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Schuldenkrise Spanischer Milliardär spendet für die Armen

Die Krise lässt die Zahl der Hilfsbedürftigen in Spanien steigen. Jetzt gibt der reichste Mann des Landes der Caritas deshalb 20 Millionen Euro.

© dapd Barmherzigkeit: Lebensmittelausgabe der Caritas in Valencia

Amancio Ortega, der reichste Mann Spaniens, hat ein gutes Beispiel gegeben und der katholischen Hilfsorganisation Caritas 20 Millionen Euro gespendet. Der Gründer des internationalen Textilunternehmens Inditex, der mit einem geschätzten Vermögen von rund 40 Milliarden Euro als drittreichster Mann der Welt hinter dem Mexikaner Carlos Slim und dem Nordamerikaner Bill Gates gilt, gab diese größte Spende in der Geschichte der Caritas über seine eigene Stiftung. Sie unterstützt seit mehr als zwanzig Jahren verschiedene Wohltätigkeitsorganisationen.

Leo Wieland Folgen:

Ortega, der das Geld insbesondere für Lebensmittel, Medikamente, Obdach und Schulbücher eingesetzt sehen will, ist eine Ausnahmeerscheinung unter den reichen Spaniern. Denn noch ist es in Spanien kaum üblich, Hilfsorganisationen mit wirklich nennenswert hohen Spenden zu unterstützen.

Caritas half 1,8 Millionen Bedürftigen

Die Caritas spielt unter diesen Organisationen schon seit dem Beginn der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 eine zunehmend wichtige Rolle. Nach den jüngsten Angaben von Generalsekretär Sebastián Mora half sie im vorigen Jahr allein 1,8 Millionen bedürftigen Spaniern und Immigranten.

Für 2011 hatte die Caritas dafür ein Budget von 250 Millionen Euro, zwei Drittel davon dank kleiner und mittelgroßer Spenden von Privatleuten. Die katholische Kirche trug 5 Millionen Euro bei. Die staatliche Hilfe sank angesichts der Sparzwänge der Regierung auf unter ein Drittel. Für dieses Jahr ist daher die Spende Ortegas ein unerwartet kräftiges Plus.

Zara-Gründer Amancio Ortega © dpa/dpaweb Vergrößern Zara-Gründer Amancio Ortega

Nach den jüngsten offiziellen Zahlen des Madrider Sozial- und Gesundheitsministeriums für das Jahr 2010 halfen die Sozialdienste damals schon insgesamt acht Millionen bedürftigen Spaniern. Diese Zahl dürfte inzwischen noch einmal um etwa 20 Prozent gestiegen sein.

Durch Zwangsräumungen von Wohnungen und Häusern, für welche die Eigentümer die Hypotheken nicht mehr bezahlen konnten, stieg insbesondere auch die Obdachlosigkeit. Nach neuesten Schätzungen verlieren täglich bis zu dreihundert Spanier ihre Unterkunft.

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Zu dem spanischen Krisenpanorama, das sich frühestens Ende kommenden Jahres mit bescheidenem neuen Wirtschaftswachstum wieder etwas aufhellen dürfte, gehört vor allem die in den Ländern der europäischen Währungsunion beispiellos hohe Arbeitslosenquote von gegenwärtig rund 25 Prozent. In fast zwei Millionen Haushalten sind alle Mitglieder ohne reguläre Beschäftigung.

Nach einer vor kurzem in Tokio veröffentlichten Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF), die sich auf den Gini-Index stützt, ist Spanien nach Litauen das EU-Land, in dem während der Krisenjahre die soziale Ungleichheit am meisten zugenommen hat. Dies bestätigen auch die Daten der europäischen Statistikbehörde, die Spanien im Blick auf die Kluft zwischen Arm und Reich mit einem Indexwert von 7,5 - der EU-Durchschnitt liegt bei 5,7 - sogar absolut an die Spitze setzen.

Ohne Arbeit

Fünf Jahre nach dem Beginn der Wirtschaftskrise in Spanien hat die Arbeitslosenquote den historischen Rekordstand von 25,02 Prozent erreicht. Die Zahl der Beschäftigungslosen stieg nach den am Freitag veröffentlichten Daten im dritten Quartal des Jahres abermals um mehr als 80.000 auf 5,79 Millionen.

Vor allem in der Baubranche, im Dienstleistungsgewerbe und in der Landwirtschaft gingen Arbeitsplätze verloren. Die Arbeitslosigkeit der Jugendlichen unter 25 Jahren liegt jetzt bei 52,3 Prozent.

Der Vorsitzende der Gewerkschaf CCOO, Ignacio Fernández Toxo, forderte einen grundsätzlichen wirtschaftspolitischen Kurswechsel. Für den 14. November haben die spanischen Gewerkschaften den zweiten Generalstreik dieses Jahres angekündigt.

Quelle: F.A.Z.

 
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