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Cloppenburg : Antibiotika im Grundwasser

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In der Tierhaltung werden in großen Mengen Antibiotika eingesetzt. Bild: dpa

Im Grundwasser des Landkreises Cloppenburg wurde erstmals das Arzneimittel Sulfamidin nachgewiesen. Ursache ist vermutlich eine intensive Schweinehaltung.

          Dass Landwirte Antibiotika in großen Mengen in der Tierhaltung einsetzen, ist bekannt und gut dokumentiert. Dass Rückstände ins Fleisch gelangen oder ins Grundwasser, ist selten der Fall. Im Landkreis Cloppenburg, einer der am dichtesten mit Schweine- und Geflügeltierställen besiedelten Region in Deutschland, wurden nun in rund 10 Meter Tiefe erstmals Spuren des Arzneimittels Sulfadimidin nachgewiesen. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband hatte das Mittel, das ausschließlich als Tierarzneimittel verwendet werde, im Ort Thülsfelde an drei Messstellen nachgewiesen.

          „Neben Nitrat und Pflanzenschutzmitteln scheinen sich nun auch Tierarzneimittel als reale Bedrohung für unser Grundwasser zu erweisen“, zitierte die „Kreiszeitung“ den Amtsleiter. Die Untersuchungen würden ausgeweitet. Die Zeitung „taz“ berichtete, die gemessenen Werte seien sehr niedrig und weit unter dem vom Umweltbundesamt empfohlenen Grenzwert, auch lägen die Trinkwasserbrunnen 50 bis 100 Meter tief und damit weit unter der Fundstelle.

          Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) gab sich gleichwohl besorgt und sagte: „Bei ungünstigen Standortverhältnissen und häufigem Wirtschaftdüngereinsatz kann es zum Eintrag von Tierarzneimitteln ins Grundwasser kommen. Diese Stoffe gehören definitiv nicht ins Grundwasser, auch nicht Spuren davon.“ Der Kreisbauernverband nannte die Vorwürfe unwissenschaftlich, da die Werte sehr niedrig seien und meinte, das Mittel müsse nicht aus Schweineställen kommen.

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