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Vox-Gründershow : Maschmeyer geht unter die Löwen

In der neuen Staffel der Gründershow „Die Höhle der Löwen“ sitzt Carsten Maschmeyer in der Jury Bild: VOX/Markus Hertrich

Carsten Maschmeyer hat einst den umstrittenen Finanzdienstleister AWD gegründet. Jetzt wird er Juror einer Gründershow im Privatfernsehen.

          Jochen Schweizer ist begeistert: „In dieser Staffel haben wir so viele Deals gemacht wie nie zuvor“, sagt der 59 Jahre alte Unternehmer. Der bekannte Gründer, ein früherer Stuntman und leidenschaftlicher Kajakfahrer, sitzt auf dem Podium in Hamburg und schwärmt von der Gründershow „Die Höhle der Löwen“, für die der Sender Vox seit Februar elf neue Folgen gedreht hat. Schweizer, der mit Geschenkgutscheinen für Bungeejumping, Kajaktouren und Fallschirmspringen ein komplett neues Geschäftsfeld erfunden hat, war schon bei den vorherigen Staffeln als Juror dabei. Doch diesmal habe es ihm besonders viel Spaß gemacht, sagt er: „Ich habe das Gefühl, dass wir einen echten Beitrag leisten, um den Gründergeist in Deutschland zu stärken.“

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Es ist Dienstagnachmittag, und Vox hat in das „Mindspace“ eingeladen, ein trendiges Bürogebäude am Rödingsmarkt, in dem zahlreiche junge Unternehmen aus der Hansestadt sitzen. In dieser Umgebung will der Sender für seine neue Staffel trommeln, die vom 23. August an über die Bildschirme flimmern soll. Start-ups werben darin um das Kapital und die Unterstützung von erfahrenen Gründern wie Schweizer. Wenn die Investoren Potential sehen, steigen sie mit eigenem Geld ein, wenn nicht, müssen sich die Bewerber harsche Kritik anhören. Von „Anfängerfehlern“, „naiven Vorstellungen“ und „schlechten Business-Plänen“ ist dann die Rede.

          Schweizer findet das völlig normal: „Das Geschäftsleben ist hart“, sagt er. „Man muss Klartext reden, sonst verbrennt man am Ende eine Menge Geld.“ Neben den bisherigen Juroren Jochen Schweizer, Judith Williams und Frank Thelen hat der Privatsender, der zum RTL-Konzern gehört, zwei neue „Löwen“ an Bord geholt: Ralf Dümmel aus Hamburg und Carsten Maschmeyer aus Hannover ersetzen den Unternehmer Vural Öger, der nach der Insolvenz seiner Firmengruppe nicht mehr im Fernsehen auftreten will, und Lencke Steiner, die ebenfalls ausgeschieden ist.

          „Ich habe schon in viele Start-ups investiert“

          Vor allem mit Maschmeyer, 57 Jahre alt, ist dem Sender ein echter Coup gelungen. Der Duzfreund von Gerhard Schröder hatte einst den umstrittenen Finanzdienstleister AWD gegründet, heute ist er als Investor und Berater tätig. In Hamburg gab er sich am Montag betont handzahm. „Ich habe schon in viele Start-ups investiert“, sagte er am Rande der Veranstaltung. „Ich glaube, dass ich den jungen Gründern mit meiner Erfahrung gut weiterhelfen kann.“

          Für Vox war „Die Höhle der Löwen“, die nun in der dritten Staffel läuft, ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Formate, die sich mit Wirtschaft und Unternehmertum beschäftigen, sind im Fernsehen rar gesät. Die Show habe jedoch die Erwartungen übertroffen, sagte der Vox-Senderchef Bernd Reichart: „Die Einschaltquoten sind sehr gut, in den besten Zeiten haben wir fast 2,5 Millionen Zuschauer erreicht.“ Das Format ist Teil einer breiteren Offensive des Senders, der mit neuen Ideen seinen Marktanteil vergrößern will. Als weitere Beispiele nannte Reichart die Musiksendung „Sing meinen Song“, die Kochshows „Kitchen Impossible“ und „Grill den Henssler“, außerdem die Serie „Club der roten Bänder“. In der wichtigen Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen komme Vox mit einigen dieser Formate auf Einschaltquoten von mehr als 10 Prozent.

          Unter den Start-ups, die in der dritten Staffel der Gründershow mitmachen, sind Unternehmen wie „Earebel“, ein Betrieb, der Mützen mit eingebauten Kopfhörern herstellt, oder „Foreverly“, ein digitaler Dienstleister für die Hochzeitsplanung. Generell ist das Unternehmertum in Deutschland schwach ausgeprägt. In international vergleichenden Studien zu dem Thema landet die Bundesrepublik regelmäßig auf den hinteren Plätzen. Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, warnt regelmäßig vor den negativen Folgen: „Deutschland gehen die Gründer aus.“

          Quelle: F.A.Z.

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