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Medizin Ärztehonorare steigen 2009 um mehr als 6 Prozent

15.07.2010 ·  Deutschlands Kassenärzte haben ihre Einkommen im Krisenjahr 2009 um voraussichtlich mehr als 6 Prozent gesteigert. Das ergibt sich aus den Daten des von Kassen und Ärzten getragenen Gemeinsamen Bewertungsausschusses für die Honorare der ersten drei Quartale 2009, die der F.A.Z. vorliegen

Von Andreas Mihm
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Demnach stieg der durchschnittliche Überschuss je Kassenarzt, also die Einnahmen vor Steuern und Kosten der sozialen Absicherung, nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes im Westen auf 74 403 Euro oder 5,3 Prozent, im Osten sogar um 8,3 Prozent auf 82 822 Euro. Einnahmen aus der Behandlung Privatversicherter, die bis zu 20 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachen können, sind darin noch nicht enthalten.

Das Institut der Kassenärzte kommt wegen einer anderen Stichprobe bei gleichen Zuwachsraten auf niedrigere Überschüsse aus der Kassenarzttätigkeit von 66 433 Euro im Westen und 73 963 Euro im Osten. Erfahrungsgemäß fallen die Honorare im vierten Quartal höher aus als in den beiden Vorquartalen, was den Schnitt weiter nach oben treiben müsste. Die Überschüsse differieren stark nach Arztgruppen, wie auch innerhalb der Gruppen. An der Spitze der Einkommen standen Fachärzte für Innere Medizin mit knapp 150 000 Euro, während Allgemeinmediziner, Gynäkologen, Haut- und HNO -Ärzte bis Ende September 2009 Überschüsse um die 70 000 Euro erzielen konnten. Augen- und Kinderärzte sowie hausärztliche Internisten lagen leicht darüber.

Die Überweisungen der Krankenkassen an die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV), die das Geld an die Kassenärzte verteilten, stiegen in drei Quartalen gemessen am Vorjahreszeitraum um 7 Prozent oder 1,5 Milliarden Euro auf 23 Milliarden Euro - nach einem Plus von 5,3 Prozent im Vorjahr. Allerdings wurden die Zusatzeinnahmen nach ersten Analysen regional unterschiedlich verteilt. Den Gewinnern mit 15 Prozent oder mehr in Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und den neuen Bundesländern standen Zuwächse von 6 Prozent oder weniger in Bremen, Nordrhein, Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern gegenüber. Hart traf es die Ärzte in Baden-Württemberg: Dort sankt die Gesamtvergütung zum Vorjahr um 2 Prozent.

Der KBV-Vorsitzende Andreas Köhler erklärte den Honorarzuwachs auch mit dem Nachholbedarf der vergangenen 20 Jahre. Der sei immer noch nicht ausgeglichen. In diesem Jahr dürften die Ärztehonorare für die Behandlung von Kassenpatienten um weitere 1,5 Milliarden Euro steigen. Krankenkassen und Kassenärzte verhandeln bereits über die Zuwächse für das nächste Jahr. Köhler bekräftigte, man brauche mehr als 2 Milliarden Euro zusätzlich, um die wachsende Nachfrage und steigende Kosten abzudecken. Die Honorarverhandlungen sollen bis Ende August abgeschlossen sein. Allerdings herrscht Unsicherheit darüber, wie sich die noch nicht detaillierten Sparvorgaben der Bundesregierung auswirken werden.

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Jahrgang 1960, Wirtschaftskorrespondent in Berlin.

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