http://www.faz.net/-gqe-7p1cv

Hedgefonds : Die Milliarden-Verdiener

  • Aktualisiert am

Steven Cohen, SAC Capital Advisors: 2,4 Milliarden Dollar Bild: dpa

Die absoluten Spitzenverdiener leiten weder Google noch Goldman Sachs, sondern Hedgefonds: Der erfolgreichste Manager erzielte im vergangenen Jahr rund 10 Millionen Dollar - am Tag.

          Wer bisher dachte, dass Investmentbanker oder die Manager großer Internet-Unternehmen die absoluten Spitzenverdiener sind, irrt. Ihre Jahressaläre nehmen sich gegen die Einkommen der erfolgreichsten Hedgefonds-Manager geradezu winzig aus.

          David Tepper, der den Hedgefonds Appaloosa Management gründete und führt, verdiente im vergangenen Jahr 3,5 Milliarden Dollar und damit mehr als jeder andere aus der Branche, berichtet das Fachmagazin Institutional Investor's Alpha. Steven Cohen (SAC Capital Advisors) kam demnach auf 2,4 Milliarden Dollar, John Paulson folgte mit 2,3 Milliarden Dollar Jahresverdienst auf Rang 3. Insgesamt verdienten die 25 erfolgreichsten Hedgefonds-Manager mehr als 21 Milliarden Dollar - das seien rund 50 Prozent mehr als die Spitzengruppe in den beiden Vorjahren einheimste.

          Zum Vergleich: Google-Verwaltungsrats-Chef Eric Schmidt wurde heftig für sein 100-Millionen-Gehalt aus dem Jahr 2011 kritisiert, und Jamie Dimon, der die amerikanische Großbank JP Morgan leitet, erhielt 2013 rund 20 Millionen Dollar.

          David Tepper, Appaloosa Management: 3,5 Milliarden Dollar Bilderstrecke
          Bis zu 3,5 Milliarden im Jahr : Das sind die Hedgefonds-Milliardenverdiener

          Die Einkommen der am meisten verdienenden Hedgefonds-Manager wirken noch gigantischer, wenn man sie beispielsweise auf einen Tag herunter bricht - für Tepper ergibt sich dann ein Tagessatz von rund 10 Millionen Dollar - oder wenn man sie damit vergleicht, was ein Amerikaner im Schnitt verdient: Ein Haushalt kommt im Mittel (Median) auf ungefähr 50.000 Dollar im Jahr.

          Der Vergleich mit dem Einkommen „normaler“ Amerikaner ist insofern brisant, weil in den Vereinigten Staaten derzeit ohnehin eine Ungleichheits-Debatte darüber tobt, ob das sogenannte „oberste Prozent“ unverhältnismäßig viel verdient verglichen mit dem Rest des Landes. Ein kritisches Buch des Ökonomen Thomas Piketty ist sogar im Weißen Haus registriert worden und beim Internationalen Währungsfonds. Die Hedgefonds-Gehälter helfen vermutlich, die Frage, wer zu dieser Gruppe gehört, teils zu beantworten.

          Die Art und Weise, wie die einzelnen Hedgefonds-Manager erfolgreich waren, unterscheidet sich dabei mitunter stark - außer natürlich darin, dass sie alle „richtig“ anlegten. Tepper beispielsweise hat dem Magazin-Bericht zufolge vor allem richtig gelegen mit Engagements in eigentlich in Ungnade gefallenen Anteilen an Fluggesellschaften wie American Airlines und Delta Airlines, aber auch mit Autowerten und Finanztiteln.

          Das Einkommen der Hedgefonds-Manager setzt sich häufig zusammen aus einer festen Fondsverwaltungs-Gebühr und einem Erfolgsanteil. Tepper verlangt nach einem Bericht der New York Times 2 Prozent Management-Gebühr und außerdem 20 Prozent von den Gewinnen, die er für seine Kunden aus der Kapitalanlage erzielt.

          Eine Ausnahme ist die Höhe des Einkommens der 25 erfolgreichsten Manager im vergangenen Jahr übrigens auch nicht gewesen: Im Vergleich mit den zurückliegenden 13 Jahren ist der letztjährige nur der vierthöchste Wert.

          Quelle: FAZ.NET/ala.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Krise in Katalonien : Mit harter Hand gegen die Separatisten

          Die Zentralregierung greift härter als erwartet durch, aus Protest gehen hunderttausende Katalanen auf die Straße. Mit Spannung erwarten sie die Ansprache von Regionalpräsident Puigdemont, den Madrid in Kürze entmachten will.
          Thomas Mayer ist Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institutes und Professor an der Universität Witten/Herdecke.

          Mayers Weltwirtschaft : Griechenlands Bankrott

          Es ist nicht zu erwarten, dass Griechenland seine Schulden jemals zurückzahlen wird. Europa muss aufhören, sich etwas vorzumachen.

          Parlamentswahl in Tschechien : Populist Babis klarer Sieger

          Nichts scheint Andrej Babis aufzuhalten. Trotz zahlreicher Affären gewinnt der umstrittene Milliardär die Wahl in Tschechien klar. Wohin steuert der „tschechische Donald Trump“ das Land in der Mitte Europas nun?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.