11.03.2012 · Die neue Bankenaufseherin Elke König hat aus der Krise eine wichtige Lehre gezogen: Das Vertrauen der Banken untereinander sei „ein ganz empfindliches Pflänzchen“. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung spricht sie auch über die Pleite der Griechen, den Segen der „Dicken Bertha“ - und einen Rest Unwohlsein.
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Mit dieser Bafin-Präsidentin können die Banken zufrieden sein
Stärkere Reglementierung des Bankengeschäfts: geht nicht, weil
andere mauern.
Fluten der Märkte mit Liquidität: schafft Beruhigung und Luft
zum Durchatmen.
Wenn das Valium-Rezept der Bafin erstmal beim Kostenträger
angekommen ist, wird sich erweisen, daß das Vertrauen der
Gesellschaft in das Bankensystem ein noch weit sensibleres
Pflänzchen ist. Doch fehlt der Gärtner, der das
Pflänzchen hegt und pflegt.
das mit der Dick Bertha auf die Guthabenwerte der anständig wirtschaftenden Leute geschossen wird, das erschließt sich mir bis heute noch nicht. Wie man Konsumschuldenpleitiers durch das zur Verfügung stellen von frischer Liquidität auf den Pfad der Tugend zurück bringt, auch nicht. Wer Augen hat um zu sehen, der weiß was kommt. Nur verhindern lässt es sich leider nicht, Kassandra Komplex nennt man das glaube ich.
für die Bazooka ist doch der, dass die selbe Nummer wie bei
Griechenland, bei Italien oder Spanien nicht läuft. Deshalb
läufts nun über die EZB und Target2. So kann man die
Schuldscheine nun eben anstatt wie zuvor, durch die vordere, eben durch
die hintere Tür ins Haus der nördlichen Nachbarn tragen.
Da sich die Mentalität im Süden nicht ändern wird, die
das ja auch nicht wollen und sie es, wenn es nach mir geht, auch nicht
müssen. Geht es nur noch darum, das dortige Chaos soweit wie
möglich zu verringern, wofür der Norden herhalten muss. Das
der Zusammenbruch kommt ist sicher.
So gesehen ist das Ganze eine Win-Win Situation. Wenn das seil
reißt, ist die Fallhöhe des Nordens geringer. Dafür kann
der Süden solange noch ein bisschen Prassen.
Nun ja, ob diese Dame mit ihren "verbeamteten Ansichten" die ihr gestellte Aufgabe lösen kann?
Schon ihre Ausführungen wie etwa: -Ja, „Dicke Bertha“ können die Deutschen einfach besser aussprechen als die „Bazooka“, von der vorher immer die Rede war. Ich glaube, die Liquidität hat die Märkte beruhigt. Das war wichtig- oder etwa: -Wir müssen aufpassen, dass da keine neue Blase entsteht - das ist sicher richtig. Aber ich sehe die Gefahr noch nicht als sehr groß an. Für die meisten Banken war die Geldspritze erst mal eine wichtige Hilfe, um Planungssicherheit zu bekommen- jagen einem eine Gänsehaut über den Rücken. Wenn die europäische Zentralbank nur die Druckerpresse für Geldnoten anzuwerfen in der Lage ist, dann darf doch die Frage mal gestattet sein, was denn eine Geldschwemme irgendwann, auch in der Vergangenheit, für Probleme gelöst hat. Meines Wissens ist so etwas bisher jedes Mal im Desaster geendet. Man sollte mal einen Taschenrechner bemühen, wenn man es im Kopf nicht kann, und die Gesamtsumme an Anleihen jedweder Art aufaddieren. Ob das Wort Inflation noch etwas sagt?
nachdem ihr Vorgänger eine Vollpfeife war, der nichts konnte,
außer sinnentleertem Wortgeschwafel, haben wir jetzt ein noch
größeres Desaster an der Spitze der deutschen Bankenaufsicht.
Man sollte ich daran erinnern, dass die BaFin von den Banken finanziert wird.
Dann wird einem einiges klar...
Nichts dazu gelernt, Frau König.
Ja, wegen der GR-Anleihen in den Büchern deutscher Banken braucht
man sich keine grauen Haare wachsen zu lassen. Denen haben ja auch
Merkel und Schäuble zwei Jahre Zeit gelassen, die Schrottpapiere
auf den deutschen Steuerzahler abzuwälzen.
Mir wachsen auch keine grauen Haare mehr, obwohl mir selbige zu Berge
stehen, wenn ich lesen muss, dass die neue Bankenaufseherin Draghis
"Dicke Bertha" lobt. Diese "Bazooka", Frau
König, wird auf Sicht den Euro zertrümmern helfen.
Und der gesamte Tenor des Interviews zeigt mir nur: Mit überholtem
Denken und kurieren an Symptomen wird der große Knall nicht
verhindert. Solche Finanzexperten im Verbund mit Politikern und
Notenbankern haben uns ja dahin gebracht wo wir heute stehen - mitten in
einem riesigen Schuldensumpf aus dem es kein Entrinnen mehr gibt.
Ein sehr erneuchterndes Interview
Es wird nichts passieren, die Aussagen zur Regulierung und den
Hedgefonds sind eindeutig. Hier ein Pflästerchen dort ein
Reförmchen, aber ja nicht an den Kern der Probleme herangehen, die
lauten: Jede Transaktion ist mit hohem Eigenkapital zu hintelegen und
die Spekulationen jedweder Art hören sofort auf. Außerdem
muss jede Verlagerung von Geschäftsaktivititäten in
Zweckgesellschaften verboten bzw. strengster Regulierung unterworfen wird.
Noch einmal langsam zum mitmeisseln
Es gab zwei Krisen - die Hypothekenkrise 2008 und die darauf folgende Staatsschuldenkrise. Ursache dieser zweiten, noch anhaltenden, Krise war voellige Ueberschuldung von Staaten, gepaart mit willigen Kreditgebern. Die gefaehrlichen Positionen, die Banken derzeit in ihren Buechern halten und abschreiben muessen, sind nicht irgendwelche exotischen Derivate, sondern einstmals als supersicher geltende Staatsanleihen. Vor diesem Hintergrund ist die Frage, ob jetzt kontrolliert werden kann das die Banken das billige Geld der EZB nicht einsetzen, "um wieder riskante Geschäfte zu machen" auesserst erheiternd- die EZB war besonders grosszuegig, damit gerade suedlaendische Banken weiter Staatsanleihen kaufen koennen, und dieses soll jetzt durch die Bankenaufsicht verhindert werden? Solange Ursachen und Auswirkungen der beiden Krisen nicht klar voneinander getrennt werden, wird der Ruf nach Regulierungen um der Regulierungen wegen die naechste Krise nicht verhindern.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 11.03.2012 21:09 UhrDie Staatsanleihen
der Italiener sind ja auch aus heiterem Himmel, von Gestern auf Heute, wider gleich sicher wie die Deutschen. Das war nicht die Billion aus der EZB, sonder Monti!
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