http://www.faz.net/-gqe-9a2ip

Teuerung des Trinkwassers : Statistiker widersprechen den Grünen

  • Aktualisiert am

Das Statistische Bundesamt hat die Trinkwasserpreise korrigiert. Bild: dpa

Die Grünen haben vor einem starken Anstieg der Trinkwasserpreise gewarnt – eine falsche Einschätzung, wie das Statistische Bundesamt nun mitteilt. Der Analyse sei eine ungeeignete Statistik zugrunde gelegt worden.

          Laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden ist die Warnung der Grünen, Trinkwasser werde immer teurer, statistisch nicht haltbar. Die „Saarbrücker Zeitung“ hatte am Freitag unter Berufung auf eine Analyse der Grünen-Bundestagsfraktion darüber berichtet, dass die Trinkwasserpreise in den Jahren 2005 bis 2016 um durchschnittlich 25 Prozent gestiegen seien. Die Grünen hatten sich nach eigenen Angaben auf Zahlen des Statistischen Bundesamts berufen. Demnach erhöhten sich die Kosten für einen Zweierhaushalt um rund 50 Euro. Auch FAZ.NET hat darüber berichtet.

          Wie das Statistische Bundesamt nun in einer Stellungnahme mitteilt, handelt es sich bei den von der Grünen-Fraktion herangezogenen Angaben nicht um Zahlen aus der Preisstatistik, sondern aus der Umweltstatistik – genauer: um die Erhebung der Wasser- und Abwasserentgelte. Diese Statistik eigne sich jedoch aufgrund methodischer Umstellungen im Berichtszeitraum nicht für einen Zeitvergleich zwischen den Jahren 2005 bis 2016. So seien die Daten ab 2014 wegen konzeptioneller Änderungen in der Auswertung mit den Vorjahren nicht vergleichbar. 

          Die Verbraucherpreisstatistik sei für einen Preisvergleich als Quelle besser geeignet. Im Rahmen der Verbraucherpreisstatistik werden unter anderem Preise für die Wasserversorgung privater Haushalte erhoben. Setze man die Entwicklung des Wasserpreises ins Verhältnis zur allgemeinen Inflation, habe diese beim Wasser in einzelnen Jahren sogar unter der Gesamtteuerung gelegen.

          Laut der Statistik sind die Verbraucherpreise für Wasserversorgung im Zeitraum 2005 bis 2016 um 17,6 Prozent gestiegen. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im gleichen Zeitraum mit rund 16,1 Prozent etwas geringer. Für den Zeitraum von 2014 bis 2016 verteuerten sich die Verbraucherpreise für Wasserversorgung um knapp 4,1 Prozent zwar deutlich stärker als die Verbraucherpreise insgesamt, die um 0,8 Prozent stiegen.

          Allerdings lag im darauffolgenden Jahr 2017 der Anstieg der Verbraucherpreise insgesamt mit 1,8 Prozent im Vergleich zu 2016 über dem Anstieg der Verbraucherpreise für Wasserversorgung. Auch im laufenden Jahr liegen die monatlichen Raten für die Wasserversorgung im Bundesdurchschnitt unterhalb der monatlichen Inflationsraten.

          Die Grünen hatten behauptet, die Wasserpreise würden doppelt so schnell stiegen, wie die allgemeinen Verbraucherpreise und ein Ende des Anstiegs sei nicht in Sicht.

          Weitere Themen

          Für Seebären und Landratten Video-Seite öffnen

          Neue Häuser : Für Seebären und Landratten

          Was tun, wenn man sech­zig ist? Zum Bei­spiel Boots­bau ler­nen und sich ei­nen Zweit­wohn­sitz am Was­ser bau­en.

          Topmeldungen

          Ursache für die lange Streckensperrung: Brennender ICE vergangenen Freitag im Westerwald.

          Gesperrte ICE-Strecke : Grübeln über das Lebensmodell

          Die ICE-Schnellstrecke Köln-Frankfurt ist nach dem Brand eines Zuges gesperrt. Das stellt auch das Arbeitsmodell vieler Berufspendler infrage. Was sie erleben, was ihnen durch den Kopf geht. Vier Betroffene erzählen.
          Niko Kovac macht in München derzeit keine einfache Zeit durch.

          Bayern-Kommentar : Mit Kovac wird es nichts? Schmarrn!

          Nach sieben Siegen trat ein Sättigungsgefühl beim FC Bayern ein. Das Phänomen ist das gleiche wie bei der Nationalmannschaft. Nun rieselt und kriselt es in München. Dafür ist aber nicht der Trainer verantwortlich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.