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Die Grünen beklagen : Mehr als 1000 Eisenbahnbrücken abrissreif

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Wird saniert: Deutschland höchste Eisenbahnbrücke, die Müngstener Brücke zwischen Solingen und Wuppertal ist noch lange nicht abrissreif. Bild: dpa

Deutschlands Bahnbrücken sind laut den Grünen in einem desolaten Zustand. Landesweit seien fast 1100 Brücken „so stark beschädigt, dass nur noch ein Abriss und Neuaufbau vertretbar“ sei.

          Die Grünen schlagen Alarm: Deutschlands Eisenbahnbrücken seien teils in desolatem Zustand. 1086 Brücken haben laut einer umfassenden Datenerhebung der Grünen-Fraktion so gravierende Schäden, dass sich eine Renovierung nicht mehr rechnet. Der überwiegende Teil sei schon 2014 nicht mehr zu sanieren gewesen, heißt es in der Analyse für die 16 „Kleine Anfragen“ des Bundestags zum Thema ausgewertet wurden und über die als erstes das Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet hatte.

          Besonders kritisch sei die Lage in Brandenburg, heißt es in der Grünen-Auswertung, die FAZ.NET vorliegt. Dort habe inzwischen fast jede zehnte Brücke „gravierende Schäden“. Von Berlins 904 Brücken sei jede zwölfte abrissreif. In Hamburg sei die hochfrequentierte Brücke an der Sternschanze in solch einem schlechten Zustand, dass auch sie vollständig abgerissen und neuerrichtet werden müsste. In Baden-Württemberg seien 101 Brückenbauwerke nicht mehr zu retten – gleich 10 Brücken mehr als noch 2014. In Nordrhein-Westfalen hätten 40 Prozent aller Brücken umfangreiche, zum Teil gravierende Schäden. In Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern seien es jeweils noch immer ein Drittel aller Bahnbrücken. Gut sei dagegen die Lage in Hamburg und Sachsen-Anhalt.

          „Dobrindt macht zu wenig“, klagt Cem Özdemir.

          Die Grünen werfen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) eine „Stillstandpolitik“ vor. Er mache zu wenig, um den Verfall aufzuhalten, erklärten die Grünen-Politiker Cem Özdemir und Oliver Krischer. Stattdessen habe sich Dobrindt „jahrelang mit seiner Ausländermaut und dem Nichtstun beim Abgasskandal“ befasst. Die Regierung hinke jetzt dem Sanierungsbedarf hinterher. Bei einer geschätzten Lebensdauer von etwa 100 Jahren müssten jedes Jahr 257 Bahnbrücken in Deutschland erneuert werden. Tatsächlich seien seit dem Amtsantritt der Großen Koalition jedoch durchschnittlich nur 115 Brücken pro Jahr erneuert worden.

          Fast die Hälfte der insgesamt 25.700 Brücken in Deutschland ist der Erhebung zufolge älter als 80 Jahre. Das Durchschnittsalter der 1100 marodesten Brücken Deutschlands liegt bei 86 Jahren. 554 dieser Brücken wurden im Jahr 1927 gebaut und wurden somit schon während des Zweiten Weltkriegs genutzt. Die mit Abstand ältesten Brücken stehen in Sachsen und Thüringen. Die bundesweit älteste Brücke steht in Saalfeld/Saale, unweit vom ICE-Bahnhof entfernt. Sie wurde bereits 1871 in Betrieb genommen und zählt so nunmehr stolze 146 Jahre

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