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Veröffentlicht: 10.04.2015, 16:48 Uhr

Ex-FDP-Abgeordneter Frank Schäffler gründet eine liberale Denkfabrik

Was wurde eigentlich aus Frank Schäffler? Bekannt wurde er als Euro-Rebell. Nun gründet der ehemalige FDP-Abgeordnete eine Denkfabrik für die Freiheit.

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© dpa Frank Schäffler, Euro-Rebell und Gründer einer Denkfabrik

An der frisch gemalten Wand hängen die Vorbilder Friedrich August von Hayek, Ludwig von Mises, Karl Popper. Im Bücherschrank stehen noch etwas verloren einige Klassiker des liberalen Denkens. Auf dem Boden liegen lose ein paar Fußleisten herum. In zwei Zimmern eines Hinterhauses drängen sich lauter Leute, die vom Traum einer freiheitlich organisierten Gesellschaft nicht lassen wollen. In der Berliner Mulackstraße, wo hippe junge Leute aus der ganzen Welt shoppen, eröffnet der ehemalige FDP-Abgeordnete Frank Schäffler, bekannt geworden aus Bundestag und Talkshows als Euro-Rebell, mit seinem Partner Clemens Schneider und anderen Gleichgesinnten die Denkfabrik „Prometheus“. Wie er selbst sagt, ist alles noch etwas klein und provisorisch, da man erst seit zwei Wochen Herr über die Räumlichkeiten ist. Aber die Ziele sind umso größer. „Das soll eine Denkfabrik werden, die dynamisch wächst.“

Manfred Schäfers Folgen:

Wer so ein Institut gründet, muss Ideale haben. Ziel der Unternehmung ist, den Wert der Selbstverantwortung in der Gesellschaft zu stärken. „Wir sind überzeugt, dass es Ausdruck menschlicher Würde ist, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen“, heißt es nicht ganz frei von Pathos über das eigene Tun. Man setze sich ein für individuelle Freiheit, die Stärkung der Zivilgesellschaft, eine freiheitliche Wirtschaftsordnung, die Herrschaft des Rechts und den Rückbau eines paternalistischen Staates.

Schäffler verweist in seiner kurzen Begrüßung auf Vorbilder im Ausland. Antony Fisher nennt er, der in den vierziger Jahren in die Politik gehen wollte, um die Gesellschaft zu verändern, dem aber von Hayek geraten habe, lieber ein Institut zu gründen, um die Grundstimmung im Land zu ändern. Nur so habe man eine Chance, dass die Parteien, Abgeordneten, Fraktionen und letztlich Regierungen einen grundlegenden Wandel auf den Weg brächten. Über das Parlament die politische Stimmung zu verändern, sei dagegen sehr schwierig. „Dafür bin ich selbst das beste Beispiel“, sagte der FDP-Politiker launig. Der andere Weg sei langfristig erfolgreicher. „Wir planen Kampagnen, die Freiheit wieder attraktiv machen.“ Dabei gehe es um mehr als um Geldtheorie und Statistiken. „Freiheitsfreunde müssen auch Emotionen wecken“, betonte der Diplom-Betriebswirt. „Prometheus ist keine Hinterzimmer-Veranstaltung.“

Große Ziele, großer Name

Ein Leitbild ist das Cato-Institut in Washington. „Da wollen wir hin“, berichtete Schäffler. Man wolle laut, erkennbar, aufregend sein. Nur so könne man gesellschaftliche Veränderungen anstoßen, wie es letztlich auch bei Fisher gewesen sei. Mit seinem 1955 in London gegründeten Institut of Economic Affairs habe dieser die wirtschaftliche Revolution vorbereitet, die England unter der eisernen Premierministerin Margret Thatcher Ende der siebziger Jahre und Anfang der achtziger Jahre erlebt habe.

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Große Ziele, großer Name. So beruft man sich auf den Sohn der Titanen, der sich nach der griechischem Mythologie rührend um die Menschen kümmerte, indem er ihnen das Feuer vom Himmel holte und den Zeus dafür im Kaukasus an einen Felsen schmieden ließ, wo jeden Tag ein Adler von seiner Leber fraß, die sich immer wieder erneuerte, was die Qual verlängerte. Die Büchse der Pandora ist aus Sicht der Liberalen der wohlmeinende Staat, der regulierend eingreift. Weil eine Intervention die nächste nach sich zieht, führt dies in ihren Augen schleichend zum Verlust der Freiheit, oder – in der Sprache von Hayeks – in die Knechtschaft.

Prometheus ist eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Wie Schäffler berichtet, unterstützen sie ein paar Familienunternehmen. Für das Wachstum benötige man Spenden. Kuratoren sind Thomas Mayer, früher Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Justus Haucap, Gründungsdirektor des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie und lange Mitglied der Monopolkommission, und Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums im Institut für Weltwirtschaft. Kooths erinnerte daran, dass die schicke Mulackstraße zu dem Teil Deutschlands gehört, wo die Menschen die Machthaber vor 25 Jahren aus dem Amt gejagt haben. Es habe sich nicht nur um eine friedliche, sondern auch um eine freiheitliche Revolution gehandelt. Doch die Erinnerung verblasse. Es werde in Deutschland mehr und mehr in den Markt eingegriffen. „Darauf muss man aufmerksam machen“, mahnte er.

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