltführenden Luxuswarenkonzerns LVMH, Bernard Arnault, hat sich im Brüsseler Vorort Uccle eine Wohnung zugelegt und die belgische Staatsbürgerschaft beantragt. Nach seinen Angaben hat das keinen steuerlichen Hintergrund, doch andere Gründe nannte er nicht.

Depardieu hatte sich in der Vergangenheit öfter für die politische Linke engagiert. Seit 2007 aber erklärte er offen seine Sympathie für Nicolas Sarkozy. Wenn er nun Frankreich verlassen sollte, trifft ihn allerdings die so genannte „exit tax“ auf unrealisierte Wertsteigerungen von Aktienvermögen. Diese Steuer war noch unter Sarkozy eingeführt worden.

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10.12.2012, 17:19 Uhr

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