http://www.faz.net/-gqe-8cal5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 13.01.2016, 07:25 Uhr

Rohstoffe In Indien ist Öl billiger als Wasser

In Indien haben Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Sinkende Rohstoffpreise sorgen für eine dramatische Kuriosität.

von
© Reuters Öl in Indien billiger als Wasser? Leider ist es natürlich kein Ersatz.

Der dramatische Rückgang der Preise für Öl, Kohle, Gas und Erz führt zu Kapriolen: In Indien, wo Millionen von Menschen kein Trinkwasser haben, ist ein Liter Rohöl inzwischen billiger als eine Flasche Wasser. Der Liter Öl kostet, theoretisch heruntergerechnet vom Weltmarktpreis für ein Barrel (159 Liter), derzeit 12,50 Rupien. Der Liter Mineralwasser in der Plastikflasche am Straßenstand kostet hingegen mindestens 15 Rupien.

Christoph Hein Folgen:

Wenn man diese Rechnung für Deutschland aufstellt, kommt man derzeit auf einen Rohölpreis von etwa 17 Cent je Liter. Das günstigste Mineralwasser ist hierzulande jedoch in den Supermärkten noch billiger zu haben. Gleichwohl bekommt kein Endverbraucher derzeit Öl so günstig, da Weiterverarbeiter und Händler daran noch Geld verdienen, insbesondere aber der Staat kräftig zulangt.

Mehr zum Thema

Das ist auch in Indien so. Seit Mitte 2014 hat der in Dollar bemessene Preis für Rohöl um mehr als 70 Prozent nachgegeben. Zugleich ist der Kurs der Rupie zum Dollar relativ stabil geblieben. Da die Regierung die Steuern für den Treibstoff seit November aber in drei Schritten erhöht hat, ist der Preis für die Verbraucher nur um rund 20 Prozent gefallen. So kostet der Liter Benzin in Delhi an den Zapfsäulen gut 59 Rupien, der Liter Diesel 45 Rupien.

Wasser aber ist ein immer knapperes Gut. Geschätzt 80 Millionen Inder haben keinen Zugang zu sauberem Wasser. Rund 1600 Todesfälle täglich werden auf verschmutztes Trinkwasser zurückgeführt. Die Knappheit liegt nicht nur an Trockenheit und unsinnigem Verbrauch einer überalterten Landwirtschaft, sondern auch im Ringen um die Vorräte im Himalaja.

Her mit dem superschnellen Netz!

Von Henrike Roßbach, Berlin

Die Digitalisierung kommt schneller voran als viele denken. Umso wichtiger, dass unser Land die richtige Infrastruktur dafür aufbaut. Mehr 1 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden

Grafik des Tages Lange Leitung

Vier Stromnetzbetreiber versorgen Deutschland. Dabei zeigt sich: Wer ein großes Netz betreibt, macht nicht immer auch mehr Geschäft. Mehr 0

Zur Homepage