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„Mister Euro“ will nicht mehr Juncker gibt Eurogruppenvorsitz ab

 ·  Jean-Claude Juncker mag nicht länger Vorsitzender der Eurogruppe sein. Nach siebeneinhalb Jahren will er sein Amt Ende Juni abgeben. Im Rückblick sprach Juncker von „unzähligen Enttäuschungen“. Für seinen Entschluss nannte er aber einen anderen Grund.

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Jean-Claude Juncker will den Vorsitz der Eurogruppe Ende Juni an einen anderen Kollegen übergeben. „Es ist einfach ein echtes Zeitproblem“, sagte der Regierungschef. Er schaffe es angesichts der Krise „kaum noch, die Arbeit, die ich in Luxemburg zu verrichten habe, und die sehr anstrengende Arbeit in der Eurogruppe zeitlich auf einen Nenner zu bringen.“ Zudem habe sich gezeigt, dass die Eurogruppe einen hauptamtlichen Vorsitzenden brauche.

Seit 2005 „Mister Euro“

Weil es aber nicht einfach werden dürfte, einen gleichwertigen Ersatz für den 57 Jahre alten Routinier zu finden, wurde Juncker beauftragt, selbst nach seinem eigenen Nachfolger zu suchen. Helfen soll ihm dabei EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy. Zusammen sollen sie möglichst schon innerhalb der nächsten zwei Wochen Vorschläge für den Vorsitz der Eurogruppe, die Leitung des Euro-Rettungsfonds ESM, den Vorsitz der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und für ein Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank machen.

In der Vergangenheit hatte Juncker mehrfach geklagt, der Vorsitz der Eurogruppe sei „nicht vergnügungssteuerpflichtig“. Auch am Freitag sprach er von „Verärgerungen und unzähligen Enttäuschungen“. Diese seien aber nicht der Grund, weshalb er das Amt abgebe.

Seit Anfang 2005, als erstmals ein ständiger Vorsitzender der Eurogruppe bestimmt wurde, war Juncker das „Gesicht“ der gemeinsamen Währung, der „Mister Euro“. Der mittlerweile dienstälteste Regierungschef in der Europäischen Union kämpfte stets um und für die gemeinsame Währung, zu deren Gründervätern er gehörte.

Schneller Denker, spitzzüngiger Redner

Mittlerweile gibt es sogar zwei Euro-Gremien: Eines auf Ebene der Regierungschefs, zu deren Vorsitzendem am Donnerstag der EU-Ratsvorsitzende Herman Van Rompuy bestimmt wurde. Ein vor allem politisches Gremium. Daneben die Eurogruppe der Finanzminister, deren Treffen in Brüssel voller technischer Details und Finessen stecken. Hier wird am Kleingedruckten gearbeitet, weswegen die Treffen dieser Gruppe nur selten vor Mitternacht enden.

Der gelernte Jurist und jahrelang praktizierende Finanzminister Juncker brachte Standvermögen und Detailkenntnis in dieses Gremium ein. Als schneller Denker und spitzzüngiger Redner avancierte Juncker zu einer der beherrschenden Figuren der Währungsdebatte. Das brachte ihm oft Konflikte ein - vor allem mit französischen Präsidenten, aber auch mit den deutschen Regierungschefs. Nicolas Sarkozy verhinderte Junckers Wahl zum EU-Ratspräsidenten, auf den Präsidentenposten der EU-Kommission hatte er schon früher verzichtet.

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Von Joachim Jahn, Berlin

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