http://www.faz.net/-gqe-988rz

Amerikas Strafzölle : Altmaier will Handelskrieg in Washington verhindern

  • Aktualisiert am

Deutschlands neuer Wirtschaftsminister Peter Altmaier will in Washington einen drohenden Handelskrieg vermeiden. Bild: dpa

Wegen drohender Strafzölle reist Wirtschaftsminister Altmaier nach Amerika. Er warnt vor Gefahren für beide Seiten und schickt versöhnlich Worte voraus.

          Der neue Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) ist am Sonntagabend (Ortszeit) zu Gesprächen über die handelspolitischen Streitigkeiten mit den Vereinigten Staaten in Washington eingetroffen. Während seines zweitägigen Antrittsbesuchs will Altmaier unter anderen Amerikas Handelsminister Wilbur Ross treffen.

          Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die von Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle von 25 Prozent auf Aluminium und zehn Prozent auf Stahl, die am Freitag in Kraft treten. Die EU pocht darauf, von diesen Zöllen ausgenommen zu werden. Zudem dürften auch die von Trump angedrohten neuen Steuern auf deutsche Auto-Importe ein Thema von Altmaiers Gesprächen sein.

          Vor seinem Abflug warnte der Minister vor einem Handelskrieg zwischen Europa und den Vereinigten Staaten. „Das wäre am Ende zu Lasten der Bürger in beiden Regionen“, sagte Altmaier in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. In der derzeitigen Situation sieht er die Gefahr, „dass wir in eine Spirale von einseitigen Maßnahmen kommen“.

          „Noch immer unsere Verbündeten“

          Der Bundeswirtschaftsminister zeigte sich zugleich kompromissbereit: „Wir müssen uns nicht öffentlich kritisieren, wir müssen versuchen, Kompromisse zu finden.“ Er hob hervor, dass alle seine amerikanischen Ansprechpartner spontan bereit gewesen seien, ihn zu treffen. „Für mich sind die Amerikaner noch immer unsere Verbündeten“, betonte der Minister.

          Niemand wisse, ob „wir bis Ende der Woche zu einem Ergebnis kommen“, sagte Altmaier. Entscheidend sei aber, dass der Gesprächsfaden nicht abreiße und „wir unsere europäischen und deutschen Interessen selbstbewusst und auch freundlich vertreten“.

          Der Wirtschaftsminister betonte auch, dass sich Europa nicht auseinander dividieren lasse. So stimme er sich eng mit EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström ab, die in den kommenden Tagen ebenfalls mit Ross zusammentreffen will. Den Vereinigten Staaten solle gemeinsam angeboten werden, „dass wir über offene Fragen sprechen“.

          Weitere Themen

          Lebensmittelskandal in Australien Video-Seite öffnen

          Nadeln in Erdbeeren gefunden : Lebensmittelskandal in Australien

          Vorsicht beim Reinbeißen ist geboten. Im australischen Bundesstaat New South Wales wurden haufenweise Erdbeerverpackungen mit Nadeln gefunden. Der oder die Verantwortlichen hätten mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren zu rechnen, teilte die Polizei mit.

          Topmeldungen

          Neue Elektroauto-Ziele : Warum niemand 4000 Euro haben will

          Daimler hat gerade seine neue Elektroautoreihe vorgestellt, Audi nachgelegt. Trotzdem haben sich solche Autos in der breiten Masse bislang nicht durchgesetzt. Hier kommen die Gründe.

          Maaßen-Beförderung : Das Dilemma der SPD

          Nach der Beförderung von Hans-Georg Maaßen zum Staatssekretär zeigt sich die alte Zwangslage der SPD: Wie sehr kann man drohen, wenn man zu viel Angst vor den Konsequenzen hat?

          FAZ Plus Artikel: Gefährliche Szene : Guns in Town

          Prepper sind Leute, die Vorräte und Waffen bunkern und den Tag X herbeifiebern. Wann der Tag X anbricht und wofür das X steht, ist Auslegungssache. Es gibt auch solche, die hier ein bisschen nachhelfen wollen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.