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Aktualisiert: 11.06.2014, 21:29 Uhr

Studie Spanien wird Fußballweltmeister

Geht es nach den Mannschafts-Marktwerten, wird der alte Fußball-Weltmeister der neue sein. Auch wann Deutschland ausscheidet, haben die Forscher berechnet.

von , Berlin
© Reuters Spaniens Nationalteam „kostet“ mehr als alle anderen: 622 Millionen Euro.

Mit volkswirtschaftlichen Prognosen sollte man vorsichtig sein. Das wissen jene Volkswirte, die sie erstellen. Doch gemessen an der Trefferquote der Wirtschaftssachverständigen oder der Forschungsinstitute beim Wachstum fallen die im Fußballtoto des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) geradezu phänomenal aus: Bei den Welt- und Europameisterschaften der Kicker seit 2006 hatten Sozialforscher die Sieger vorausberechnet.

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Deshalb trauen sich Gert Wagner vom DIW, Jürgen Gerhards von der Freien Universität Berlin und Michael Mutz von der Georg-August-Universität Göttingen auch, vor dem Start der Fußballweltmeisterschaft an diesem Donnerstag in Brasilien den neuen Weltmeister auszurufen: Spanien. Das deutsche Team schafft es vielleicht ins Finale, nachdem es im Achtelfinale gegen Russland und im Viertelfinale gegen Frankreich obsiegt hat, um im Halbfinale gegen Brasilien zu spielen.

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Hinter der Fußballprognose steckt Methode: Die Mannschaft gewinnt, die den höchsten Marktwert und das qualitativ ausgeglichenste Team hat. Die drei nennen das die „Marktwert-Methode“. Dem Marktwert, so schreiben sie in der „Zeitschrift für Soziologie“ komme „die mit deutlichem Abstand wichtigste Rolle in der Prognose des Erfolgs zu“. Er sei ein besserer Indikator als die historische Fifa-Rangliste und „nicht von Sympathie oder Aberglaube beeinflusst, wie das bei Wettquoten der Fall ist“. Schon im europäischen Auswahlwettbewerb hätten sich mit Belgien, Italien, Deutschland, Niederlande, Schweiz, Bosnien-Herzegowina, England und Spanien jeweils die teuersten Mannschaften ihrer Gruppe ein direktes WM-Ticket gelöst. Auch in vielen europäischen Meisterschaften gewinne das teuerste Team.

Die sechs teuersten Mannschaften seien derzeit Spanien (622 Millionen Euro), Deutschland (526 Millionen), Brasilien (468 Millionen), Argentinien (392 Millionen), Frankreich (379) und Belgien (349 Millionen). Deutschland habe seit 2010 (334 Millionen) gegenüber Spanien aufgeholt. Ein Hintertürchen lassen sich die WM-Prognostiker aber offen. Die Prognose sei „schwieriger als beim letzten Mal, da die Marktwerte der favorisierten Mannschaften heute dichter beieinander liegen“. Damit steige die Wahrscheinlichkeit, dass die WM 2014 von der Tagesform entschieden werde – und vom Zufall.

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