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José Manuel Barroso : Kritik am Wechsel zu Goldman Sachs

José Manuel Barroso Bild: dpa

Der ehemalige Präsident der EU-Kommission José Manuel Barroso wechselt in die Londoner Filiale von Goldman Sachs. Das stößt auf einigen Ärger.

          Dass José Manuel Barroso in Zukunft die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs berät, bringt dem früheren Präsidenten der EU-Kommission heftige Kritik ein. „Diese elendigen Seitenwechsel von der Politik in die Wirtschaft nähren die Zweifel an der Gemeinwohlorientierung der Politik“, sagte der deutsche EU-Abgeordnete Sven Giegold von den Grünen. Der Brüssel-Kenner Barroso soll Goldman Sachs helfen, sich auf die Folgen des britischen EU-Ausstiegs einzustellen.

          Marcus Theurer

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Mit dem schnellen Seitenwechsel beschädige Barroso das Image der EU-Kommission, kritisierte Giegold. Es seien längere Karenzzeiten für EU-Kommissare nötig. Der 60 Jahre alte Barroso war Ministerpräsident von Portugal, bevor er von 2004 bis 2014 die EU-Kommission führte.

          Scharfe Kritik kommt auch aus Frankreich: Er sei „ein unanständiger Vertreter eines alten Europas“, kommentierte der französische Außenhandelsstaatssekretär Matthias Fekl. Französische EU-Abgeordnete bezeichneten Barrosos Schritt als „skandalös“.

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          Goldman Sachs hat am Freitag mitgeteilt, Barroso werde als „non-executive Chairman“ in die Londoner Tochtergesellschaft Goldman Sachs International und als Berater in den Mutterkonzern eintreten. Goldman Sachs beschäftigt in Großbritannien rund 6000 Mitarbeiter. Seitdem die Briten in einem Referendum für den Austritt aus der EU gestimmt haben, ist unklar, ob die Amerikaner von der britischen Hauptstadt aus weiter freien Zugang zu diesen Märkten haben werden.

          Die Verhandlungen über künftige Handelsbeziehungen zwischen der EU und Großbritannien dürften Jahre dauern. Er werde tun, was er könne, um die negativen Auswirkungen des Brexit auf Goldman Sachs zu verringern, sagte Barroso der „Financial Times“. Goldman und andere Geldhäuser haben gewarnt, sie könnten Arbeitsplätze nach Frankfurt, Paris oder Dublin verlagern. Dies wäre vor allem für amerikanische Institute mit hohen Kosten verbunden.

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