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Jeroen Dijsselbloem Die steile Karriere des neuen Eurogruppen-Chefs

 ·  Der Finanzminister der Niederlande soll neuer Chef der Eurogruppe werden, also der Finanzminister der Eurozone. Dabei ist er erst seit Anfang November in seiner Heimat im Amt. Sein Name steht für einen harten Sparkurs.

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© dpa Vergrößern Jeroen Dijsselbloem (links) im Gespräch mit Europa-Kommissar Janusz Lewandowski.

Elf Monate war Herman Van Rompuy als belgischer Ministerpräsident im Amt, als ihn die Staats- und Regierungschefs im November 2009 das Amt des ersten EU-Ratsvorsitzenden antrugen. Bei Jeroen Dijsselbloem dürfte der europäische Ritterschlag schneller gehen. Erst seit Anfang November ist der 46 Jahre alte Niederländer Finanzminister in Den Haag. Dennoch hat er sich im Kreis seiner Amtskollegen in der Euro-Gruppe schon einen so guten Ruf erworben, dass er in Kürze die Nachfolge des luxemburgischen Vorsitzenden Jean-Claude Juncker als Chef der Eurogruppe antreten dürfte

Zugunsten des Sozialdemokraten, Nachfolger des im Kreis der EU-Finanzminister geschätzten Christlichen Demokraten Jan Kees de Jager, hat wohl auch die Herkunft beigetragen. Auch wenn die niederländische Wirtschaft zuletzt in schwereres Fahrwasser geraten ist, stehen Land und Regierung für einen soliden Kurs. Dijsselbloem, enger Vertrauter des sozialdemokratischen Spitzenmanns Diederik Samson und wie dieser zum Zirkel der „roten Ingenieure“ der Partei gerechnet, war maßgeblich an der raschen Aushandlung der Haager Koalitionsvereinbarung mit den Rechtsliberalen von Ministerpräsident Mark Rutte beteiligt.

Der Name bürgt für einen resoluten Sparkurs

Der Name Dijsselbloem bürgt für einen resoluten Sparkurs - auch um den für Sozialdemokraten hohen Preis weitreichender Arbeitsmarktreformen oder eines höheren Renteneintrittsalters. Schon bei seinem Amtsantritt hatte Dijsselbloem angekündigt, er werde gegenüber dem Eurosorgenkind die gleiche „konsistente Linie“ wie sein Vorgänger de Jager verfolgen und bei der Haushaltsdisziplin „knallhart“ auftreten. Das brachte ihm nicht nur Sympathien beim liberalen Koalitionspartner ein, sondern sorgte auch in Berlin und manchen anderen Hauptstädten für Erleichterung.

Dass er sich bei seinen Auftritten im Kreis von Europas Finanzministers gleichermaßen sprachlich - in makellosem Englisch - wie auch inhaltlich klar auszudrücken vermag, könnte dem aus Eindhoven stammenden Dijsselbloem jetzt zugute kommen.

Der studierte Agrarökonom gilt in seiner Heimat als harter Arbeiter. Im Haager Parlament, in das er erstmals im Jahr 2000 gewählt wurde, waren seine Hauptthemen lange die Gesellschafts- und Bildungspolitik. Dijsselbloem steht im Ruf, nicht nur ein ernsthafter, sondern auch ein humorloser Politiker zu sein. „Entspann’ dich und lach’ mal“ soll der Inhalt einer SMS-Botschaft gelautet haben, die ihm der frühere sozialdemokratische Finanzminister Wouter Bos nach einem Fernsehauftritt geschickt hat. „Wenn ich über ernsthafte Themen spreche, dann blicke ich auch ernst drein“, soll Dijsselbloem gesagt haben.

Dass er aber durchaus, wenn auch weniger als sein Luxemburger Vorgänger an der Spitze der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, Sinn für Ironie hat, bewies er am vergangenen Donnerstag, als er von einer Reporterin des niederländischen Hörfunksenders BNR auf die mögliche Juncker-Nachfolge und die Liste mit möglichen Anwärtern angesprochen wurde. Dijsselbloem antwortet mit trockenem Humor: „Man muss sich eher Sorgen machen, wenn sein Name nicht auf der Liste steht - als wenn er draufsteht.“

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