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FAZ Plus Artikel Klimaschutz im Alltag : Der große Klima-Knigge

Mehr als 1,5 Grad darf sich die Erde nicht erwärmen, sonst wird es kritisch, warnt der Weltklimarat der Vereinten Nationen. Bild: dpa

Die Angst geht um: Wenn nicht jeder was fürs Klima tut, wird die Erde zur Wüste. Wie lässt sich Kohlendioxid im Alltag vermeiden? Sieben einfache Punkte muss man dazu beachten.

          Heizen

          Der größte Einzelposten in der CO2-Bilanz eines deutschen Durchschnittshaushalts ist die Heizung. Wer mit einer Ölheizung ein gewöhnliches Einfamilienhaus mit vier Bewohnern und 120 Quadratmetern Wohnfläche auf durchschnittlich 22 Grad Raumtemperatur hält, setzt allein damit je Person rund 2,2 Tonnen Kohlendioxid im Jahr frei - fast ein Viertel der gesamten Durchschnitts-Emissionsmenge. Es gibt verschiedene Wege, diesen Wert zu senken. Am leichtesten ist es, die Temperatur um zwei Grad zu senken, das bringt 300 Kilogramm Kohlendioxid und ist mit einem Pullover und warmen Socken gut zu ertragen. Wer auf eine Gasheizung umsteigt, kommt auf zusätzlich 400 Kilo weniger CO2. Nun sind es noch rund 1,5 Tonnen CO2 je Person. Wird das Haus dann auch noch komplett gedämmt, mit neuen Türen und Fenstern versehen, sinkt der Ausstoß um weitere 300 Kilo im Jahr. Damit würde insgesamt schon eine Tonne Kohlendioxid je Person weniger in die Luft geblasen als im Ausgangszustand. Noch weiter runter geht es nur mit einer Wärmepumpe, die am besten mit Ökostrom betrieben werden sollte. Dann sinkt der CO2-Ausstoß gegen Null, außerdem fallen die Ausgaben für Heizöl beziehungsweise Gas weg. Das ist der besondere Charme dieser Art der Klima-Rettung: Eine neue Heizungsanlage und eine energetische Sanierung kosten zwar erst einmal viel Geld. Weil dadurch aber auch der Verbrauch sinkt, zahlt sich die Investition nach einiger Zeit in Euro und Cent aus – je teurer Öl und Gas sind, desto schneller. Umgekehrt gilt: Dass die Brennstoffe in den vergangenen Jahren so günstig waren wie lange nicht, hat viele gefreut; fürs Klima war das allerdings eher schlecht, weil sich das CO2-Vermeiden dadurch weniger gelohnt hat. Seit 2014 ist der Heizenergieverbrauch je Quadratmeter in Deutschland nicht etwa gesunken, sondern gestiegen – allen Bekenntnissen zum Klimaschutz zum Trotz.

          Ablass

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Anna Steiner

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Wer klimaneutral leben will, muss Einbußen beim Komfort hinnehmen. Das ist nicht jedem möglich. Viele Geschäftsleute können auf lange Flugreisen nicht verzichten. Diese ruinieren ihre CO2-Bilanz. Wer das verhindern will, kann etwas tun – und das ganz ohne Verzicht. Der Emissionshandel macht es möglich. Nicht nur Energiekonzerne können CO2-Zertifikate kaufen, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu kompensieren. Das gilt auch für Privatpersonen. Seriöse Anbieter im Netz bieten solche Zertifikate auch in kleinen Mengen an. Wer diese kauft, sorgt zum einen dafür, dass sie anderen CO2-Sündern entzogen werden und im besten Fall die Preise am Markt steigen. Zum anderen wird das durch den Zertifikate-Handel eingenommene Geld in Klimaschutzprojekte investiert, etwa die Aufforstung. Auch Spenden an Umweltschutzorganisationen wirken. Diese nutzen die Spendengelder, um die Öffentlichkeit auf gravierende Probleme aufmerksam zu machen, oder investieren das Geld direkt in den Schutz von Regenwäldern oder bedrohten Arten. Forscher bezeichnen diese Art der Klimasensibilität als effektiven Altruismus. Demnach ist es ökonomisch am sinnvollsten, wenn jeder sich auf das konzentriert, was er am besten kann. Wer zum Beispiel viel Geld verdient – dafür aber vielleicht viel fliegt – kann größere Summen für den Klimaschutz spenden. Das ist effektiver, als wenn man in seinem Garten einen Baum gegen den Klimawandel pflanzt. Dann spendet man besser Geld an jemanden, der das wirklich gut kann. Nicht zuletzt zählt das gute Vorbild: Wer sich engagiert, hat im besten Fall einen positiven Effekt auf seinen Bekanntenkreis. Generell gilt aber: Vermeidung first. Denn mit CO2-Zertifikaten und Spenden lässt sich zwar das eigene Gewissen beruhigen, doch die Produktion von Treibhausgasen bleibt gleich hoch.

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          59 Kilogramm Fleisch isst der Deutsche pro Jahr im Durchschnitt. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 324 Kilo pro Kopf und Jahr.

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