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Chefwechsel Neumann soll Opel aus der Krise führen

 ·  Opel braucht einen neuen Mann an der Spitze, der das Unternehmen aus der Krise führt. Jetzt ist ein Name durchgesickert: Karl-Thomas Neumann. Bis vor kurzem war er VW-China-Chef.

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Der Automanager Karl-Thomas Neumann soll einem anscheinend im nächsten Jahr neuer Opel-Chef werden. Er wolle die Stelle im Sommer 2013 antreten, berichtet die Nachrichtenagentur DPA. Unterschrieben sei zwar noch nichts, doch Neumann gehe fest davon aus, dass der Wechsel in trockenen Tüchern sei.

Zuvor hatte die Zeitung „Financial Times Deutschland“ über den anstehenden Wechsel berichtet. Die Personalie müsse allerdings erst noch vom Aufsichtsrat des Autobauers abgesegnet werden, hieß es dort. „Neumann an der Spitze wäre gut für Opel. Er hat das Format, das wir brauchen“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied von Opel der Zeitung.

Ehemaliger Chef von VW in China

Noch bis vor wenigen Monaten war Neumann Chef von VW in China, dann wurde er von Konzernchef Martin Winterkorn ausgetauscht. Neumann hatte zuvor mehrere Jahre beim Autozulieferer Continental gearbeitet, wo er 2008 zum Vorstandschef aufstieg. Ein Jahr später schied er nach einem erbitterten Machtkampf mit Conti-Großaktionär Schaeffler aus.

Bereits im Sommer hatte GM den erfolglosen Vorstand der Tochter Opel umgekrempelt. Mitte Juli war Opel-Strategievorstand Thomas Sedran zum Interimschef gemacht worden, schon damals galt Neumann als möglicher Nachfolger. Sedrans Vorgänger Karl-Friedrich Stracke war nur 15 Monate im Amt. Neben Stracke musste unter anderem auch Finanzvorstand Mark James gehen. Sein Nachfolger Michael Lohscheller kam von VW.

Der Posten des Opel-Chefs gilt derzeit als einer der schwierigsten der Branche. Opel setzt Milliarden in den Sand - und belastet mit seinem schwachen Geschäft die amerikanische Mutter General Motors. Der Autoriese erwartet für das Gesamtjahr einen operativen Verlust in Europa von 1,5 Milliarden bis 1,8 Milliarden Dollar (bis zu 1,4 Milliarden Euro). Im laufenden Jahr werden 2600 Stellen abgebaut.

Opel macht die Absatzmisere in Südeuropa besonders schwer zu schaffen, weil die Marke bedingt durch die globale GM-Strategie keinen Ausgleich durch Verkäufe in andere Regionen schaffen kann. Opel kann die Produktion nach Expertenschätzungen deshalb nur etwa zu zwei Dritteln auslasten, wodurch die Kosten das Unternehmen zu erdrücken drohen. In diesem Jahr werden das Rüsselsheimer Traditionsunternehmen und seine britische Schwestermarke Vauxhall wohl Verluste bis zu 1,4 Milliarden Euro an die Konzernmutter in Detroit melden.

Opel stemmt sich mit neuen Modellen wie dem kleinen Geländewagen Mokka, dem Stadtwagen Adam und dem Cabriolet Cascada gegen den Abwärtstrend. Zugleich sollen Fertigungsabläufe gestrafft und durch einen gemeinsamen Einkauf mit Peugeot die Kosten gesenkt werden. Die ersten Erfolge aus dieser Zusammenarbeit werden allerdings erst in einigen Jahren erwartet.

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02.11.2012, 07:43 Uhr

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Von Heike Göbel

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