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Standpunkt: Gilles Saint-Paul Der neue Paternalismus

 ·  Wir befinden uns auf einem Weg des erzwungenen „richtigen“ Verhaltens: Den Individuen wird nicht zugetraut, die richtigen Entscheidungen für sich selbst zu treffen. Dem Paternalismus müssten Grenzen gesetzt werden.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (23)

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Volker Mueller
Volker Mueller (MrVo) - 22.08.2012 15:15 Uhr

Versorgen und bevormunden gehen oftmals Hand in Hand

Der Staat sieht sich gern als Familie bestehend aus Oberhaupt und
schutzbefohlenen Abhängigen, wobei das Oberhaupt aus der Pflicht zur Fürsorge das Recht auf Alleinherrschaft abzuleiten scheint..
Mitbestimmung oder Selbstbestimmung der Abhängigen spielt sich im Minimalbereich ab, da jedes Aufblühen individueller Freiheit den Verantwortungsradius des Oberhaupts vergrößert und seine persönliche Aktionsfreiheit schmälert ...
Was beim Bild des 'pater familias' zu kurz kommt, ist, neben der Bedeutung der 'mater familias' , vor allem die Bedeutung der Steuerzahler in dieser Familie. Denn ohne diese unerschöpflichen Quellen bliebe vom Oberhaupt nur das Haupt...
Dessen scheint sich unser staatliches Oberhaupt nicht bewusst zu sein, sonst würde es uns respektvoller behandeln. Es maßt sich nämlich an,
uns wie unmündige Kinder von seinen Entscheidungen auszuschließen!
Das aber könnte ihn den Kopf kosten...

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Joachim Schroeder

The big brother is watching you!

Das ist sehr einprägsam in George Orwells Roman ''1984'' festgehalten
worden mit dem Ziel der Gleichschaltung und des Ausmerzens des In-
dividialismus, was letztendlich in der Gehirnwäsche endet!

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Harald Sulzmann

Gesinnung und richtige Meinung

Ein Text der mir aus der Seele spricht. Laengst ist doch der Zug abgefahren in Richtung Gesinnungsstaat und richtiger Meinung. Mehr Individualitaet und Entscheidungsfeiheit fuer den Einzelnen muss auch nicht Abbau des Sozialstaates bedeuten. Vielmehr leitet die herrschende meinungsbildende Klasse daraus die Berechtigung ab den einzelnen Menschen Vorschriften bzgl. der Lebensfuehrung zu machen. Garniert wird dies dann mit dem schlechten Gewissen, dass der Andersdenkende und -handelnde sich unsolidarisch verhaelt, er somit gesellschaftlich unter Rechtfertigungsdruck gestellt wird. Kein Wunder, dass viele Politiker es begruessen wuerden, wenn sog. Glueckselemente in die Berechung des GDP einfliessen wuerden. Da waere der Manipulation Tuer und Tor geoffnet. "Du Buerger bist jetzt gluecklich, da stehts doch und wenn Du Buerger das nicht einsehen willst werden wir dafuer sorgen, dass Du Buerger es schon Einsehen wirst."

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Closed via SSO
Jörg Addicks (JADH) - 21.08.2012 21:39 Uhr

„Glück“ als Mittel der Gleichmacherei und Unterdrückung! R. Hank („Die Pleite Republik“) ….

.. berichtet über die sonderbare Truppe von Verhaltensforschern, die sich gar Verhaltens“ökonomen“ nennt. Ihr Ziel ist, unsere individuelle Unvernunft auszumerzen. Sie wissen, was gut für uns ist und worin wir unser wahres Glück zu sehen haben. Jeder von uns braucht natürlich einen Schubs (Nudge) auf den rechten Weg zur „einzig wahren“ Vernunft. Das allein lässt jedes freiheitsfeindliche Politikerherz höher schlagen.

Noch besser: jene Paternalisten meinen, der Staat dürfe und solle unser Verhalten mittels Steuern lenken. Das muss die Politkaste total begeistern; zumal es ja auch Abgaben, Umlagen, etc sein können (zB Energieumlage). Dazu passt, dass v. Rompuy 2012 als Jahr des „positiven Denkens“ ausrief. Er möchte, dass die Welt (vorerst wohl nur die EU) glücklich wird. Ein Büchlein („The World of Happiness“) hat er auch fabriziert (DMN 23.11.2011).

Wir sollen in der EU noch viel paternalistisches "Glück" erleiden. Es soll uns kosten, was sie wollen! "Mehr Europa", heißt es!

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Helmut Hoff

Kurz gefaßt kann man sagen,

Dass viele Menschen nicht erwachsen werden wollen und die Verantwortung für ihr eigenes Tun und Handel übernehmen, sondern nach jeder Fehlentscheidung nach "Papa und Mama" rufen, die ihnen aus der Misere wieder raus helfen sollen.
Die Politik übernimmt als Gegenleistung für die Wählerstimme solche Aufgaben gerne, propagiert sich im Idealfall dann als Landesvater oder -mutter.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.08.2012 20:45 Uhr
Horst Müller

Großbritannien hat das allen Ernstes untersucht.

Die hatten Angst, dass zu viele Doofe und Arme Kinder kriegen und so nur noch mehr Doofe und Arme heranwachsen. Das Gegenteil ist richtig. Erst einmal mit Kind ausgerüstet, wird das vermeintlich doofe Unterschichten Dame richtig erwachsen - alles wird besser. Sie muss nicht Harry Potter schreiben, aber die wachsen über sich hinaus. Sie entfalten sich. Hände weg und früh rein ins Leben und die Sache läuft. Die Menschen werden hier umgekehrt so lange wie möglich mit Angeboten geködert, die sie nicht wahrnehmen sollten: woanders gibt es für die meisten mehr zu holen. Der Wohlfahrtsstaat sollte abgeschafft werden.

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Helga Zießler

Die schleichende Tyrannei

Es wurde höchste Zeit, endlich so klar auszusprechen, dass wir von diesem "fürsorglichen Vater Staat" auf den fatalen Weg in Huxleys "Schöne Neue Welt" gezwungen werden. Jedem Satz in diesem Essay stimme ich ausdrücklich zu. Bis auf eines: die Benutzung des Begriffs "Glück" in diesem Zusammenhang. Meiner Ansicht nach geht es bei dem Wunsch nach Freiheit nicht allein um Glück. Es geht darum, dass jeder Mensch das unbedingte Recht haben muss, selbst über sein Handeln zu bestimmen und sein Leben so zu leben, wie er es für richtig hält. Nur zwei Regeln gelten dabei: diese Freiheit darf nicht die Freiheit anderer Menschen einschränken, und jeder Mensch muss wissen, dass seine Freiheit auch zu Mißerfolg, also zu Unglück für ihn selbst führen kann. Diese Erkenntnis gehört zur Freiheit.
Marie von Ebner-Eschenbach sagte: „Die glücklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.“ Jemand ergänzte: Die glücklichen Sklaven, die nicht wissen, dass sie Sklaven sind... Sind wir gemeint?

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Lutz von Peter

Hervorragender Artikel, bis auf die letzten Zeilen

Dem Artikel ist weitestgehend zuzustimmen bis auf das Ende. Der Staat sollte nach all der Freiheit nicht den Ausstieg aus dem Sozialstaat erlauben. Denn damit ergäbe sich zwangsläufig ein Präkariat der Unfähigen und der zu Risikofreudigen.. Auch das von Saint-Gilles erwähnte Mittel des Sozialstaates mit Gedächtnis, das zB einem an Lungenkrebs Erkrankten wegen seiner Vorgeschichte weniger Hilfe angedeihen lässt hat meines Erachtens einen zu grossen Zug von Raubtierkapitalismus.

Der Ausweg aus dem Dilemma ist einfach: Umdefinieren des Sozialstaates: jeder bleibt in der staatlichen Hilfe, nur wird diese drastisch zurückgefahren auf das Notwendigste. Verschuldet oder unverschuldet in die Präkarität Abgeglittene können überleben und werden vom Sozialstaat in einer Weise aufgefangen, dass sie ein sehr klares Interesse daran haben, aus dieser Unterstützung herauszukommen. Das heisst Suppenküchen, Notunterkünfte, Sachleistungen anstatt Geld, und das gegen Arbeitsleistung.

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Marcus Felbs
Marcus Felbs (Felby) - 21.08.2012 13:59 Uhr

Jenseits von Paternalismus, die Kleptokratie.

Paternalismus trifft eigentlich eher auf die Regierungen der fruehen BRD zu. Der Staat fuehlt sich ja nicht mehr seinen Buergern verpflichtet, dem Individuum, aber eher Wirtschaftsstarke Jusristische Personen. Beispiel hier: das neue Einwohner Meldegesetz, dass den Glaesernen Buerger erschaffen soll zu Gunsten der Privatwirtschaft. Ich kann hier keinen Paternalismus erkennen, eher Kleptokratismus.

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Marcus Felbs
Marcus Felbs (Felby) - 21.08.2012 13:55 Uhr

Jenseits von Paternalismus

Paternalismus trifft eigentlich eher auf die Regierungen der fruehen BRD zu. Der Staat fuehlt sich ja nicht mehr seinen Buergern verpflichtet, dem Individuum, aber eher Wirtschaftsstarke Jusristische Personen. Beispiel hier: das neue Einwohner Meldegesetz, dass den Glaesernen Buerger erschaffen soll zu Gunsten der Privatwirtschaft. Ich kann hier keinen Paternalismus erkennen, eher Kleptokratismus.

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Günter Haberland

Wer staatlichen Paternalismus befürwortet

und die Bürger für unfähig hält, Entscheidungen selbst zu treffen, der entzieht der Demokratie ihre gedankliche Grundlage.

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K. Peter Luecke

Mich stört auch die Gängelung durch den Staat - vor allem die von diesem ...

... Gesinnungsstaat betriebene Diskriminierung und Ausgrenzung Andersdenkender. Aber - wie hier im Beitrag - dem Staat die Aufgabe zuzuweisen, "nach liberaler Auffassung ... private Verträge und Eigentumsrechte durch(zu)setzen", ist ja fast noch schlimmer. Da wird dem Staat die Rolle des Helfershelfers etwa der Abmahnindustrie zugewiesen. Die "Privaten", wenn sie sonst schon nicht vom Staat gegängelt werden wollen, sollen dann bitte mal selber sehen, wie sie ihre tatsächlichen oder vermeintlichen Ansprüche Anderen gegenüber durchsetzen - und nicht nach dem Staat rufen!

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Guido Wirtz

Paternalismus macht Politik zur Ideologie

Demokratische Politik hat in meinen Augen, die Aufgabe, ein Gemeinwesen nach Maßgabe des Mehrheitswillens zu organisieren und gleichzeitig freiheitliche Grundrechte des Einzelnen zu schützen.
Paternalismus geht weit darüber hinaus: Er legt fest was falsch und was richtig ist, Das finde ich gefährlich.
Erstens macht Paternalismus Politik anfällig für Ideologie.
Zweitens überträgt er die Willensbildung auf Experten, die häufig weder eine geprüfte fachliche noch eine demokratischen Legitimation besitzen. Können wir das wollen?

Abgesehen davon gibt es für viele Bereiche kein einheitlich gültiges richtig oder falsch. Bio oder Boulette, Ferrari oder Fahrrad, Villa oder WG, Maloche oder Müßiggang, Bücher oder Ballerspiele. Das Leben sorgt sowieso dafür, dass ich mir nicht alles frei raussuchen kann. Wo ich es kann, hätte ich gern weiter die freie Wahl, ohne dass mir jemand vorschreibt, was ich gefälligst zu wollen habe.
Und an irgendeinem Punkt, wird in dieser Hinsicht jeder empfindich!

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Daniel Knoell

Kleine semantische Korrektur

Der Vater, das Väterliche und weitgehend auch die Vaterschaft sind in dieser "Zivilgesellschaft" abgeschafft oder sehen ihrer endgültigen Abschaffung entgegen. Das angeprangerte Gebaren ist nicht in erster Linie väterlich, sondern vielmehr mütterlich und überwiegend weiblich, genauso wie seine Protagonistinnen in Politik, Medien und der so genannten Wissenschaft der BrotgelehrtInnen (Schiller).

Korrekterweise ist daher von einem Maternalismus zu sprechen, was sich auch mit dem Gouvernantenstaat viel besser in Einklang bringen lässt.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.08.2012 18:18 Uhr
Daniel Knoell

Widerspruch abgelehnt!

Was den Ursprung des "Paternalismus" betrifft, mögen Sie Recht haben. Bezüglich der zeitgenössischen Ausprägung, und nur um die geht es hier, liegen Sie falsch. Schauen Sie sich mal das Personal der so genannten Sozial-, Betreungs-, Beratungs- usw.- Industrien an, ebenso das der Scheidungsindustrie, der "Kundenschutzindustrie", das Lehrpersonal, das der Justiz - was finden Sie? In der weit überwiegenden Mehrheit Frauen! Diese profitieren wertschöpfungsfrei direkt via Auskommen und indirekt via staatlicher Regulation vom Maternalismus, weswegen sie ihn auch heftigst unterstützen. Dem Geschäft kommt der weibliche Hang zur Beckmesserei und Rigidität sehr entgegen. Kaum eine Initiative zur Verhaltenskonditionierung ging von einem Mann aus, das ist die Domäne der Politikerinnen, die sich zu "Müttern der Nation" aufschwingen, sich Wissen und Kompetenz anmaßen und allen alles vorschreiben, verbieten oder sonstwie regulieren wollen. Reflektieren Sie bitte Ihre Normalitäts-Befangenheit.

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Helga Zießler

Widerspruch!

Dieses Gebaren des Staates ist weder eindeutig paternalistisch, noch maternalistisch, denn es hat sich doch schon viel früher entwickelt als der aktuelle "Weiblichkeitswahn". Die Politiker haben schon immer versucht, erzieherisch auf die Bürger einzuwirken, weil sie dadurch mehr Macht bekommen. Und das war auch schon so, als noch nicht so viele (Quoten-)Frauen bestimmten, wo's langzugehen hatte! Nein, ich halte das für eine ganz allgemeine Entwicklung, weder männlich noch weiblich bestimmt.

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Alex Merck
Alex Merck (AlexM3) - 21.08.2012 11:52 Uhr

Schade, das unsere Politiker und ihre Klientel, die Beamtenschaft, diesen Text wohl

nicht einmal verstehen! Hervorragender Artikel!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.08.2012 14:17 Uhr
Helga Zießler

Herr Merck

...verstehen würden die Herrschaften diesen - wirklich brillanten! - Artikel schon, denke ich. Die Frage ist aber, ob sie ihn würden verstehen wollen. Solch ein scheinbar menschenfreundlicher Paternalismus verleiht doch denen, die ihn ausüben, ungeheure Macht über die, die sich dem beugen. So, wie es leichter ist, ein Kind aufzuziehen, das mit Ritalin oder ähnlichen Unterdrückungsmaßnahmen ruhiggestellt wurde, als ein anstrengendes, neugieriges, fragendes und widersprechendes Kind, das seinen Weg sucht und auch unbequem sein kann. Nicht ohne Grund verweist der Autor auf Huxleys "Schöne Neue Welt". Wir sind, ohne es sehen zu wollen, längst auf dem Weg in diese Welt :- (

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Johannes Brockhaus

Die Gesellschaft muss sich gegen die Wirtschaft wehren können

Dank an J. Vatter für den Hinweis auf die Werbewirtschaft. Natürlich ist die Freiheit des Individuums ein unschlagbar wichtiges Gut, doch ist die Beeinflussung schon (aber nicht nur) der Kinder durch Werbung und Medien so stark (und damit Freiheit einschränkend), dass ein Korrektiv durch eine nicht nur dem eigenen wirtschafltichen Erfolg verpfichteten Macht, die mit dem Ziel einer vernunftgesteuerten "Glücks-Mehrung" agiert, nicht nur wünschenswert sondern sogar zwingen geboten ist. Das ist nicht eine Einschränkung von Freiheit sondern eine Notwendigkeit zur Herstellung von "Waffengleichheit". Alternativ die Werbewirtschaft abzurüsten (= verbieten/stark reglementieren) ist illusorisch.
Die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft ist weitgehend eine Wahlfreiheit, die nur aus einer Position der Informiertheit heraus sinnvoll genutzt werden kann. Freuen wir uns also, wenn wir Hinweise zur guten Entscheidung bekommen, die zumindest das Ziel haben, zum Wohle des Menschen zu sein.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.08.2012 11:55 Uhr
Alex Merck
Alex Merck (AlexM3) - 21.08.2012 11:55 Uhr

Nein, auch ihr gefordertes Korrektiv ist nichts anderes als

wie sie selbst es nennen, eine "nur dem eigentlichen wirtschaftlichen Erfolg verpflichtete Macht", die ebenso von imperfekten Menschen gemacht und geleitet wird - der Wirtschaftsbranche Staat.

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Horst Müller

Jeder Satz ein Paukenschlag!

So einen Artikel bringt nur die FAZ. 1000 Dank. Genau das beschriebt meine Haltung gegenüber diesem Staat seit WV und noch mehr seit EU: Paternalismus!

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Thomas Eckert
Thomas Eckert (Urlib) - 21.08.2012 10:53 Uhr

Vielen Dank

für diese treffende Beschreibung einer bedauerlichen gesellschaftlichen Entwicklung. Leider sind auch die meinsten Parteien in Deutschland auf diesem volkserzieherischen Pfad, allen voran die Grünen (und zwar nicht nur, wenn es um Umweltschutz geht).

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Johannes Vatter

Das Signal zum Anschnallen -- ein wahrhaft großes Problem der Menschheit.

Natürlich kann man unter dem Schlagwort Paternalismus das Bild eines düsteren Überwachungs- und Kontrollstaates skizzieren. Die Beispiele regen allerdings eher zum Schmunzeln an. Ein paar Anmerkungen:
1. Lebenszufriedenheit und Freiheit stellen keinen Widerspruch dar. Im Gegenteil, dort wo Freiheitsberaubung zum Problem wird, dort wo Menschen unnötig gegängelt werden, genau da führt die Einschränkung von Freiheit meist auch zu Unzufriedenheit. Bei der Anschnallpflicht ist das wohl eher nicht der Fall, genau so wenig wie bei einem Hinweis auf einen 30prozentigen Zuckeranteil.
2. Wer sich gegen den "weichen" Paternalismus ausspricht, der sollte sich zunächst der Werbeindustrie zuwenden. Hier wird systematisch in die Entscheidungen von Individuen (oft Jugendlicher) eingriffen, und zwar ohne dass ein wohlwollendes Motiv vorliegt.
3. Die Zuspitzung auf die Eigenverantwortung (um externe Effekte auszuschließen) führt im Umkehrschluss zur Abschaffung eines jeden Sozialstaates. Zum Wohl.

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