http://www.faz.net/-gqe-7prga

Tübinger Wirtschaftsprofessor : Starbatty zieht als AfD-Abgeordneter nach Brüssel

  • Aktualisiert am

Joachim Starbatty Bild: dpa

Erst hat er Vorlesungen gegen den Euro gehalten, dann kritische Bücher geschrieben und schließlich vor dem Verfassungsgericht geklagt. Ohne Erfolg. Jetzt will Joachim Starbatty den Euro aus dem Europäischen Parlament aus angreifen.

          Schon in den neunziger Jahren hat er vor dem Verfassungsgericht gegen die Euro-Einführung geklagt und kritische Bücher geschrieben. Die Politik wollte Warnungen aus der Wissenschaft damals nicht hören. Jetzt will der Tübinger Wirtschaftsprofessor Joachim Starbatty die Euro-Politik auf ganz neue Weise angreifen: als Abgeordneter in Brüssel. Für die eurokritische Partei Alternative für Deutschland (AfD) ist er am Sonntag ins Europäische Parlament gewählt worden.

          Der Kampf des ordoliberalen Wirtschaftswissenschaftlers gegen den Euro hat schon begonnen, lange bevor es die europäische Währung überhaupt gab. Durch den Euro sah das frühere CDU-Mitglied die Stabilität, den sozialen Frieden und Europas Stellung in der Weltwirtschaft „wie nie zuvor gefährdet“.

          Starbatty ist zwar als Euro- und EU-Kritiker bekannt, doch zugleich sieht er sich als Herzenseuropäer. Sein akademischer Lehrer war Alfred Müller-Armack, einer der Gründerväter der Sozialen Marktwirtschaft, der in den fünfziger Jahren als Staatssekretär die Verhandlungen für die Römischen Verträge führte. 2011 zog Starbatty mit anderen Professoren abermals vors Verfassungsgericht und klagte gegen die Milliardenhilfen für überschuldete Euro-Staaten – wieder ohne Erfolg. Schließlich wurde er einer der Vordenker der neu gegründeten AfD. Nun also wird er Europaparlamentarier.

          „Ich werde jetzt das, wofür ich wissenschaftlich gearbeitet habe, in die politische Praxis umsetzen“, sagte er dem „Schwäbischen Tagblatt“. Die AfD habe „das Zeug zur Volkspartei, weil wir Sachverstand haben und bei uns diskutiert wird“.

          Quelle: dpa/ppl.

          Weitere Themen

          Prügelei im TV-Studio Video-Seite öffnen

          Fernsehdebatte : Prügelei im TV-Studio

          Zwei Abgeordnete des Kosovo-Parlaments haben sich nach hitziger Debatte im TV-Studio des Senders «Klan» in Pristina vor laufenden TV-Kameras geprügelt.

          Tumulte und Handgreiflichkeiten im Parlament Video-Seite öffnen

          Uganda : Tumulte und Handgreiflichkeiten im Parlament

          Im ugandischen Parlament kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Abgeordneten. Hintergrund ist eine geplante Verfassungsänderung, die es dem langjährigen Präsidenten Museveni erlauben würde, auch nach dem Überschreiten des 75. Lebensjahres als Präsident wiedergewählt zu werden.

          Topmeldungen

          Toronto vom Wasser aus betrachtet - auf der Seite will Google die „smart City“ bauen.

          „Smart City“ : Hier baut Google die intelligente Stadt

          Viele Roboter, wenige Autos und Müll und Pakete werden unterirdisch transportiert: Der Technologiekonzern Alphabet hat sich eine Metropole für sein nächstes großes Projekt ausgesucht. Darum geht es.
          Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy kann im Katalonien-Konflikt auf die Unterstützung aus der Opposition hoffen.

          Konflikt in Spanien : Selten harmonisch

          Von der Minderheitsregierung zur gefühlten großen Koalition: Die Katalonien-Krise eint die Parteien in Madrid. Sie wollen die Wahl eines neuen Regionalparlaments in Katalonien.
          Eine Fliege auf einem Grashalm bei Burgdorf in der Region Hannover.

          Kommentar zum Insektensterben : Sommer ohne Surren

          Das große Insektensterben zeigt: Die Industrialisierung der Landwirtschaft muss intelligenter weitergehen, als sie begonnen hat. Und vor allem auch nicht naiv.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.