05.05.2012 · 13 Millionen Euro Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr: Christoph Franz soll die Lufthansa sanieren. Dafür macht der Vorstandschef alles anders als sein Vorgänger. Das verschafft ihm richtig Ärger.
Von Melanie AmannRichtlinien für Lesermeinungen
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Mit "nicht edel genug" hat das nichts zu tun!
Die Lufthansa behandelt ihre Kunden schlecht, und nicht erst seit Dr. Franz. Und das sollte man als Unternehmen nicht tun, jedenfalls nicht, wenn man seine Kunden behandeln will. Gerade die treuesten und umsatzträchtigsten Kunden (HONs und SENs), werden systematisch vergrätzt. Man fragt sich, was in den Köpfen des Vorstands vorgeht. Kein Wunder, dass sich die Kunden nach Alternativen umschauen. Die Veränderung der Miles&More-Bedingungen ist eine Frechheit und die Bilanzierung der Prämienmeilen und die Erläuterungen im Anhang verdienen den Begriff "Rechnungslegung" nicht. Das ist keine "Publizität", das ist Verschleierungstaktik. Die Überstürztheit, mit der die Änderungen am Miles&More-Programm übers Knie gebrochen wurden, zeugt von nackter Panik angesichts des zu erwartenden Jahresfehlbetrags im letzten Jahr. Also hat die LH noch schnell die Rückstellungen/Abgrenzungen nach unten gerechnet - und schon riecht die Meilenbilanzierung nach (unschönem, aber legalem) earnings management.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.05.2012 18:49 Uhr"behalten" sollte es heißen, nicht "behandeln"
(zur Richtigstellung)
... ist das richtige Wort über Franz. Und das rettet ihn dann auch
über seine Ungeschliffenheiten und die Kommunikationsprobleme der
Lufthansa dieser Tage. Er kommt nicht immer so gut rüber, ist aber
trotzdem ganz symphatisch.
Franz hat auch wohl wirklich ganze Arbeit geleistet bei der SWISS und
die strenge Trennung der Marken ist die ganz richtige Strategie.
Allerdings könnte die Lufthansa sich bei der kleinen Tochter
durchaus so Einiges abschauen. Vor allem in Bezug auf Stil und
Profitabilität. Da wäre Franz dann ja schon der Richtige, weil
er die SWISS hervorragend kennt.
Schwer zu sagen, wie man die Wüstenflieger kontern sollte, aber bei
den Billigfliegern könnte vor allem die Integration von deren
Punkt-zu-Punkt-Strategie in das Netzwerksystem die Herausforderung sein.
Die Autorin teilt leider nicht die Umsatzerlöse 2010 mit, die aber - ganz grob geschätzt - bei 20 Milliarden Euro liegen dürften. Da sind 13 Millionen Euro keine "hohen Verluste", sondern Peanuts. Bemerkenswert ist eher, dass es Verluste gab, und keine hohen operativen Gewinne, wie noch 2008.
Als Musikliebhaber irritiert mich die Einleitung des Artikels. Smells
Like Teen Spirit ist kein Grungesong. Nirvana hat als Grunge Punk-Band
begonnen, aber das heißt ja nicht, dass alle Songs Grunge sein
müssen. Bei der License To Ill Platte von den Beastie Boys spricht
man ja auch nicht von Hardcore Punk, obwohl diese Band ihr Debut mit
Hardcore Punk hingelegt hat.
Außerdem verstehe ich nicht, wieso dieser Song antikapitalistisch
sein soll. Eine politische Auseinandersetzung erkenne ich nicht. Auch
das übrige Werk von Nirvana ist bar deutlicher politischer
Positionierung. Schließlich wird der Song nicht nur bei
"antikapitalistischen Leuten" gespielt. Er ist längst
im Mainstream gelandet.
Den Artikel machen diese unbegründeten Aussagen unglaubwürdig.
Und zwar ganz und gar unnötig.
Franz ist ein guter Mann - wenn er gute Mitarbeiter hat
Bei Swiss Airl Lines hat Herr Franz einen guten Job gemacht. Ein liberaler Arbeitsmarkt, gut ausgebildetes & motiviertes Fachpersonal, Mitarbeiter mit Internationaler Optik, flexible Behörden; und ein Heimflughafen der qualitativ auf dem Niveau einer Schweizer Uhr tickt halfen ihm dabei.
Ich habe Christoph Franz bei der Bahn erst als Bereichsleiter-Kollegen, später als Vorgesetzten (Vorstand DB Fernverkehr GmbH) erlebt und kann daher Herrn Weigend nur zustimmen: Als fröhlichen, weltoffenen Manager, der in sehr wohl in der Lage ist, Kollegen und vor allem Mitarbeiter für sich und seine stets hoch gesetzten Ziele geradezu emotional zu begeistern. Als Vorstand bei der Bahn folgte er allerdings einem autoritären Vorgänger und er hatte es dort evtl. leichter als bei der Lufthansa, wo er einem eher jovialen Vorgänger folgte, dessen sich jetzt zum teil als gravierend herausstellende Fehlentscheidungen er jetzt, angesichts akuter Marktveränderungen mit harten Entscheidungen korrigieren muß. Wer es gut mit der Lufthansa meint, der sollte ihn intern dabei unterstützen. Als Externer wünsche ich ihm im Endeffekt dafür eine glückliche Hand.
Zu viel Personal? Zu viele Flugzeuge? Zu viele Flugziele?
Die Lufthansa hat es nicht leicht: Sie steht zwischen den zum Teil hoch
subventionierten Fluglinien unter Staatskontrolle und den
Billigfliegern. Auf den Kurzstrecken besteht ferner eine zunehmende
Konkurrenz durch ICE, TGV und THALYS.
Diese Situatiion ist jedoch nicht neu. Es wird daher Zeit, daß die
Lufthansa ihre bisherige Positionierung am Markt überprüft: Wo
wird das Geld verdient? Wo wird noch kostendeckend geflogen und wo nur
noch mit Verlust? Das Ergebnis dieser Analyse sollte den
Führungskräften sowie den Vertretern der Belegschaft in
transparenter Weise mitgeteilt werden, um dann soweit wie möglich
gemeinsam eine Strategie für die Zukunft zu entwickeln.
Nicht hilfreich in dieser Situation ist daher der Schritt des
Vorstandsvorsitzenden, mit markigen Worten über die Probleme des
Unternehmens an die Öffentlichkeit zu gehen, um so die Belegschaft
zu raschen Zugeständnissen zu zwingen. Als Dienstleister ist die
Lufthansa auf die Motivation ihrer Mitarbeiter angewiesen!
Die genannten Zahlen mögen stimmen, was mir jedoch fehlt, ist
die Analyse wie Passagiere befördert werden:
- enge Sitze
- kaum Beinfreiheit
- Vordermänner und -frauen, die die Rücklehne so weit
zurückfahren, dass die Haare auf den Teller wedeln
- Beförderung im Airbus, der den Eindruck einer
"abgehängten Decke" suggeriert
Ob nun Alitalia, Delta oder die arabischen Airlines sind hier in der
Lage, den Passagier angenehmer zu befördern!
Melanie Amann Jahrgang 1978, Redakteurin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
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