http://www.faz.net/-gqe-76eek
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 09.02.2013, 13:53 Uhr

Promi-Paare Karrieren im Scheinwerferlicht

Top-Manager mit prominenten Frauen haben es schwer, Job und Privatleben voneinander zu trennen. Jüngstes Beispiel: Die Liaison von Dieter Zetsche und Desirée Nosbusch.

von und
© dpa Haben der Klatschpresse bislang wenig Futter geliefert: Desirée Nosbusch und Dieter Zetsche.

Das Anbandeln ist nicht so einfach für Prominente. Kaum vorstellbar, dass Dieter Zetsche nach einen Internet-Flirt beim Date auftaucht, und die Chance, eine naturverbundene Schönheit beim Baumschnittkurs des Gartenbauvereins Heckengäu kennenzulernen, hat der Vorstandsvorsitzende des Daimler-Konzerns auch eher nicht. In der Welt der Topmanager gibt es andere Gelegenheiten: Transatlantikflüge zum Beispiel oder Talkshows oder, wie im Fall des Stuttgarter Schnauzbartträgers, das 125-Jahr-Jubiläum des Automobils, moderiert vom Multitalent Desirée Nosbusch. An jenem Abend dürfte es gefunkt haben, wobei: Genaueres weiß man nicht. Nur, dass die beiden jetzt, zwei Jahre später, ein Paar sind.

Henning Peitsmeier Folgen: Susanne Preuß Folgen:

Und wie alle berühmten Paare müssen Zetsche und Nosbusch nun mit den Schnüffeleien der Boulevardmedien leben. Aber nicht nur die interessieren sich für Privates. Ein Wirtschaftsjournalist des Luxemburger „Tageblatt“ robbt sich an Dieter Zetsche heran und wagt den Vorstoß. Schließlich kommt er aus Esch-sur-Alzette, dem Heimatstädtchen der heute 48 Jahre alten Medienfrau. Ein von der Stahlindustrie geprägter Ort, ohne Glamour sonst, aber jetzt, wenn neben Desirée der Herr der Sterne strahlt, ist das natürlich ein Thema. Die Gelegenheit ist günstig: am Abend vor der Jahrespressekonferenz mischen sich traditionell die Daimler-Vorstände unter die Journalisten, die anreisen, um über Erfolg und Misserfolg des Stuttgarter Konzerns zu berichten. Aus Luxemburg kam bisher niemand. Dieses Jahr sind es gleich drei Kollegen, die der Einladung der dortigen Vertriebsniederlassung zu einer Reise nach Stuttgart gefolgt sind. Zufall? Zetsche jedenfalls ist präpariert: Er würde ja auch fragen, wenn er in der Rolle des Journalisten wäre, aber er würde dann wohl genau die Antwort erwarten, die er als Dieter Zetsche jetzt gebe: Privatsache, nichts als Privatsache. Dann klingelt praktischerweise Zetsches Handy, und er kann dem Thema entfliehen. Bis der nächste fragt. Als zu fortgeschrittener Stunde ein französischer Journalist Zetsche zu seiner neuen „D-Klasse“ gratuliert, muss der Konzernchef das auch noch ertragen, aber wieder klingelt das Handy.

Mehr zum Thema

Das Thema müsste damit vorläufig abgehakt sein. Selbst die Neugier der Vorstände ist schon befriedigt: gegenseitiges Beschnuppern war schon einmal möglich, als sich die Vorstandsmitglieder informell mit Partner trafen, wie man es bei Daimler ab und zu tut. Getuschel kann so gar nicht erst aufkommen.

Auch der Klatschpresse haben Nosbusch und Zetsche bisher wenig Aufsehenerregendes geliefert. Das erste Auftreten ohne Fehl und Tadel beim Mercedes-CSI Zürich, dem bedeutendsten Springreitturnier der Schweiz: Nosbusch wieder einmal als Moderatorin, Zetsche als Vertreter des Sponsors und als ein leidenschaftlicher Reiter zumal. Dass Zetsche wenig später Nosbusch nicht bei der Verleihung der Goldenen Kamera besirgleitete, sondern sie danach im Berliner In-Lokal „Borchardt“ erwartete, durfte die Boulevard-Presse noch erfahren. Das Signal: die Beziehung soll keine geheime, aber bitte auch keine öffentliche sein.

Ball des Sports 2007 © Röth, Frank Vergrößern Prototyp der deutschen Power-Paare: Nina Ruge und Wolfgang Reitzle.

Als Prototyp der deutschen Powerpaare gilt die Liaison von Nina Ruge und Wolfgang Reitzle. Vor 15 Jahren, im Showbusiness eine halbe Ewigkeit, kamen die damalige ZDF-Moderatorin („Leute heute“) und der einstige Automanager (BMW und Ford) zusammen. Jetzt, da das Liebespaar Nosbusch-Zetsche für Schlagzeilen sorgt, könnten Ruge und Reitzle ebenfalls wieder ins Rampenlicht rücken, sollte man meinen. Weit gefehlt! „Die Anfragen nach Homestorys haben keineswegs zugenommen“, sagt ein Unternehmenssprecher von Linde, dem Industriegase-Spezialisten, bei dem Reitzle vor zehn Jahren den Chefposten übernommen hat. Weniger hatte es damals Zweifel gegeben an der 2001 geschlossenen Ehe mit der prominenten Blondine, als an Reitzles Karrieresprung von der Ford-Sparte „Premier Automotive Group“ an die Spitze eines Dax-Konzerns. Ein einziges Missverständnis sei die Beziehung von Reitzle und Linde, hieß es lange. Auf Automessen war Reitzle ein Star, stets umringt von Journalisten und Managern. So einen genialen Techniker wollte man sich nicht in einem biederen Gasladen vorstellen.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Abgas-Manipulation Untersuchungen in Daimler-Werken

Bis vor Kurzem hatte der Autobauer Abgas-Manipulationen vehement bestritten. Nach einem Bericht untersuchen interne Ermittler nun Werke des Konzerns. Und auch der Ton wird vorsichtiger. Mehr

29.04.2016, 12:30 Uhr | Wirtschaft
Hauptversammlung Daimler blickt trotz Rekordergebnissen vorsichtig in die Zukunft

Mehrere Faktoren hätten das Wachstum von Januar bis März beeinträchtigt, erklärte Daimler-Chef Dieter Zetsche auf der Hauptversammlung in Berlin. Das zweite Halbjahr werde wie in der Vergangenheit jedoch deutlich besser laufen als das erste. Mehr

06.04.2016, 17:06 Uhr | Wirtschaft
Abgas-Werte Nun gerät auch Daimler ins Visier der Amerikaner

Droht Daimler eine Abgasaffäre wie bei VW? Nach dem Eingang von Sammelklagen mehrerer Kunden fordert das amerikanische Justizministerium Ermittlungen. Mehr

22.04.2016, 03:55 Uhr | Wirtschaft
Panama Papers Cameron räumt Beteiligung an Briefkastenfirma seines Vaters ein

Das Büro des britischen Premiers hatte nach der Enthüllung der Panama Papers zunächst erklärt, Camerons Investitionen seien Privatsache. Gegen Vorwürfe wehrt sich auch Argentiniens Präsident Macri. Mehr

08.04.2016, 14:22 Uhr | Wirtschaft
TV-Kritik: Maybrit Illner Riesters Feinde siegen im Gladiatorenring

Fundamentalkritiker an den Rentenreformen des vergangenen Jahrzehnts gewinnen die Oberhand. Das Publikum lässt sich von den Tiraden gegen Riester hinreißen. Mehr Von Philipp Krohn

29.04.2016, 04:23 Uhr | Feuilleton

Der Sieger heißt Cryan

Von Gerald Braunberger

Der Chefaufklärer der Deutschen Bank geht. Thoma wird „zuviel Übereifer“ vorgeworfen. Davon profitiert vor allem der Chef des Geldinstituts, John Cryan. Mehr 2


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Sozialverband für mehr Rente „Wir schaffen mehr Reichtum mit weniger Arbeit“

Gerade die Sozialverbände warnen vor Altersarmut und prangern ein stabiles Rentenniveau an. Einer ihrer Chefs erklärt, wieso das möglich sei trotz der alternden Gesellschaft. Mehr 12 4