http://www.faz.net/-gqe-760kw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 24.01.2013, 11:06 Uhr

Medienbericht Frankreichs reichster Mann schafft sein Vermögen ins Ausland

Der Multi-Milliardär Bernard Arnault hat einem Zeitungsbericht zufolge den Großteil seines Vermögens ins Ausland transferiert. Sein Verhalten wird von vielen als eine Reaktion auf die sozialistischen Pläne zur Besteuerung großer Vermögen interpretiert.

© AFP Bernard Arnault

Der reichste Mann Frankreichs, der Multi-Milliardär Bernard Arnault, hat einem Zeitungsbericht zufolge den Großteil seines Vermögens ins Ausland geschafft. Der Chef des weltgrößten Luxuskonzerns LVMH habe „praktisch seinen gesamten“ Anteil an dem Unternehmen seit mehr als einem Jahr nach Belgien transferiert, berichtete die Zeitung „Libération“ am Donnerstag in Paris. Im Umfeld von Arnault hieß es, die Maßnahme habe einzig zum Ziel, den „Fortbestand und die Vollständigkeit“ der Gruppe im Falle eines plötzlichen Ablebens von Arnault zu sichern. Juristisch sei dies in Frankreich unmöglich.

Laut „Libération“ transferierte Arnault seinen Anteil in eine seiner belgischen Gesellschaften sowie die Nutzungsrechte seiner fünf Kinder. Im Falle eines Ablebens von Arnault sollten diese fast 80 Prozent der Arnault-Gruppe, der Familienholding, die LVMH kontrolliert, an eine belgische Stiftung namens Protectinvest gehen. Diese solle bis 2023 sicherstellen, dass die Kinder zwar ihre Dividenden erhielten, aber ihre Anteile nicht verkaufen und auch ihr Stimmrecht nicht ausüben könnten.

Der 63-jährige Arnault, der auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt auf Platz vier geführt wird, hatte im vergangenen Jahr einen Proteststurm in Frankreich ausgelöst. Hintergrund war die Nachricht, dass er die belgische Staatsbürgerschaft zusätzlich zur französischen beantragen wolle, was von vielen als eine Reaktion auf die sozialistischen Pläne zur Besteuerung großer Vermögen interpretiert wurde. Der langjährige Vertraute des abgewählten konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy hatte daraufhin versichert, dass er auch weiterhin in Frankreich Steuern zahlen werde.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
World Wealth Report So viele Millionäre leben in Deutschland

Weltweit hat das Vermögen der Millionäre im vorigen Jahr um vier Prozent auf 58,7 Billionen Dollar zugelegt. Deutschland ist dabei unter den vier Ländern mit den meisten Millionären – und hatte überdurchschnittliche Zuwächse. Mehr Von Christian Siedenbiedel

23.06.2016, 08:37 Uhr | Wirtschaft
3:0 gegen Irland Die belgischen Tore im Video

Belgien war unter Druck und löst die Aufgabe gegen Irland souverän. Vor allem einer ragt bei den Roten Teufeln heraus. Sehen Sie alle Höhepunkte nochmal im Video. Mehr

18.06.2016, 21:37 Uhr | Sport
Reform Das sind die neuen Regelungen zur Erbschaftsteuer

Monatelang stritten Union und SPD um eine Reform. Nun haben sich geeinigt. Unternehmenserben werden auch künftig begünstigt. Die neuen Regelungen im Überblick. Mehr

20.06.2016, 12:28 Uhr | Wirtschaft
Kollision mit Güterzug Mindestens drei Tote bei Zugunglück in Belgien

Bei einem Zugunglück in Belgien sind in der Nacht zum Montag mindestens drei Menschen getötet worden. Ein Passagierzug sei auf einen Güterzug aufgefahren, teilte die belgische Bahngesellschaft SNCB mit. Mehr

06.06.2016, 18:15 Uhr | Gesellschaft
Hausdurchsuchungen in Belgien Zwölf Festnahmen bei Razzien in 16 Städten

Terrorermittlungen in Belgien hätten sofortiges Eingreifen gefordert, heißt es aus der belgischen Staatsanwaltschaft. Waffen oder Sprengstoff wurden jedoch nicht gefunden. Die Festgenommenen sollen aber konkrete Anschläge geplant haben. Mehr

18.06.2016, 11:07 Uhr | Politik

Das Autorennen startet erst

Von Henning Peitsmeier

Im Rennen darum, wer beim Thema autonomes Fahren die Nase vorn hat, schmieden sich ungewöhnliche Allianzen. Auch über Branchengrenzen hinweg, wie das Abkommen von BMW mit Intel und Mobileye zeigt. Mehr 1 3

Grafik des Tages Ist der Mindestlohn schlimm?

Seit anderthalb Jahren gilt in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn. Immer noch zweifeln viele Firmen, dass er ihre Erträge schmälern wird - besonders in einer Branche. Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden