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Promi-Paare Karrieren im Scheinwerferlicht

Top-Manager mit prominenten Frauen haben es schwer, Job und Privatleben voneinander zu trennen. Jüngstes Beispiel: Die Liaison von Dieter Zetsche und Desirée Nosbusch.

© dpa Vergrößern Haben der Klatschpresse bislang wenig Futter geliefert: Desirée Nosbusch und Dieter Zetsche.

Das Anbandeln ist nicht so einfach für Prominente. Kaum vorstellbar, dass Dieter Zetsche nach einen Internet-Flirt beim Date auftaucht, und die Chance, eine naturverbundene Schönheit beim Baumschnittkurs des Gartenbauvereins Heckengäu kennenzulernen, hat der Vorstandsvorsitzende des Daimler-Konzerns auch eher nicht. In der Welt der Topmanager gibt es andere Gelegenheiten: Transatlantikflüge zum Beispiel oder Talkshows oder, wie im Fall des Stuttgarter Schnauzbartträgers, das 125-Jahr-Jubiläum des Automobils, moderiert vom Multitalent Desirée Nosbusch. An jenem Abend dürfte es gefunkt haben, wobei: Genaueres weiß man nicht. Nur, dass die beiden jetzt, zwei Jahre später, ein Paar sind.

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Und wie alle berühmten Paare müssen Zetsche und Nosbusch nun mit den Schnüffeleien der Boulevardmedien leben. Aber nicht nur die interessieren sich für Privates. Ein Wirtschaftsjournalist des Luxemburger „Tageblatt“ robbt sich an Dieter Zetsche heran und wagt den Vorstoß. Schließlich kommt er aus Esch-sur-Alzette, dem Heimatstädtchen der heute 48 Jahre alten Medienfrau. Ein von der Stahlindustrie geprägter Ort, ohne Glamour sonst, aber jetzt, wenn neben Desirée der Herr der Sterne strahlt, ist das natürlich ein Thema. Die Gelegenheit ist günstig: am Abend vor der Jahrespressekonferenz mischen sich traditionell die Daimler-Vorstände unter die Journalisten, die anreisen, um über Erfolg und Misserfolg des Stuttgarter Konzerns zu berichten. Aus Luxemburg kam bisher niemand. Dieses Jahr sind es gleich drei Kollegen, die der Einladung der dortigen Vertriebsniederlassung zu einer Reise nach Stuttgart gefolgt sind. Zufall? Zetsche jedenfalls ist präpariert: Er würde ja auch fragen, wenn er in der Rolle des Journalisten wäre, aber er würde dann wohl genau die Antwort erwarten, die er als Dieter Zetsche jetzt gebe: Privatsache, nichts als Privatsache. Dann klingelt praktischerweise Zetsches Handy, und er kann dem Thema entfliehen. Bis der nächste fragt. Als zu fortgeschrittener Stunde ein französischer Journalist Zetsche zu seiner neuen „D-Klasse“ gratuliert, muss der Konzernchef das auch noch ertragen, aber wieder klingelt das Handy.

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Das Thema müsste damit vorläufig abgehakt sein. Selbst die Neugier der Vorstände ist schon befriedigt: gegenseitiges Beschnuppern war schon einmal möglich, als sich die Vorstandsmitglieder informell mit Partner trafen, wie man es bei Daimler ab und zu tut. Getuschel kann so gar nicht erst aufkommen.

Auch der Klatschpresse haben Nosbusch und Zetsche bisher wenig Aufsehenerregendes geliefert. Das erste Auftreten ohne Fehl und Tadel beim Mercedes-CSI Zürich, dem bedeutendsten Springreitturnier der Schweiz: Nosbusch wieder einmal als Moderatorin, Zetsche als Vertreter des Sponsors und als ein leidenschaftlicher Reiter zumal. Dass Zetsche wenig später Nosbusch nicht bei der Verleihung der Goldenen Kamera besirgleitete, sondern sie danach im Berliner In-Lokal „Borchardt“ erwartete, durfte die Boulevard-Presse noch erfahren. Das Signal: die Beziehung soll keine geheime, aber bitte auch keine öffentliche sein.

Ball des Sports 2007 © Röth, Frank Vergrößern Prototyp der deutschen Power-Paare: Nina Ruge und Wolfgang Reitzle.

Als Prototyp der deutschen Powerpaare gilt die Liaison von Nina Ruge und Wolfgang Reitzle. Vor 15 Jahren, im Showbusiness eine halbe Ewigkeit, kamen die damalige ZDF-Moderatorin („Leute heute“) und der einstige Automanager (BMW und Ford) zusammen. Jetzt, da das Liebespaar Nosbusch-Zetsche für Schlagzeilen sorgt, könnten Ruge und Reitzle ebenfalls wieder ins Rampenlicht rücken, sollte man meinen. Weit gefehlt! „Die Anfragen nach Homestorys haben keineswegs zugenommen“, sagt ein Unternehmenssprecher von Linde, dem Industriegase-Spezialisten, bei dem Reitzle vor zehn Jahren den Chefposten übernommen hat. Weniger hatte es damals Zweifel gegeben an der 2001 geschlossenen Ehe mit der prominenten Blondine, als an Reitzles Karrieresprung von der Ford-Sparte „Premier Automotive Group“ an die Spitze eines Dax-Konzerns. Ein einziges Missverständnis sei die Beziehung von Reitzle und Linde, hieß es lange. Auf Automessen war Reitzle ein Star, stets umringt von Journalisten und Managern. So einen genialen Techniker wollte man sich nicht in einem biederen Gasladen vorstellen.

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