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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Studie über Demonstranten Gutsituiert protestiert

 ·  Wer steckt hinter Demonstrationen? Es sind vor allem Vorruheständler, Rentner und Pensionäre. Die Protestlandschaft sei von Männern dominiert, sagt eine Studie. Und überall sind Ingenieure anzutreffen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (49)

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hansi baumert
hansi baumert (Habaum) - 03.02.2013 09:15 Uhr

Was soll diese "Studie" und ihre Veröffentlichung bezwecken?

...Meinungsmache -auch so ein Begriff wie Wutbürger (jetzt nicht in diesem Artikel) suggeriert so etwas wie unkontrolliert, schäumend und abschalten des Hirns durch die Wut. Das ist schon eine bewusste Diffamierung durch Verwendung diesen Ausdrucks. Aber warum nur falle z.B. ich durch dieses Raster? Von einem Ingenieur oder Naturwissenschaftler bin ich weit entfernt;) So was blödes aber auch. Auf jeden Fall braucht Zeit, Geld und einen inneren Antrieb um auf eine Demonstration zu gehen. D.h. die bequemen, uniformierten, jene die nur noch im Hamsterrad rennen und jene die von den entsprechenden Zuständen profitieren oder sich darin gut eingerichtet haben, sind wohl selten auf einer Demonstration anzutreffen. Jene die auf eine Demonstration gehen sind doch eben genau die, die informiert sind und somit auch eine gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Das Bild, gegen etwas zu demonstrieren ist auch unpassend, denn letztendlich demonstrieren die Leute ja für etwas (anderes).

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.02.2013 18:17 Uhr
Florian Adler

Ziel der Studie

Wohin sich das mit den vielbeachteten „Wutbürgern“ politisch bewegt und sortiert, ob sich einzelne Elemente des Dissens gegen spezifische Großprojekte vereinheitlichen oder durch verschiedenartige Interessen auseinanderstreben, ist derzeit weder deutlich, noch seriös zu prognostizieren. Das „Göttinger Institut für Demokratieforschung“ präsentiert die empirischen Befunde der großangelegten Untersuchung zur Zusammensetzung, zu den Einstellungsmustern wie Orientierungen von Zugehörigen verschiedener Protestgruppen. Die Wissenschaftler wandten sich mit ihren Erhebungsbögen a) republikweit an die Vertreter und Sprecher von Initiativen gegen Windräder und Freileitungen, b) an die Teilnehmer einer „Großdemo“ „Pro Erdkabel“ in Hannover gegen Hochspannungsleitungen, c) an die Demonstranten gegen den Ausbau des Flughafens Berlin Brandenburg, schließlich d) an die Mitwirkenden bei den fortdauernden Proteste gegen das unterirdische Bahnhofsprojekt S21. Ausgewerteter Rücklauf 2 Tsd. Stellungnahmen.

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Thomas Philippi
Thomas Philippi (mot2) - 03.02.2013 07:59 Uhr

Auf der sicheren Seite und abgedrängt

man solle sich nur die Laufbahnentwicklung der Ingenieure anschauen, dann weiss man, welches innerbetriebliche oder politische Störpotential gute Ingenieur darstellen. Trüben den Dollarblick, sorgen für Verwirrung durch mögliche Alternativen, sind auch meist schlecht für einen Bordellbesuch zu begeistern, kurzum irgendwie Fremdkörper im heutigen Getriebe.
Je weiter sich die Gesellschaft entwickelt, desto grösser das Misstrauen gegenüber ihren Tabellenwerken gesicherter Konstruktionsprinzipien. Und dann kosten sie auch noch Geld, wie unverschämt.
Dann haben sie auch noch die Chuzpe, diese Drohnen, in ihren autonomen Gedankengängen, schwarz und blockweise, aber still und leise, die entstehenden Schlaglöcher und Häufchen politischer Entwicklung zu umkreisen.

Es geht also nicht um Lösungen, sondern um Geld und Macht, dass Einzige, was physikalisch gesehen, bei der Bevöl(l)erung hängenblieb, eine Abart der Allg. Relartivitätstheorie, Uns soll es besser gehen, als dem Nachbarn.

zum Grusse

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Florian Adler

Der Interessenkern des Engagements

Die befragten 2 Tsd. umtriebigen Wortführer gegen Flughafenausbau, Windräder und Oberleitungen sind in großem Umfang (>90 %) Grundstückseigentümer und Hausbesitzer. Ins Auge fällt der reaktive, bestandsverteidigende Wesenszug der bürgerlichen Auflehnung. Die Immobilienwerte stehen auf dem Spiel, wenn Stromleitungen und Windräder in einem beschaulichen Ort den Blick auf die Landschaft verstellen oder Flugzeuglärm die Ruhe zu stören droht. Auffallend die hohe Quote an Unternehmern unter den Protestbeteiligten. Ein anderer geradezu formativer Typus der Bürgerwehrhaftigkeit ist der verrentete/pensionierte Ingenieur: Fortschrittsfeindlich ist er keineswegs, er argumentiert jederzeit auf dem Stand höchster technischer Progressivität, um sich Stromtransporttechniken, die sein Umfeld bedrohen, mit Fachverstand zu entledigen. Sie sind protesterfahren, sie verfügen über hohe Qualifikationen und Kompetenzen, sie haben als junge Alte reichlich Zeit – und sie vertreten handfeste eigene Interessen.

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Erik Staack
Erik Staack (E_Staack) - 02.02.2013 21:51 Uhr

Wenn Ingenieure Ihren Unmut kundtun sollten Politiker vor allem darauf eins tun. Darauf höhren!

Tendenziell sind Ingenieure in der Lage Probleme frühzeitig zu erkennen und dafür ausgebildet und trainiert diese als Herausforderung aufzufassen und die Entsprechenden Lösungen zu erarbeiten. Berufsbedingt ist das auch sinnvoll.
.
Es gibt auch bei Ingenieuren unterschiedliche Mentalitäten aber Ich kenne keinen Ingenieur der zu der Sorte der Kravallbrüder gehört. Von daher gehört schon eine Menge groben Unfugs dazu solche Menschen auf die Strasse zu bewegen. Sicher sind auch bei Vätern und Müttern die Hemmschwellen noch ein bischen höher weil sie mit der Erziehung andere wichtige Aufgaben haben, die Man nicht vernachlässigen darf. Von daher ist diese Gruppe noch schwieriger auf die Strasse zu bewegen, was nicht heisst dass hier kein Unmut über den Unfug in der Politik herrscht.
.
Politiker sollten nicht die Wirtschaftskraft und den Wohlstand Deutschlands nicht verballern um Systemfehler zu kaschieren.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.02.2013 07:59 Uhr
hansi baumert
hansi baumert (Habaum) - 03.02.2013 07:59 Uhr

Das ist der springende Punkt, es wird Wohlstand und Wirtschaftskraft verballert um die

Systemfehler zu kaschieren. Die unzähligen Euro- und Bankenrettungen gehören da auch dazu.

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Uwe Borg
Uwe Borg (Borgward) - 02.02.2013 21:09 Uhr

Klar, heute geht es um Interessen

nicht um's System. Die Leute fürchten nichts mehr als den Wertverlust ihrer Immobilien oder ganz einfach nur die Störung ihrer Ruhe. Vielen Protestierern geht es nur um den Eigennutz. Wer Kinder hat, denkt zuerst an diese, hat weniger Zeit und tut sich weniger leicht, zum Beispiel im Protest gegen eine Kindergrippe in der Nachbarschaft.

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Jürgen Dannenberg

Aber der Euro

wird es schon richten, das sie nicht mehr "Gutsituiert protestieren" können. Wetten!!

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Elisabeth Dreier

Protest in Deutschland zur zwecklos. Die Mehrheit hat noch genug bzw. wird noch gut gefüttert.

Protest in Deutschland gibt es nur, wenn die Bürger direkt abkassiert werden. Also beim Fluglärm, Wertverlust ihrer Häuser,.. Beim Kraftwerk genauso. Bei der neuen Rundfunkgebühr ist es ähnlich, man muss mehr zahlen, also Protest. Mal zu protestieren gegen den ESM oder den Euro, Fehlanzeige, da verliert man ja nichts sofort und direkt bzw. es ist für die meisten zu komplex. Und gegen Machtabgabe an die EU zu protestieren ist Illusion, da steht man allein mit seinem Schildchen in der Großstadt.

Demokratieverständnis fehlt in Deutschland. Nur die Grünen Fanatiker und die Gewerkschaften können derzeit einige Leute auf die Straße bekommen, wie bei der Studie. In Frankreich, Holland, GB sieht das völlig anders aus.

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Closed via SSO

Ich kann dem Artikel

nichts Positives abgewinnen. Wer so simpel populistisch daherschreibt sollte mal, z.B. statt Germanistik, ein Ingenieurstudium durchziehen - er wird seine Grenzen schnell aufgezeigt bekommen. Mir ist lieber, gescheite Leute gehen zum Protest, weil sie wissen, warum und wofür, und nicht verwöhnt gelangweilte 68er. Im übrigen ist auch Pensionisten-Basching nichts als billig.

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K. Peter Luecke

Logo, sobald "die Rente sicher" ist ...

... lässt es sich gut demonstrieren. Vorher hat man - wie es oft beschönigend heißt - wohl die "Faust in der Tasche geballt", etwa um den Job nicht zu riskieren. Zivilcourage sieht anders aus.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.02.2013 17:46 Uhr
Closed via SSO

@Luecke

Schon bessere Kommentare von Ihnen gelesen. Erstaunlich, dass man welche, die sich selbst voller Courage sehen selten an einer Demo trifft. Da sind mir ein paar gescheite, engagierte Rentner, vor allem wenn sie noch Ingenieure sind, sehr viel willkommener.

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Nadine Hoffmann
Nadine Hoffmann (Raffz) - 02.02.2013 17:09 Uhr

So kommt auch kein schlechtes Gewissen auf, bei denen, die nichts tun, ...


... denn dank dieser Ölkonzernstudie mit sage und schreibe 200 Personen wissen wir nun, dass wir nicht zu den Protestlern gehören wollen und sollen, denn die sind in der Mehrheit das, was uns die Medien und Märkte suggerieren nicht sein zu dürfen: wertetreu, altmodisch, selbstdenkend.

Man kann, so nichtstuend, immer sagen "nein, ich wehre mich nicht, denn die, die sich wehren, sind Spinner, alte Opas, die ihre Stöcke fliegen lassen".

Nun, diese Studie sollte als neue Schullektüre dienen, damit auch schon die Kleinen Bescheid wissen.

Und falls Ihnen das zu ironisch war, Sie müssen verstehen, die Lethargie der Deutschen, die auf solche Studien reinfallen wollen, treibt mich in den Galgenhumor.

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Klaus Hessenauer

aha...

Zitat:
>>>Vorruheständler, Rentner, Pensionäre. Fazit: „Der Protest in Deutschland geht vom Milieu der Kinderlosen aus.“ <<<

Wenn ich die Wutausbrüche hier so lese sind das alles Leute die nie Kinder hatten.

Oder sind vielleicht einfach auch Menschn erfasst worden die aufgrund ihres Alters keine "Belastungen" mehr durhc Kindererziehun haben, weil sie ihren Part e(-erfolgreich-) erledigt haben.

Vielleicht sind es ja grad die, die sich um die nachfolgenden Generationen Sorgen machen und ihre Zeit Sinnvoll nutzen! Ingenieure sind es gewohnt logisch zu denken. Und dass man damit an der aktuellen Politik verzweifeln kann wird wohl niemand ernsthaft bestreiten.

Das tumbe Volk glotzt halt DSDS, Dschungelcamp und lässt sich von der Hofberichterstattung einlullen! So, das war jetzt nicht mehr Polemik als das reflexartige draufschlagen auf die sogenannten "Kinderlosen"

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Peter-Paul Gansen

Ingenieure - in den Parteien ist kein Platz für sie

Dort ist logisches Denken nicht mehr gefragt. Die Sozialwissenschaftler, Juristen und Lehrer machen heute die Politik unter sich aus.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.02.2013 16:59 Uhr
Cornelia  Holtmann

Und vergessen wir nicht die Studienabbrecher.

...

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Jochen Wagner

Öffentlicher Widerspruch

++Fazit: „Der Protest in Deutschland geht vom Milieu der Kinderlosen aus.“ Das ist erst der Anfang. Zu erwarten sei, „dass sich spätestens zwischen 2015 und 2035 Hunderttausende hochmotivierter und rüstiger Rentner mit dem Wissen der in den Jugendjahren reichlich gesammelten Protesterfahrungen in den öffentlichen Widerspruch begeben“.++

Wenn es anders wäre, machte der Kapitalismus auch irgendetwas grundlegend falsch…

Also für mich ist der Befund keinesfalls überraschend. Eher wird ein Schuh draus. Keine Energie, keine Zeit – sprich: durch den Alltag kämpfen.

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Roland Magiera

Der Grund dafür, dass heute kaum noch Sozialwissenschaftler anzutreffen sind,

könnte auch ganz einfach darin liegen, dass die ihre Ziele erreicht haben. Wir sind hart am totalen Staat, der sich liebevoll um jeden kümmert, außer um die von denen er lebt.
Bei den Sozialwissenschaftlern geht es daher heute mehr um das Konsolidieren und dafür demonstriert keiner.
Die haben ihren totalen Staat bekommen, fragt sich nur wer den in 20 Jahren finanziert.

Wenn Gleichheit nicht nur Gleichheit vor dem Gesetz bedeutet, sondern der Staat aktiv für, von der erbrachten Leistung nur noch gering abhängige, in etwa gleiche Lebensbedingungen sorgt, dann kann dieser Staat, je nachdem mit welchem Nachdruck diese Strategie verfolgt wird, etwa durch eine Vielzahl an staatlichen Arbeitsplätzen oder für den ganzen Euroraum, nach einiger Zeit auch nicht mehr erwarten, als dass alle die gleiche durchschnittliche Leistung erbringen.

Die Spitzenleute, die ein ganzes Land nach vorn ziehen können, findet man dann nur noch in vergilbten Büchern. Die haben keine Ahnung, was sie da anrichten.

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Emmanuel Declerq

Zum Protest – der Ingenieure –

Die aktuelle Protestwelle unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt zu den Protesten der Sechziger. Es ist ein Protest der Bequemen und kein Protest der Rebellen. Haben die Alt 68er eine radikale Änderung und Erneuerung der gesellschaftlichen Umständen verlangt so protestiert der Wutbürger um eben bloß seine aktuelle bequeme Welt nicht zu stören: Keine neue Bauten, keinen neuen Dreck, bloß keinen Lärm, für Stagnation der Finanzwelt, für Umverteilung um bloß nicht um seine Situation kämpfen zu müssen. Natürlich sind die Ingenieure, jene behütete und in der jungen Geschichte nie unter Druck geratene Zunft ganz vorne dabei. Sie ließen und lassen sich syndikalisch durch verfilzte Metall-Gewerkschaften vertreten, und nehmen in Kauf, dass ihre Interessen komplett ignoriert werden, bloß um sich die Finger nicht krumm zu machen. Erst kurz vor oder nach der Rente, wenn man Freitzeit dafür hat, da kann man bequem die Trillerpfeife kaufen: absolut typisch Ingenieur.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.02.2013 22:46 Uhr
Karl S. Walter

Alles kommt wieder

Auf einer angeblich »unwerten« Bevölkerungsgruppe herumprügeln, sie als »Wutbürger« diffamieren und ihnen Kinderlosigkeit und gute Bildung und Ausbildung vorhalten, so versucht BP seine PR-Leute aus weiß schwarz machen zu lassen (toc-toc-toc). Welch eine Chuzpe. Gabs schon mal. War ebenso irrational. Und gefährlich.

Ein Emmanuel Declerq verteidigt dieses Vorgehen, weil es ihm vermutlich liegt. Diffamiert er doch seinerseits nicht nur Ingenieure und Menschen, die in den 70ern und 80ern gegen die Altnazi-Gesellschaft und ihre Helfershelfer standen, sondern auch Kommentatorinnen und Kommentatoren hier, die nicht seiner feinen Meinung sind.

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Cornelia  Holtmann

Als hochtrabend habe ich meine Kommentare eigentlich noch nie empfunden, Herr Declerq,

es ist Ihnen aber unbenommen, das so zu empfinden. - Und ich wüsste wirklich gern, was das "Neue" an 68 und was das "Alte" kennzeichnete. Die politische Aufarbeitung des Nationalsozialismus hatte schon weit vorher begonnen, ebenso die Kritik an vielen ausgesprochen autoritären Strukturen.

Und überhaupt: Wer sind denn die 68er? Uschi Obermeier und Rainer Langhans? Süß! - Oder meinen Sie die ehemaligen Jusos, die letztlich als Funktionäre und Bürokraten Karriere gemacht haben und sich in selbstgefälligem Gerede gefallen (für mich ist Trittin der Inbegriff dieses Typus).

Meine Anerkennung gilt den Menschen, die mit ihrem Protest nicht dem Mainstream gefolgt sind oder denen, die persönliche Risiken in Kauf genommen haben. Insofern galt (und gilt) meine Sympathie durchaus Menschen wie Fidel Castro (auch wenn ich jetzt einen auf die Mütze bekomme). Die 68er empfinde ich noch immer als eine Katastrophe.

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Emmanuel Declerq

Autsch...

liebe Frau Holtmann,

ich habe es bei Absenden meines Kommentars befürchtet, dass so ein hochtrabendes Drama-Kommentar wie von Ihnen zurück kommt.

Nein, lieber Frau Holtmann. Keine Stelle in meinem Text hat die 68er romantisch verklärt und sie als "Rebellen, die für ihre Idel um Verzicht bereit sind" bezeichnet. Das haben SIE gesagt. Bitte lesen Sie meinen Text noch mal. Scheinbar einige wie Sie sofort Rot, wenn sie das Wort 68er erspähen. Aus meinem Beitrag zu entnehmen ist: "Die 68er wollten alt durch neu ersetzen und der Wutbüger will nichts neues".

und Nein Frau Holtmann, ich wollte die Ingenieure nicht verunglimpfen (meine Güte diese Wörter ...). Ich habe auch Ihr technisches Können in keiner Stelle meines Kommentars erwähnt, geschwiege denn in Frage gestellt. Ich als Ingenieur habe aus meiner langjährigen Berufserfahrung behauptet, dass unsere Berufszunft politisch dem Zeitgeist komplett verfallen ist.

mfg

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Cornelia  Holtmann

Die romantische Verklärung der 68er als Rebellen, die für ihre Ideal zum Verzicht bereit sind,

geht an der Realität vollkommen vorbei. - Die 68er sehe ich in erster Linie als eine Generation der Wohlstandskinder, die an die Stelle einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den politischen Missständen das politische Happening gesetzt und somit letztendlich der hedonistischen Spaßgesellschaft den Weg bereitet hat.

Eine Verunglimpfung der Ingenieure ist vollkommen unangebracht. Woran liegt es eigentlich, dass fast alle Industrieländer der Welt um die besten Köpfe werben (und damit sind wohl eher Ingenieure, Mathematiker oder Physiker gemeint als Sozialpädagogen)?

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Reinhard Kropp

Den nachwachsenden Generationen erschließen sich längst...

...die Widersprüche eines macht-und geldverfilzten Systems, das seinen Zenit überschritten hat und seinen Zusammenbruch mit immer unsinnigeren, gigantischeren Projekten hinauszuschieben versucht , sie dürfen sich nicht gegeneinander ausspielen lassen von politischen und medialen Strukturen, die kapitalgesteuerte Gleichschaltung betreiben zum eigenen Machterhalt. Studien, aus und durch diese Strukturen entstanden, sind manipulativ, wie auch die Berichterstattung darüber - beides sollte man zur kritischen Erziehung seines Nachwuchses auswerten.

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Johannes Meister
Johannes Meister (john23) - 02.02.2013 14:43 Uhr

Bitte genau lesen!

Die Ergebnisse beruhen auf 200! Interviews. Ich habe ganz große ZWEIFEL, dass dieses Ergebnis und die Aussagen repräsentativ sind. Also weshalb darüber diskutieren?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.02.2013 17:13 Uhr
Hermann Schmitt

Grundgesamtheit, Stichprobe, Zufallsprinzip ...


nicht jede Befragung ist repräsentativ, und die Göttinger sind nicht gerade berühmt für ihre Methodenkompetenz -- also Vorsicht mit weitreichenden Schlussfolgerungen :-)

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Emmanuel Declerq

Zu den protestierenden – Ingenieure –

Als langjähriger Ingenieur kann ich die Beobachtung bestätigen, die Begründung aber nicht teilen.
Die Ingenieure protestieren nicht, weil sie es besser wissen, im Gegenteil. Ingenieure sind absolut keine kritischen Geister. Sie sind offen für neue Ideen und zwar genau ein Mal in ihrem Leben. Das ist ihr Postulat worauf sie alles aufbauen. Politisch gesehen sind die Ingenieure dem Zeitgeist (egal wann) absolut verfallen. Und wenn dieser vorschreibt gegen Kernenergie, Klimaerwärmung, gegen Stuttgart 21 und gegen Banken und Managergehälter zu protestieren dann sind sie dabei. Wenn die Zeit der Demagogen zuschlägt, dann schaltet noch so ein kluger Kopf komplett auf Durchzug. Ich habe mich lange gewundert und mich daran gewöhnen müssen, dass meine Berufskollegen zur erdrückenden Mehrheit dem politisch sturen linken Lager gehören: SPD, Linke und vor allem den Grünen trotz ihrer Technikfeindseligkeit.

Warum Ingenieure aktuell als Protestler auffallen? Siehe nächsten Beitrag!

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Lutz Pollakowsky
Lutz Pollakowsky (lupodo) - 02.02.2013 14:24 Uhr

Vorruheständler, Rentner und Pensionäre.

und kinderlos. Sie haben alles erreicht, die Rente sicher, haben selbst den Staus Quo geschaffen, und sagen sie : so solls bleiben.

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Andreas Schmidt

Der Begriff Wutbürger ist beleidigend

Ich empfinde die kontinuierliche Verwendung des Begriffs "Wutbürger" in Zeitungen und Meinungen als diffamierend. Die Menschen protestieren gegen unfaire Behandlung seitens der politischen Entscheider und unsinnige Geldverschwendung. Unsere Protestkultur ist im Vergleich zum Ausland doch kaum vorhanden.

Man sollte die Leute viel eher Mutbürger nennen!

Die Verschwendungssucht und Unfähigkeit bei der Durchführung von Großprojekten in letzter Zeit hat deutlich gezeigt wie es um unsere Parteienlandschaft bestellt ist. In Berlin hält die Landes-CDU als Koalitionspartner zu der SPD, während die Bundes-CDU gegen Wowereit wettert. Das ist alles unehrliche Klüngelei.

Meiner Meinung nach müssten alle größeren Infrastrukturprojekte oberhalb einer gewissen Summe (z.B. ab 100 Millionen Euro) generell der Zustimmung durch einen Volksentscheid im jeweiligen Bundesland benötigen. In Verbindung mit einer Mindestquote bei der Wahlbeteiligung. Nur so kann echte Bürgerbeteiligung sichergestellt werden.

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Werner Mueller

Seltsame Logik

"So fanden die Forscher unter den Befragten viele Hausmänner, Teilzeitangestellte, Freiberufler, Pastoren, Schüler, Lehrer und, so heben sie hervor, Vorruheständler, Rentner, Pensionäre. Fazit: „Der Protest in Deutschland geht vom Milieu der Kinderlosen aus.“

Dieses Fazit entbehrt jeder Logik - sind Rentner, Pensionäre und Vorruheständler alle kinderlos? Oder Teilzeitangestellte und Freiberufler? Und Pastoren...?

Ärgerlich, dass diese bewußte Diskreditierung als "Loser" von der FAZ aufgegriffen wird; diese Zeitung verliert jeden Tag gewaltig an Niveau.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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