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Facebook-Kommentar : Jetzt tut es weh

Und nun? Mark Zuckerberg hat schon zu Jahresbeginn angekündigt, dass er Facebook in Ordnung bringen möchte. Bild: AFP

Lange schien das größte soziale Netzwerk der Welt immun gegen schlechte Nachrichten. Doch nun ist Facebook ins Mark getroffen – und muss nicht nur mit weniger Nutzern in Europa kämpfen.

          Facebook war in den vergangenen Jahren ein wahrer Magnet für Kontroversen. So oft wie wohl kein anderes Internetunternehmen fand sich das soziale Netzwerk in Erklärungsnot. Mal ging es um Propaganda und Falschnachrichten, die Wahlen beeinflussen, mal um den Missbrauch von Nutzerdaten, bei dem das britische Unternehmen Cambridge Analytica eine zentrale Rolle spielte.

          So allgegenwärtig die Negativschlagzeilen aber zuletzt auch waren: Sie schienen dem Geschäft von Facebook wenig anhaben zu können. Die Umsätze sprudelten weiter, und selbst die Aktienkursverluste nach den Enthüllungen um Cambridge Analytica stellten sich zunächst als kurzfristiges Phänomen heraus. Nun aber scheint es, als könnten doch dunkle Wolken über Facebook aufziehen – die Nutzerzahlen in den Vereinigten Staaten und Europa, den profitabelsten Märkten des Unternehmens, stagnierten oder sanken sogar.

          Unter jungen Menschen weniger beliebt

          Facebooks Führung sagt außerdem eine erhebliche Abschwächung des Umsatzwachstums voraus, was umso schmerzhafter sein wird, weil gleichzeitig die Kosten rasant steigen. Diese Nachrichten haben den Börsenwert des Unternehmens am Mittwochabend dramatisch fallen lassen.

          Das weniger rosige finanzielle Bild, das Facebook jetzt gezeichnet hat, ist in nicht unerheblichem Umfang auf die Turbulenzen der vergangenen Jahre zurückzuführen. Es hat mit strengerer Regulierung wie etwa der Datenschutzgrundverordnung in Europa zu tun, oder auch mit verstärkten Investitionen in Sicherheit, zu denen sich Facebook jetzt gezwungen sieht.

          Aber daneben plagt Facebook auch die Sorge, dass sich das Nutzerverhalten zu seinen Ungunsten ändert. Es gibt weiterhin Anzeichen, dass der namensgebende Kerndienst gerade unter jungen Menschen an Popularität verliert. Zudem wird es immer beliebter, Inhalte in sozialen Netzwerken über „Stories“-Funktionen zu teilen, und auf diese Weise sind sie – anders als traditionell üblich – auf Facebook nur für begrenzte Zeit sichtbar.

          Bislang ist unklar, ob sich mit Anzeigen in diesen Formaten ähnlich gutes Geld verdienen lässt wie in der gewohnten Nachrichtenleiste von Facebook. Die Herausforderungen von Facebook sind also vielfältig. Und sie scheinen jetzt anzufangen, sich unter dem Strich bemerkbar zu machen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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