21.11.2003 · Der amerikanische Medienkonzern Walt Disney hat seinen Quartalsgewinn dank guter Ergebnisse in der Film- und TV-Sparte - wie zuletzt mit „Findet Nemo“ - mehr als verdoppelt. Doch das Geschäft mit den Freizeitparks läuft nur schleppend.
Der amerikanische Medienkonzern Walt Disney hat seinen Quartalsgewinn dank starker Ergebnisse aus der Film- und TV-Sparte - wie zuletzt mit dem Zeichentrickfilm „Findet Nemo“ - mehr als verdoppelt. Ein Bündel gemischter Zahlen aus dem laufenden Geschäft dämpfte jedoch den ansonsten starken Ausblick.
Im nachbörslichen Handel legte die Aktie des Konzerns leicht auf 22,75 Dollar nach 22,68 Dollar bei Börsenschluß zu.
Erfolg mit Kinofilmen und DVDs
Wie das im kalifornischen Burbank ansässige Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluß mitteilte, konnte es im vierten Quartal (zum 30. September) des Geschäftsjahres 2002/2003 auch den Umsatz deutlich steigern. Dazu hätten vor allem Kinofilme, DVD-Verkäufe und die Fernsehstationen beigetragen. Der jüngste Schlager des Unternehmens ist der Film „Findet Nemo", der in den Vereinigten Staaten bereits Rekordumsätze erzielt hat und in dieser Woche auch in deutsche Kinos gekommen ist.
Das Unternehmen zeigte sich überzeugt, auch im kommenden Jahr ein solides Wachstum erreichen zu können. Der Reingewinn stieg auf 415 Millionen Dollar nach 175 Millionen Dollar im Vorjahr. Dies sind 0,20 Dollar je Aktie (Vorjahr 0,09 Dollar). Der Umsatz konnte auf sieben Milliarden Dollar nach 6,6 Milliarden Dollar gesteigert werden.
Disney setzt auf Konjunkturerholung
Firmen-Chef Michael Eisner sprach in einer Mitteilung von einer „starken Performance“ im Schlußquartal sowohl bei den Studios als auch bei den Medien. Analysten hatten einen Netto-Gewinn von 16 Cent pro Aktie bei Umsätzen von knapp unter sieben Milliarden Dollar erwartet. In den vergangenen Monaten hatten sich die Erwartungen an den Konzern zudem deutlich verstärkt. Die wieder anziehende Konjunktur müsse auch die Besucherzahlen in den Disney-Freizeitparks wieder ankurbeln, hieß es.
Für das Gesamtjahr stieg der Gewinn dem Unternehmen zufolge auf 1,267 Milliarden Dollar nach 1,236 Milliarden Dollar im Vorjahr, wobei Änderungen in der Bilanzierung nicht berücksichtigt worden seien. Der Jahresumsatz lag bei 27,061 Milliarden Dollar nach 25,329 Milliarden Dollar.
Schlechtes Geschäft bei Freizeitparks
Disney kündigte an, die durchschnittlichen Analystenerwartungen im neuen Geschäftsjahr erfüllen oder sogar übertreffen zu können. Erwartet werden ein Gewinn von 84 Cent pro Aktie nach 62 Cent pro Aktie im abgeschlossenen Jahr. Die Unternehmensführung äußerte sich zu einigen Geschäftsbereichen aber nur vorsichtig. Eine schrittweise Verbesserung des Geschäfts mit den Freizeitparks werde voraussichtlich durch höhere Personalkosten aufgesogen, sagte Finanzchef Tom Staggs bei einer Telefonkonferenz.
Die Besucherzahlen in den Freizeitparks seien im laufenden Quartal um acht Prozent gestiegen, der Zuspruch von Touristen aus dem Ausland sei jedoch schwach. Fürs vierte Quartal hatten das Unternehmen in den Parks einen Umsatzrückgang um ein Prozent berichtet.
Fernsehwerbung wieder schwächer
Auch im Hinblick auf die Einkünfte aus der Fernsehwerbung zeigte sich der fürs operative Geschäft zuständige Bob Iger trotz starker Ergebnisse im abgelaufenen Quartal zurückhaltend. „Es ist offensichtlich, daß der Markt wieder schwächer wird", sagte er.
Analysten verwiesen jedoch auf die starken Ergebnisse der Filmsparte. „Findet Nemo“ ist mit 340 Millionen Dollar Umsatz an den Kinokassen der absolute Spitzenreiter des Unternehmens in den Vereinigten Staaten in diesem Jahr. Der Umsatz mit DVD-Kopien des Films sowie weiterer Kassenschlager sollte einiges Geld in die Disney-Kassen spülen, sagte Jeff Logsdon von Harris Nesbitt Gerard.
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